Crizotinib

Crizotinib (Handelsname Xalkori©) ist ein Medikament für die Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Speziell kommt es bei Patienten mit ALK-Translokationen (ALK-positiv) oder ROS1-Translokationen (ROS1-positiv) zum Einsatz. ALK und ROS1 sind Enzyme, die auch Rezeptor-Tyrosinkinasen genannt werden. Bei manchen Patienten sind diese Enzyme so verändert, dass sie in den Krebszellen in einer aktiven Form vorliegen und kontinuierlich das Zellwachstum stimulieren. Crizotinib blockiert ganz gezielt die Aktivität von ROS1 und ALK. Dadurch wird das Tumorwachstum bei Patienten, die veränderte ALK- bzw. ROS1-Enzyme haben, gebremst.

Studien haben gezeigt, dass ALK-positive Patienten, die mit Crizotinib therapiert wurden, länger ohne Fortschreiten der Erkrankung lebten als ALK-positive Patienten, die herkömmliche Chemotherapie bekamen. Es konnte auch nachgewiesen werden, dass ROS1-positive Patienten wesentlich besser auf Crizotinib als auf andere Medikamente ansprachen. Insgesamt zeigte die Behandlung mit Crizotinib bei 70% der ROS1-positiven Patienten in der Studie eine gute Wirkung. Auf die herkömmlichen Medikamente sprachen jedoch nur 20-30% der im Rahmen der Studie behandelten Patienten an.
Wie viele zielgerichtete Therapien, hat auch Crizotinib erhebliche Nebenwirkungen. Die häufigsten Beschwerden sind: Probleme beim Sehen, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Schwellungen (Ödeme), Appetitlosigkeit, Verstopfung, Schwindel, Neuropathie und Fatigue. Schwere Nebenwirkungen, die auftreten können sind Leberschäden, Lungenentzündung, Neutropenie (geringe Anzahl weißer Blutkörperchen) und Probleme mit der elektrischen Aktivität des Herzens (verlängertes QT Intervall). Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion dürfen Crizotinib nicht einnehmen. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis entsprechend angepasst werden.

 

Quellen:

Preiß, Dornoff, Schmieder, Honecker, Claßen (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2014/15, 17. Auflage, W. Zuckschwerdt Verlag München, 2014.

Ernst Mutschler, Gerd Geisslinger, Heyo K. Kroemer, Sabine Menzel, Peter Ruth (Hrsg.):

Mutschler Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie, der klinischen Pharmakologie und Toxikologie, 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2013.

EMA European Public Assessment Reports, online unter http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/landing/epar_search.jsp&mid=WC0b01ac058001d125

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 19.09.2017

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07