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Ponatinib

Ponatinib (Handelsname Iclusig®, Hersteller Ariad ) ist ein Arzneistoff, der bei der Behandlung der Chronischen Myeloischen Leukämie (CML) in den unterschiedlichen Stadien (chronisches Stadium, Blastenstadium, Wachstumsstadium) und der Akuten Lymphatischen Leukämie bei Patienten, die 'Philadelphia-Chromosom-positiv' (Ph+) sind, zum Einsatz kommt.

Ponatinib ist seit Juli 2013 zugelassen. Ponatinib wird bei Patienten angewendet, die nicht auf die Wirkstoffe Dasatinib und Nilotinib ansprechen (Krebsmedikamente derselben Klasse) oder wenn eine anschließende Behandlung mit Imatinib nicht als angemessen betrachtet wird. Ponatinib wird auch bei Patienten mit der genetischen Mutation T315I verwendet, welche beim Patienten eine Resistenz gegen die Behandlung mit Imatinib, Dasatinib oder Nilotinib verursacht. Da die Anzahl der an CML und AML Erkrankten gering ist, wird Ponatinib als 'Orphan Medicine' eingestuft.

Ponatinib kann Gerinnungsstörungen oder Blockaden in Arterien und Venen verursachen, weshalb Patienten vor der Behandlung ihre Herz-Kreislauf-Verfassung testen lassen sollten und bei auftretenden Beschwerden angemessen behandelt werden sollten. In Klinischen Studien wurde festgestellt, dass bei 23% der Patienten nach 3 Jahren venen- oder arterienverschließende Nebenwirkungen auftraten, bei  18%  mit  ernsthaften Nebenwirkungen. 

Ponatinib ist ein Tyrokinase-Inhibitor, eine Verbindung, die Enzyme namens Tyrosinkinasen blockiert. Ponatinib blockiert die Tyrosinkinase namens Bcr-Abl. Dieses Enzym lässt sich in manchen Rezeptoren an der Oberfläche von Leukämiezellen finden, wo es in die unkontrollierte Zellteilung involviert ist. Durch die Blockade von Bcr-Abl trägt Ponatinib dazu bei, das  Wachstum und die Verbreitung von Leukämiezellen zu kontrollieren. Die bekanntesten Nebenwirkungen bei Ponatinib umfassen Pneumonie (Lungeninfektion), Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse),  Pyrexie (Fieber), Abdominale Schmerzen (Magenschmerzen), Myocardialen Infarkt (Herzinfarkt), Vorhofflimmern (irreguläre schnelle Kontraktion der oberen Herzkammern), Anämie, Verringerte Anzahl ab Blutplättchen, fiebernde Neutropenie (geringe Anzahl an weißen Blutkörperchen in Verbindung mit Fieber), Herzversagen, erhöhtes Level an Fetten und Enzymen,  Atembeschwerden, Durchfall, verringerte Anzahl Neutrophil (ein Typ weißer Blutzellen), Panzytopenie (niedrige Gesamtzahl an Blutzellen) und der Perikardiale Erguss (Flüssigkeit um das Herz).

(red)

Quellen:

Preiß, Dornoff, Schmieder, Honecker, Claßen (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2014/15, 17. Auflage, W. Zuckschwerdt Verlag München, 2014.

Ernst Mutschler, Gerd Geisslinger, Heyo K. Kroemer, Sabine Menzel, Peter Ruth (Hrsg.): Mutschler Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie, der klinischen Pharmakologie und Toxikologie, 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2013.

EMA European Public Assessment Reports, online unter http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/landing/epar_search.jsp&mid=WC0b01ac058001d125

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Aktualisiert am: 15.12.2017 21:20