Bevacizumab

Bevacizumab ist seit 2005 im Handel unter dem Handelsnamen Avastin® von Roche verfügbar.

Bevacizumab, ein humanisierter monoklonaler Antikörper, bindet an den Gefäßwachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) und hemmt dadurch dessen Wechselwirkung mit seinen Rezeptoren. Als Folge davon kommt es zu einer Reduzierung der Tumorvaskularisation und damit des Tumorwachstums. Die Behandlung mit Bevacizumab führt dementsprechend zu einer ausgeprägten antitumoralen Aktivität bei einer Reihe bösartiger Tumoren.

Derzeit zugelassen ist Bevacizumab zusammen mit 5-FU/Folinsäure zur Therapie des metastasierten Kolon- oder Rektumkarzinoms, in Kombination mit Paclitaxel oder Capecitabin zur Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms, gemeinsam mit Platin-Derivaten beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom, zusammen mit Interferon alfa -2a beim metastasierten Nierenzellkarzinom und in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel zur Primärbehandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem epithelialem Ovarialkarzinom.

Mögliche Nebenwirkungen: Febrile Neutropenie, Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Appetitlosigkeit (Anorexie), periphere sensorische Neuropathie, Dysarthrie, Kopfschmerzen, Geschmacksstörungen (Dysgeusie), Augenerkrankung, Erhöhter Tränenfluss, Rhinitis, Darmbluten (Rektalblutung), Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis), Bluthochdruck (Hypertonie), (venöse) Thromboembolie, Blutungen, Verstopfung, Durchfall (Diarrhöe), Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Wundheilungsstörungen, exfoliative Dermatitis, trockene Haut, Hautveränderungen (Hautverfärbung), Arthralgie, Proteinurie, Ovarialinsuffizienz, Asthenie, Fatigue, Fieber, Schmerzen, Atemnot (Dyspnoe).

(red)

Quellen:
Preiß, Dornoff, Schmieder, Honecker, Claßen (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2014/15, 17. Auflage, W. Zuckschwerdt Verlag München, 2014.
Ernst Mutschler, Gerd Geisslinger, Heyo K. Kroemer, Sabine Menzel, Peter Ruth (Hrsg.):
Mutschler Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie, der klinischen Pharmakologie und Toxikologie, 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2013.

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Aktualisiert am: 20.10.2017 09:43