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Gesund essen, gesund bleiben

Mit Vitaminen Krebs vorbeugen?

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Mit antioxidativ wirkenden Vitaminen Krebserkrankungen vorbeugen? Experten warnen derzeit eher noch vor einer unkritischen Einnahme von Vitaminpräparaten. Längst nicht alle Wirkungsmechanismen und Effekte von Antioxidantien auf den Körper sind bekannt. 

Vitamine sind organische Verbindungen, die – mit wenigen Ausnahmen - dem Körper über die Ernährung zugeführt werden müssen. Einige Vitamine wirken antioxidativ. Sie können freie Radikale abfangen, die bei Stoffwechselprozessen entstehen und u.a. auch Krankheiten auslösen können. Beispiele für Antioxidantien sind die Vitamine C und E, Beta-Karotin, das Spurenelement Selen und die sekundären Pflanzenstoffe Flavonoide. Aus der antioxidativen Wirkung wurde lange Zeit die Hoffnung abgeleitet, dass durch eine verstärkte Einnahme der entsprechenden Vitamine und Substanzen Krebserkrankungen vorgebeugt werden könne.

Schutzwirkungen nur teilweise belegt

Bislang konnte eine solche Schutzwirkung beim Menschen allerdings nur teilweise nachgewiesen werden:

Vitamin B
Vitamin B6 hat womöglich einen vorbeugenden Effekt vor Lungenkrebs - bei Rauchern und Nichtrauchern gleichermaßen. Das ergab eine Untersuchung, bei der Blutproben von an Lungenkrebs Erkrankten und gesunden Kontrollpersonen miteinander verglichen wurden. Vitamin B6 kommt vor allem in Fleisch, Hülsenfrüchten, Fisch, Hefe, Nüssen, Vollkornprodukten, Bananen, Aprikosen, Johannisbeeren, Grünkohl, Rosenkohl und Spinat vor.

Vitamin K
In zahlreichen Zellkultur- und Tierstudien konnte eine krebshemmende Wirkung von Vitamin K festgestellt werden. Auch beim Menschen scheint dieser Effekt zu existieren. So stellten Wissenschaftler aus Heidelberg in einer Studie mit fast 25.000 Teilnehmern im Alter zwischen 35 und 64 Jahren fest, dass durch eine hohe Aufnahme von Vitamin K2, den sogenannten Menachinonen, das Krebs- und das Sterberisiko sinken. Bei Männern war der Effekt stärker als bei Frauen. Vitamin K2 kommt vor allem in Käse vor. Vitamin K1, das sogenannte Phyllochinon, das in größeren Mengen in Gemüse, Fleisch und Milchprodukten enthalten ist, hatte dagegen keinen Einfluss auf das Krebsrisiko.

Flavonoide und Darmkrebs
Eine zusammenfassende Studie bestätigte eine vor Darmkrebs schützende Wirkung von Flavonoiden in Tierexperimenten sowie in Versuchen mit Zellkulturen und Zellbestandteilen. In epidemiologischen Untersuchungen hingegen ergab sich der Studie zufolge kein einheitliches Bild. Damit bleibt unklar, ob Flavonoide auch beim Menschen vor Darmkrebs schützen können. Zumindest für die Vorstufen von Darmkrebs, die sogenannten Schleimhautpolypen oder Adenome, scheint es möglicherweise der Fall zu sein.

Selen
Krebserkrankungen durch Selen vorzubeugen, scheint nicht möglich zu sein. Im Gegenteil müsse, so eine Übersichtsstudie, vor der unkritischen Einnahme selenhaltiger Nahrungsergänzungsmittel sogar gewarnt werden. So seien bei übermäßiger Einnahme von Selen Gesundheitsschäden zu befürchten. Hingegen konnte weder für hellen Hautkrebs (Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom) noch für Prostatakrebs ein Schutzeffekt nachgewiesen werden, die Studienergebnisse zu Leberkrebs waren widersprüchlich. Möglicherweise kann Selen eingesetzt werden, um eine Krebstherapie zu unterstützen. In einer Studie konnte durch die zusätzliche Einnahme von Selen während einer Strahlentherapie bei gynäkologischen Tumoren wie Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom) die Häufigkeit und Schwere von Durchfällen als Nebenwirkung der Bestrahlung.

