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Neue Krebstherapien stärken Immunsystem im Kampf gegen Krebszellen

Neue Krebstherapien bekämpfen den Tumor, indem sie das körpereigene  Immunsystem im Kampf gegen die Krebszellen unterstützen. Sie könnten in Zukunft zum Standard in der Krebstherapie werden. Das wurde im Rahmen eines Pressegesprächs in München deutlich.

Die Einführung von zielgerichteten Therapien hat die Krebsbehandlung in den vergangen Jahren ein gutes Stück vorangebracht. Als weiterer vielversprechender Behandlungsansatz etabliert sich nun die Immuntherapie. Wie Hervé Hoppenot, Chief Executive Officer des biopharmazeutischen Unternehmens Incyte Biosciences betonte, zielen diese Immun-Therapeutika nicht direkt auf den Tumor ab. Vielmehr sollen sie das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs unterstützen.

Mit IDO1-Hemmern T-Zellen auf die Sprünge helfen

Denn die T-Lymphozyten (kurz T-Zellen), die zu den Frontkämpfern des Immunsystems gehören, sind zwar, wenn sie aktiviert werden, in der Lage, Krebszellen aufzuspüren und zu vernichten. Die Krebszellen  haben jedoch viele Tricks auf Lager, um den Angriffen der Abwehrzellen zu entgehen. So aktivieren sie beispielsweise das Enzym IDO, das Krebszellen vor der körpereigenen Tumorabwehr schützt. Entdeckt habe man das Enzym IDO zunächst in der Gynäkologie. Denn es werde auch in der Plazenta produziert, wo es dafür sorge, dass der Fötus nicht vom mütterlichen Immunsystem abgestoßen werde, berichtete Hoppenot. Das Enzym IDO lässt sich  medikamentös hemmen, was in der Krebstherapie zukünftig möglicherweise eine wichtige Rolle spielen könnte.

Ziel: Therapie für jene Patienten, die tatsächlich davon profitieren

„Wir wollen auch überprüfen, welche Möglichkeiten der Kombination mit immunonkologischen Präparaten sinnvoll sind und welche Patienten am meisten davon profitieren“, betonte Peter Mutzenbecher, Geschäftsführer von Incyte Biosciences Germany. Er ist davon überzeugt, dass die Immuntherapie in Zukunft ein fester Bestandteil der Krebstherapie sein wird. Nach seiner Aussage strebt das Unternehmen eine weitreichende Zusammenarbeit mit deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen an, um die Entwicklung von Krebsmedikamenten zu beschleunigen. „Wir forschen im Bereich von Lungen-, Blasen-  und Nierenkrebs und einer Reihe weiterer Krebsarten“, erläuterte Mutzenbecher. Ein Ziel für die Zukunft müsse es sein, vorausschauend zu wissen, welche Behandlungsmöglichkeit bei welchen Patienten am besten anschlägt. „Wir wollen nicht eine Therapie für alle, sondern eine sinnvolle Therapie für jene Patienten, die auch tatsächlich davon profitieren.“

Quelle:
Incyte-Pressegespräch vom 22.11.2017

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 07.12.2017

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Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19