Trastuzumab

Trastuzumab (Handelsname Herceptin®, Hersteller Roche) ist ein rekombinanter, humanisierter monoklonaler Antikörper, der gegen die extrazelluläre Domäne von HER2/neu auf Mammakarzinomzellen gerichtet ist. Bei HER2/neu handelt es sich um einen Wachstumsfaktor-Rezeptor, dessen Expression bei Brustkrebs mit einer schlechten Prognose assoziiert ist. Aufgrund seiner guten Wirksamkeit ist Trastuzumab in allen Stadien des HER2-positiven Mammakarzinoms indiziert. Es wird in einer Dosis von 4 mg/kg Körpergewicht i. v. über 90 Minuten (loading dose) und anschließend wöchentlich in einer Dosis von 2 mg/kg Körpergewicht über 30 Minuten verabreicht. Trastuzumab wird ebenfalls zur Behandlung von metastasiertem HER2-positivem Magenkrebs eingesetzt, wobei der Wirkstoff in Kombination mit Capecitabin oder 5-Fluoruracil und Cisplatin verabreicht wird.
Trastuzumab kann insbesondere bei Patientinnen, die mit Anthracyclinen behandelt wurden, die Herzfunktion beeinträchtigen.

Mögliche Nebenwirkungen: Infektion, Entzündung der Nasen- und Rachenschleimhaut (Nasopharyngitis), Veränderungen des Blutbildes (Neutropenie, febrile Neutropenie, Anämie, Leukopenie), Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit (Anorexie), Schlaflosigkeit, Schwindelgefühl, Geschmacksstörung, Kopfschmerzen, Parästhesie, Konjunktivitis, verstärkter Tränenfluss, Bluthochdruck, Blutdruck erniedrigt,  Atemgeräusche (Giemen), Atemnot (Dyspnoe), Husten, Nasenbluten (Epistaxis), Nasenlaufen (Rhinorrhoe), Bauchschmerzen und Schmerzen im Brustkorb, Schwäche (Asthenie), Abgeschlagenheit, Schleimhautentzündung, Schmerzen, Schwellungen (periphere Ödeme), Grippe-ähnliche Symptome, Schüttelfrost, infusionsbedingte Reaktionen (Muskelspannung, Tremor, geschwollene Lippen, geschwollenes Gesicht, Palpitationen, unregelmäßiger Herzschlag, Herzflattern), Fieber, Kopfschmerzen, Hautrötung (Erythem), Hautausschläge, Haarausfall (Alopezie), Nagelveränderungen, Hand-Fuß-Syndrom, Durchfall (Diarrhöe), Übelkeit und Erbrechen, Verdauungsstörung (Dyspepsie), Verstopfung (Obstipation), Mundschleimhautentzündung (Stomatitis), Gelenk- und Muskelschmerzen (Arthralgie und Myalgie).

(red)

Quellen:
Preiß, Dornoff, Schmieder, Honecker, Claßen (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2014/15, 17. Auflage, W. Zuckschwerdt Verlag München, 2014.
Ernst Mutschler, Gerd Geisslinger, Heyo K. Kroemer, Sabine Menzel, Peter Ruth (Hrsg.):
Mutschler Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie, der klinischen Pharmakologie und Toxikologie, 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2013.

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Aktualisiert am: 23.10.2017 21:19