Vitamine als Schutz während der Krebstherapie umstritten

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Doch auch der Einsatz von antioxidativ wirkenden Vitaminen während einer Chemo- oder Strahlentherapie ist bislang noch umstritten. So lassen sich zwar bestimmte Nebenwirkungen der Krebstherapie reduzieren, gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass deren Wirksamkeit abgeschwächt wird. Vor einer unkontrollierten Zufuhr von Vitaminen während einer Chemo- oder Strahlentherapie wird daher abgeraten. Patienten sollten diesbezüglich immer Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Müssen Vitamine künstlich zugeführt werden?

Eine abwechslungs- und ballaststoffreiche Kost mit Obst und Gemüse enthält normalerweise genügend Vitamine, um den täglichen Bedarf zu decken. Eine zusätzliche Einnahme von vitaminhaltigen Tropfen, Kapseln oder ähnlichen Nahrungsergänzungsmitteln ist deshalb nur dann sinnvoll, wenn besondere Umstände vorliegen, z.B. eine Schwangerschaft oder eine Erkrankung, bei der die Aufnahme von Stoffen im Magen-Darmtrakt gestört ist.

(kvk)

 

Quellen:
[1 ]Biesalski, H. K. et al.: Antioxidative Mikronährstoffe als Zusatzstoffe in der Onkologie. In: Der Onkologe 10(3), (2004), S. 230-243
[2]Dennert, G. et al.: Selenium for preventing cancer. In: Cochrane Database of Systematic Reviews 2011, Issue 5. Art. No.: CD005195. DOI: 10.1002/14651858.CD005195.pub2
[3] Gröber, U. et al.: Vitamin C in der komplementären Onkologie. In: Onkologe 16(3), (2010), S. 309-313
[4] Johansson, M. et al.: Serum B Vitamin Levels and Risk of Lung Cancer. In: JAMA 303(23), (2010), S. 2377-2385
[5 ]Hoensch, H. et al.: Flavonoide zur Krebsprävention im Darm. In: Medizinische Klinik 105(8), (2010), S. 554-559
[6] Muecke, R. et al.: Multicenter, Phase 3 Trial Comparing Selenium Supplementation With Observation in Gynecologic Radiation Oncology. In: International Journal of Radiation Oncology * Biology * Physics 78(3), (2010), S. 828-835
[7] Nimptsch, K. et al.: Dietary vitamin K intake in relation to cancer incidence and mortality: results from the Heidelberg cohort of the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC-Heidelberg). In: American Journal of Clinical Nutrition 91(5), (2010), S. 1348-1358

Linktipps zum Thema Ernährung

www.dge.de
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. befasst sich mit allen auf dem Gebiet der Ernährung auftretenden Fragen. Sie unterstützt die ernährungswissenschaftliche Forschung, informiert über neue Erkenntnisse und Entwicklungen und macht diese durch Publikationen und Veranstaltungen verfügbar.

www.5amtag.de
Der 5 am Tag e.V. stellt auf seiner Website eine Vielzahl von Informationen zur Verfügung. Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag sollen sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

www.aid.de
Der aid infodienst Verbraucherschutz Ernährung Landwirtschaft ist ein gemeinnütziger Verein, der durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wird. Der aid bietet Informationen und ein breites Medienspektrum zu den Bereichen "Verbraucherschutz und Ernährung" und "Landwirtschaft und Umwelt".

www.was-wir-essen.de
In diesem Portal, herausgegeben von aid infodienst, finden Sie Wissenswertes rund um Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz. Jede Rubrik informiert über Lebensmittel und über allgemeine Themen wie "Ökolandbau", "Gentechnik" oder "Ernährungsempfehlungen".

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 29.01.2015

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Ketogene und kohlenhydratarme Diät: Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft PRiO

Seit einiger Zeit wird Tumorpatienten eine Ernährung angeboten, die in unterschiedlichem Ausmaß arm an Kohlenhydraten (KH) ist. Als Begründung für diese Ernährungsumstellung wird angeführt, dass der Stoffwechsel von Tumorzellen von Kohlenhydraten abhängig sei. Je nach Interpretation der Daten versprechen Anhänger der Diät entweder einen direkten Einfluss auf das Tumorwachstum und die Metastasierung, eine Verbesserung der Wirksamkeit von Chemo- und/oder Strahlentherapie bzw. eine bessere Verträglichkeit insbesondere der Chemotherapie. Experten der Arbeitsgemeinschaft PRiO nehmen dazu Stellung.

>>Download Stellungnahme als PDF

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Aktualisiert am: 28.04.2017 17:54