Hautkrebs: Wie gut schützen Sonnencremes?

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Vor dem auch gefährlichen UV-A-Anteil in der Sonne schützen offenbar nicht alle erhältlichen Sonnencremes im von den EU-Normen geforderten Maße.

Die Anforderungen an wirksame Sonnencremes, die die Haut bei richtiger Anwendung vor Sonnenbrand und Hautkrebs schützen können, sind hoch: War es lange verbreitete Meinung, dass ein Schutz lediglich vor dem UV-B-Anteil der Strahlen notwendig sei, gilt es inzwischen als erwiesen, dass auch UV-A-Strahlen an der Entstehung von schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, beteiligt sein können. In einer Studie untersuchten Wissenschaftler, inwieweit die auf dem Markt erhältlichen Sonnencremes den Anforderungen der US-amerikanischen Food and Drug Administration bzw. der Europäischen Union standhalten. Den Ergebnissen in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology zufolge genügen die Sonnencremes den Vorgaben in Europa nur zum Teil.

20 verschiedene Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 15 bis 100+ testeten die Forscher hinsichtlich der kritischen Wellenlänge (Vorgabe aus den USA) und dem UVA-Schutzfaktor (Vorgabe in der EU). Die kritische Wellenlänge, vor denen die Sonnencremes jeweils schützten, variierte von 367 bis 382 nm, der UVA-Schutzfaktor von 6,1 bis 32. Die US-amerikanische Vorgabe einer kritischen Wellenlänge von mehr als 370 nm erreichten 19 der 20 getesteten Sonnencremes (95%). Das innerhalb der EU geforderte Verhältnis von UV-A-Schutzfaktor zum Lichtschutzfaktor von über 1:3 hingegen erreichten nur elf der 20 Sonnencremes (55%).

Nach Ansicht der Studienautoren wurde – gemessen an der Zahl der auf dem Markt erhältlichen Produkte - nur eine kleine Anzahl von Sonnencremes getestet. Dennoch sei der Umstand, dass lediglich etwa die Hälfte der getesteten Produkte den europäischen Vorgaben genügte, bedenkenswert.

 

Quelle:

Wang, S. Q. et al.: Comparison of ultraviolet A light protection standards in the United States and European Union through in vitro measurements of commercially available sunscreens. Journal of the American Academy of Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 24. Februar 2017, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jaad.2017.01.017

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 12.12.2017 14:51