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Krebsrisiko Strahlung

Ausgiebiges Sonnenbaden und häufiges Röntgen – bei bestimmten Arten von Strahlung ist Vorsicht angebracht. Denn hohe Strahlenbelastungen können nachweisbar Krebs auslösen. Deshalb sollten einige Sicherheitshinweise beachtet werden.

Strahlung bezeichnet grundsätzlich die Ausbreitung von Teilchenströmen oder elektromagnetischen Wellen und den damit verbundenen Energietransport. In diesem Zusammenhang sind zwei verschiedene Strahlungstypen zu unterscheiden: Ionisierende Strahlung und nicht-ionisierende Strahlung. Zu letzterer zählen auch optische Strahlung und elektromagnetische Felder.

Ionisierende Strahlung

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Zur ionisierenden  Strahlung gehört sowohl elektromagnetische Strahlung, die in Form von Gamma- oder Röntgenstrahlung auftritt, sowie Teilchenstrahlung, die Alpha-, Beta- und Neutronenstrahlung umfasst. Die gesundheitlich wirksame Strahlungsbelastung wird in Millisievert gemessen und gibt Auskunft über die vom Körper aufgenommene Energie, abhängig von Strahlungsart und biologischer Wirkung der Strahlen. Die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung in Deutschland liegt laut aktuellen Ermittlungen des Bundesamtes für Strahlenschutzes bei 2,1 Millisievert pro Jahr.  

Ionisierende Strahlung wird einerseits in der Natur freigesetzt beim radioaktiven Zerfall natürlich vorhandener radioaktiver Stoffe, aber auch bei der Energiegewinnung in Kernkraftwerken. Andererseits wird sie vor allem für medizinische Zwecke eingesetzt. Röntgengeräte und die Computertomographie (CT) sind die wohl bekanntesten Anwendungsmöglichkeiten ionisierender Strahlung in der medizinischen Diagnostik.

Ionisierende Strahlung in der Medizin - Grenzwerte und Krebsrisiko

Auch in der Strahlentherapie wird ionisierende Strahlung eingesetzt. Hier wird die zelltötende Wirkung der Strahlung genutzt. Allerdings kann ionisierende Strahlung auch die Erbsubstanz verändern und dadurch Krebserkrankungen auslösen. Deshalb ist es äußerst wichtig, Strahlenbelastungen zu begrenzen. Der Grenzwert von 1 Millisievert pro Jahr für die Bevölkerung darf durch technische Anwendungen nicht überschritten werden.

In der Medizin darf ionisierende Strahlung nur angewandt werden, wenn dies ärztlich und für den einzelnen Patienten gerechtfertigt ist und die Strahlendosis so gering gewählt wird, dass der medizinische Zweck noch erreicht wird.

Bestimmte nuklearmedizinische Untersuchungen wie die Positronen-Emissions- Tomographie oder Szintigraphien, aber auch Computertomographien können eine wesentlich höhere Strahlenbelastung als einfache Röntgendiagnostik mit sich bringen. Im Vergleich: Bei einer Herzszintigraphie tritt eine Belastung von 8 Millisievert auf, während die Belastung bei einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs nur 0,01 - 0,03 Millisievert beträgt.

Hier einige weitere Beispiele für die Höhe von Strahlenbelastungen:

  • bis zu 0,1 mSv: Dosis durch Höhenstrahlung bei einem Flug von München nach Japan
  • 2-3 mSv: Durchschnittliche jährliche Strahlenexposition der Bevölkerung in Deutschland aus natürlichen Quellen
  • 10-20 mSv: Dosisbereich für eine Ganzkörper-Computertomographie eines Erwachsenen

Wird der Grenzwert überschritten, heißt das nicht allerdings nicht automatisch, dass die Belastung dann tatsächlich gefährlich wird. "Die Überschreitung eines Grenzwertes bedeutet vielmehr, dass die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten gesundheitlicher Folgen (insbesondere von Krebserkrankungen) über einem als annehmbar festgelegten Wert liegt", erklärt das Bundesamt für Strahlenschutz.

Für die Krebsentstehung spielt auch das Alter des Betroffenen eine Rolle: Einerseits ist das Gewebe von jüngeren Menschen anfälliger für Strahlenschäden. Andererseits entsteht Krebs gewöhnlich mit einer Verzögerung von Jahrzehnten. Auch deshalb bzw. wegen der kürzeren verbleibenden Lebenserwartung ist das Risiko bei älteren Menschen geringer, an einem strahlenbedingten Tumor zu erkranken.

