Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Bauchspeicheldrüsenkrebs – Ursache und Risikofaktoren

Die Ursachen für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind bisher nicht bekannt. Man kennt lediglich verschiedene Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen können. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen das Rauchen und ein erhöhter Alkoholkonsum. Auch Menschen, denen der Magen entfernt worden ist, haben nach derzeitigen Erkenntnissen ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankung. Darüber hinaus spielen die Ernährung sowie genetische Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs:

Risikofaktor: Rauchen
Das Zigarettenrauchen ist als Risikofaktor für die Entwicklung eines Pankreaskarzinoms eindeutig nachgewiesen. Man schätzt, dass Raucher ein etwa 3,5fach erhöhtes Risiko haben, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Kommen weitere Risiko erhöhende Faktoren, wie z.B. ein hoher Alkoholkonsum, hinzu, scheint sich das Risiko weiter zu erhöhen.
Man schätzt heute, dass etwa ein Viertel aller Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse ursächlich mit dem Rauchen in Zusammenhang stehen.

Risikofaktor: Alkoholkonsum
Auch Alkohol scheint das Risiko für die Entwicklung von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erhöhen. Bei Frauen trägt bereits ein „normaler“ Alkoholkonsum (etwa 33g Alkohol/Tag = 1-2 Bier/Tag) zu einer Risikoerhöhung bei. Ein starker Alkoholkonsum erhöht das Erkrankungsrisiko bei Frauen und Männern um schätzungsweise das 2,5fache. Wenn weitere Faktoren, insbesondere das Rauchen, hinzukommen, scheint sich das Risiko für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs weiter zu erhöhen.

Risikofaktor: Vorerkrankungen
Ein erhöhtes Krankheitsrisiko haben auch Menschen, die sich lange Zeit zuvor einer Magenoperation unterziehen mussten, beispielsweise aufgrund eines Magengeschwürs. Die vorliegenden Daten sprechen dafür, dass das Risiko in diesem Fall um das 3- bis 7fache erhöht ist.

Auch eine erblich bedingte Form der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung scheint das Risiko für die Entwicklung von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erhöhen.

Inwieweit das Vorliegen einer Erkrankung an Diabetes zu einer Risikoerhöhung führt, ist umstritten.

Risikofaktor: Ernährung
Ernährungsfaktoren spielen vermutlich ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Große Studien haben gezeigt, dass eine obst- und gemüsereiche Ernährung mit hohem Faser- und Vitamingehalt das Risiko für die Entwicklung eines Pankreaskarzinoms senken kann. Eine fleisch- und fettreiche Ernährung ist dagegen möglicherweise mit einem erhöhten Krankheitsrisiko verbunden.

Risikofaktor: Genetische Faktoren
Es gibt Familien, in denen gehäuft Bauchspeicheldrüsenkrebs auftritt. Der Anteil der genetisch bedingten Tumorerkrankungen der Bauchspeicheldrüse wird auf insgesamt etwa 5 bis 10 Prozent geschätzt. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten besteht jedoch keine erbliche Basis für die Entstehung eines Bauchspeicheldrüsenkarzinoms.

Ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Bauchspeicheldrüsenkrebs besteht vor allem bei Menschen, die an einer erblich bedingten Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) leiden. Diese Erkrankung beruht auf einem Gendefekt, der innerhalb von Familien vererbt werden kann. Patienten mit erblicher Pankreatitis entwickeln bis zum 70. Lebensjahr in bis zu 40 Prozent der Fälle ein Pankreaskarzinom.
Verschiedene, selten auftretende Erbkrankheiten können das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs ebenfalls erhöhen, so z.B. das MEN-1-Syndrom (MEN = multiple endokrine Neoplasie), das von-Hippel-Lindau-Syndrom und das Lynch-Syndrom (auch HNPCC = hereditäres nicht-polypöses kolorektales Karzinom), Krankheiten, die mit Tumoren in verschiedenen Organen einhergehen. Auch das Brust- und Eierstockkrebssyndrom sowie das Peutz-Jeghers-Syndrom, eine sehr seltene Polypenerkrankung, sind mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Bauchspeicheldrüsenkrebs verbunden.

(red)


Quellen:
G. Adler et al.: S3-Leitlinie „Exokrines Pankreaskarzinom“. Ergebnis einer evidenzbasierten Konsensuskonferenz, in: Der Gastroenterologe 2007, Georg Thieme Verlag KG Stuttgart, Bd. 45, S. 487-523
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Prof. Hohenberger
Chirurgische Klinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg

Weitere Basisinformationen zum Bauchspeicheldrüsenkrebs:

Aktualisiert am: 01.10.2014 00:02