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Sonnenschutz

Der richtige Umgang mit der Sonne – denn die Haut vergisst nicht!

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Wenig direkte Sonne!
Die ultraviolette Strahlung der Sonne beschleunigt nicht nur die Hautalterung, sondern kann auch die Erbsubstanz von Hautzellen so verändern, dass noch nach Jahrzehnten Hautkrebs entsteht.

Langsam an die Sonne gewöhnen!
Genießen Sie in den ersten Tagen des Urlaubs lieber den Schatten.
Weniger ist mehr: Je langsamer die Haut an die Sonne gewöhnt wird, desto intensiver und länger anhaltend bleibt die Bräune. 

Mittagssonne vermeiden!
Im Sommer sollten Sie sich, wenn die Sonne am höchsten steht, nicht in der prallen Sonne aufhalten. Dies ist ungefähr zwischen 11 und 15 Uhr europäischer Sommerzeit der Fall.

Beim Sonnenbaden richtig kleiden!
Auch im Urlaub und im Sommer zu Hause kann die Haut Abwechslung zu Badehose und Bikini vertragen. Zumindest zwischenzeitlich leichte Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen oder mit einem langen Rock und für den Kopf einen Sonnenhut gibt der Haut eine Verschnaufpause.

Hauttyp bzw. Lichttyp berücksichtigen!
Schutzlose Haut verträgt nur wenig Sonne. Wie lange Sie ungeschützt in der Sonne bleiben können, ohne Ihrer Haut zu schädigen, hängt vom Hauttyp ab. Richtzeiten bietet die folgende Tabelle:

Lichttyp 

Sonnenbrandschwelle ohne Schutz

I

5-10 Minuten

II

10-20 Minuten

III

20-30 Minuten

IV

circa 40 Minuten

Sonnencreme und Pflegeprodukte nutzen!
Bei der Sonnencreme gilt die Faustformel: Lichtschutzfaktor (LSF) x maximale Sonnenzeit ohne Schutz = maximal erlaubte Sonnenzeit mit Schutz.

Der LSF gibt also den Faktor an, um den die Creme die Sonnenbrandschwelle im Vergleich zu ungeschützter Haut erhöht. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Lichttypen und die dazugehörigen Sonnenschutzzeiten:

Lichttyp

Sonnenbrandschwelle mit LSF 16

Sonnenbrandschwelle mit LSF 32

I

1,5-2,5 Stunden

2,5-5 Stunden

II

2,5-5 Stunden

5-10 Stunden

III

5-7 Stunden

über 10 Stunden

IV

über 10 Stunden

über 10 Stunden

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Der richtige Gebrauch von Sonnenschutzmitteln

  • Benutzen Sie den richtigen Lichtschutzfaktor in Abhängigkeit Ihres individuellen Lichttyps!
  • Der LSF sollte nur als Anhaltspunkt dienen. In der Anwendung können die Werte um bis zu zwei Drittel geringer sein.
  • Das Sonnenschutzprodukt sollte das gesamte UV-A- und UV-B-Spektrum abdecken.
  • Denken Sie daran, das Sonnenschutzmittel mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufzutragen. Nur so kann es seine Schutzfunktion voll entfalten.
  • Nachcremen verlängert die Schutzdauer insgesamt nicht. Trotzdem sollten Sie sich nach dem Baden oder bei starkem Schwitzen erneut eincremen, da das Sonnenschutzmittel teilweise "abgewaschen" wird.
  • Denken Sie daran, dass Meerwasser und Sand, aber auch Schnee die UV-Strahlen reflektieren und somit in ihrer Wirkung verstärken.
  • Auch Wolken lassen UV-Strahlung durch.


Augen durch Sonnenbrillen schützen

Dunkle Gläser allein reichen nicht aus, um die Augen vor der Sonne zu schützen – es sollte deshalb auf Gläser mit UV-Schutz geachtet werden.

Keine Kosmetik
Kosmetika wie z.B. Make up und Parfüms bergen die Gefahr bleibender Hautverfärbungen (Pigmentierungen). Auch bestimmte ätherische Öle, die z. B. in Zitronen- oder Lavendelöl enthalten sind, können schon bei geringer UV-Strahlung eine Reaktion auslösen, die einem Sonnenbrand ähnelt.

Vorsicht bei Einnahme bestimmter Medikamente
Manche Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit, etwa Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline (Tetrazyklin, Doxyzyklin) und Neuroleptika, also Medikamente, die bei bestimmten psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie gegeben werden.

Kinder brauchen besonderen Schutz
Die Haut von Kindern ist weitaus empfindlicher als die von Erwachsenen.

Für Kinder unter einem Jahr ist direkte Sonneneinstrahlung deshalb tabu. Aber auch danach sollten Kinder nicht unnötig belastender Sonnenstrahlung ausgesetzt werden.
Die einfachsten Schutzmaßnahmen sind am wirksamsten: Sonnengerechte Kleidung und Schatten. 

Schützen Sie auch ältere Kinder mit kindgerechten Sonnenschutzmitteln mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 15. Am besten eignen sich Cremes und Lotionen. Sie trocknen die Kinderhaut weniger aus als Gele oder alkoholhaltige Produkte.

 

(red)



Quellen:

Leitlinienprogramm Onkologie: S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs, Version 1.1 – April 2014

Webseite der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V., http://www.unserehaut.de (Stand Januar 2015)
Optische Strahlung, in: Webseite des Bundesamtes für Strahlenschutz,http://www.bfs.de/de/uv

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 28.02.2017

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Aktualisiert am: 26.04.2017 17:22