In der Regel ist der Nutzen einer Diagnose mit Hilfe des Röntgens für Patienten größer als ein möglicher Schaden, zumal das Strahlenrisiko gering ist im Vergleich zu anderen Gesundheitsrisiken. Eine Röntgenuntersuchung ist immer dann gerechtfertigt, wenn sich daraus Folgen für die Art der Behandlung ergeben. Darüber hinaus sollte der Arzt jedoch stets überlegen, ob er die gleiche Information auch mit anderen Verfahren erhalten könnte.

Ionisierende Strahlung als Berufsrisiko

Auch im beruflichen Kontakt mit ionisierender Strahlung ist Vorsicht geboten. Der Grenzwert von 20 Millisievert pro Jahr darf bei Menschen, die Strahlung aus beruflichen Gründen ausgesetzt sind, nicht überschritten werden. Grundsätzlich erhöht jede zusätzliche Belastung mit ionisierender Strahlung das Risiko, an Krebs zu erkranken. Auch das Einhalten der Grenzwerte verringert lediglich dieses Risiko. Deshalb sollte die Strahlenbelastung auch unterhalb der Grenzwerte auf ein Minimum beschränkt werden.

Elektromagnetische Felder

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Elektromagnetische Felder entstehen immer dann, wenn sich elektrische Ströme verändern. Sie haben jedoch pro Quant keine so hohe Energie wie ionisierende Strahlung und können demnach auch keinen direkten Schaden am Erbmaterial hervorrufen. So können z.B. die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks zu einer Erwärmung des Gewebes und die elektrischen und magnetischen Felder der Stromversorgung zu einer Reizung von Nerven- und Muskelzellen führen.

Die elektrische Feldstärke beschreibt die Stärke und Richtung eines elektrischen Feldes und wird in Volt pro Meter gemessen. Die Referenzwerte für Felder der Stromversorgung (50 Hertz) betragen:

  • für elektrische Felder: 5 Kilovolt pro Meter (5 kV/m)
  • für magnetische Felder: 100 Mikrotesla (100 µT).

Neben den bekannten elektrischen und magnetischen Feldern, die durch das Stromnetz und den Mobilfunk auftreten, werden elektromagnetische Felder auch bei einer Magnetresonanztomographie für die bildgebende Diagnostik genutzt.
Besonders wichtig zu beachten ist, dass Herzschrittmacher und andere elektronische Implantate stark von elektromagnetischen Feldern beeinflusst werden können. Für Patienten, die einen Herzschrittmacher oder andere Implantate haben, ist eine Magnetresonanztomographie (MRT) daher als diagnostisches Verfahren nicht geeignet. Die erzeugten elektromagnetischen Felder können den Schrittmacher und die Implantate in ihrer Funktion beeinflussen bis schwer beschädigen und so das Wohlergehen des Patienten gefährden.


Ein erhöhtes Krebsrisiko konnte im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern des MRT nicht nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu anderen bildgebenden Diagnosemethoden gilt das MRT zumindest was das Strahlungsrisiko betrifft als unbedenklich. Dennoch wird die Wirkung der beim MRT entstehenden elektromagnetischen Felder weiter erforscht.

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Elektromagnetische Felder beim Mobilfunk

Beim Telefonieren mit dem Mobiltelefon kommen hochfrequente elektromagnetische Felder zum Einsatz, damit Sprache und Daten übertragen werden können. Doch wie gefährlich sind diese Anwendungen? Krankheiten verursachende Auswirkungen dieser niedrig dosierten hochfrequenten Strahlung unterhalb der Erwärmung des Gewebes sind bisher noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen worden. So hat das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm unter Federführung des BfS keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlung und dem Entstehen von Tumorerkrankungen ergeben. Da es sich bei der Mobilfunktechnologie aber um eine relativ junge Technologie handelt, können derzeit noch keine abschließenden Aussagen zu Langzeitwirkungen gemacht werden. Diese Frage wird daher weiter untersucht.

Mit Sicherheit kann die Wärmeeinwirkung der elektromagnetischen Strahlung auf den Körper dokumentiert werden. Diese Wärmeeinwirkung wird durch das Aufnehmen von Energie hervorgerufen und kann in SAR (Spezifische Absorptionsrate) gemessen werden. Wird ein Schwellenwert überschritten, so wird die Wärmeregulierung des Körpers gestört, was auch die Störung von Stoffwechselvorgängen und die Störung bei der Embryonalentwicklung zur Folge haben kann.


Daher ist es sinnvoll, einige Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit dem Mobiltelefon zu befolgen, bei denen es um die Reduzierung der direkten Einwirkung der Elektromagnetischen Felder auf den Körper geht:

  • Der SAR-Wert eines Handys darf nicht mehr als 2 Watt pro Kilogramm betragen und sollte möglichst unter 0,6 W/kg liegen.
  • Halten Sie Telefonate mit dem Handy möglichst kurz.
  • Telefonieren Sie möglichst nicht bei schlechtem Empfang.
  • Nutzen Sie Headsets.
  • Schreiben Sie mehr Textnachrichten.

Optische Strahlung

Die optische Strahlung ist ein Teilbereich des elektromagnetischen Spektrums mit Wellenlängen im Bereich zwischen 100 Nanometern und 1 Millimeter. Zu ihr gehören Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung), das sichtbare Licht und die Infrarotstrahlung.  Die energiereichste und somit auch gefährlichste Strahlung stellt die UV-Strahlung dar.


Die optische Strahlung existiert zum einen natürlich in Form der Sonneneinstrahlung. Aber auch in der Technik und Medizin kann die optische Strahlung künstlich eingesetzt werden, beispielsweise in Laser, Lampen, LEDs oder Solarien.

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Optische Strahlung und die Gesundheit

Wird der Körper einer zu hohen Belastung mit UV-Strahlung ausgesetzt, so gilt wie auch bei den anderen Strahlungsarten: Die Gesundheit kann darunter leiden, Haut und Augen können geschädigt werden. Sonnenbrände und mehrfache starke UV-Einwirkung kann die Entstehung von Hautkrebs begünstigen. Außerdem können die Augen durch die hohe Intensität von UV-Strahlung beschädigt werden.

Durch verantwortungsbewusstes Verhalten kann die Wirkung der UV-Strahlung allerdings eingegrenzt werden. Sonnenschutzmittel, das Meiden starker Sonne sowie das Tragen einer Kopfbedeckung und schützender Kleidung stellen die Hauptvorsichtsmaßnahmen dar. Auch beim Baden sollte auf genügend Sonnenschutz geachtet werden. Zum Schutz der Augen sollten geeignete Sonnenbrillen getragen werden. Solarien sollten ganz gemieden werden, und bei Einnahme von Medikamenten, welche Wechselwirkungen mit Sonnenlicht aufweisen, sollte man sich grundsätzlich nicht der Sonne aussetzen. Weitere Tipps zum Sonnenschutz finden Sie hier.

 

Service

Alle wichtigen Grenzwerte und wichtige Neuigkeiten zur Stahlenbelastung und eventuellen Risiken finden Sie auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS): http://www.bfs.de/DE/home/home_node.html

(jk/vm)

Fachberatung: Thomas Jung und Michael Thieme, Bundesamt für Strahlenschutz

Quellen:
[1] http://www.bfs.de/DE/themen/emf/netzausbau/wirkung/nachgewiesen/nachgewiesen.html
[2] http://www.bfs.de/DE/themen/opt/einfuehrung/einfuehrung_node.html
[3] https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/radioaktivitaet-und-roentgenstrahlen.php#inhalt2
[4] http://www.bfs.de/DE/themen/ion/einfuehrung/einfuehrung.html
[5] http://www.bfs.de/DE/themen/ion/umwelt/radon/einfuehrung/einfuehrung.html
[6] https://www.bfs.de/DE/themen/ion/strahlenschutz/grenzwerte/grenzwerte.html
[7] https://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/kernspintomographie-faq.php
[8] http://www.bfs.de/DE/themen/emf/nff/nff_node.html
[9] http://www.bfs.de/DE/themen/emf/nff/wirkung/niederfrequent-nachgewiesen/niederfrequent-nachgewiesen.html
[10] [http://www.bfs.de/DE/themen/emf/nff/wirkung/niederfrequent-nachgewiesen/niederfrequent-nachgewiesen.html
[11] https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/elektrosmog.php
[12] http://www.bfs.de/DE/themen/emf/mobilfunk/wirkung/wirkung_node.html
[13] http://www.bfs.de/DE/themen/emf/hff/wirkung/hff-nachgewiesen/hff-nachgewiesen.html

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 29.06.2017

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Aktualisiert am: 23.09.2017 20:56