Versorgungsforschung

Versorgungsforschung untersucht die Gesundheitsversorgung unter Alltagsbedingungen. Sie beschäftigt sich also mit der Frage, wie und ob die Gesundheitsversorgung in der Bevölkerung „ankommt“. Versorgungsforschung betrachtet dabei insbesondere Strukturen, Prozesse und Ergebnisse der Gesundheitsversorgung. Fragestellungen in der onkologischen Versorgungsforschung sind zum Beispiel:

  • Unterscheidet sich die Versorgungsqualität zwischen zertifizierten Zentren und anderen Leistungserbringern?
  • Wie kann die Teilnahme an Krebsscreening-Programmen verbessert werden?
  • In welchem Ausmaß sind Krebsbetroffene von finanziellen Schwierigkeiten betroffen?

Die Abteilung Versorgungsforschung gewinnt Daten und Wissen aus der tatsächlichen Versorgungssituation der Krebsbetroffenen und trägt dazu bei, Wissen in der Onkologie zu erweitern. Zertifizierte Zentren eignen sich aufgrund ihrer einheitlichen Dokumentationsstrukturen in besonderer Weise für diese Form der Wissensgenerierung.

Die Deutsche Krebsgesellschaft ist an einer Vielzahl an nationalen und europäischen Projekten zur Versorgungsforschung beteiligt.

Projekte

BAU-RTW

Berufs- und anforderungsspezifische Unterschiede bei der Rückkehr in den Beruf nach Krebs

Etwa 35 Prozent aller Krebserkrankungen treten im erwerbsfähigen Alter auf.

CARES

Cancer rehabilitation support by cancer counseling centers

Betroffene im erwerbsfähigen Alter brauchen Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung.

DigiNet

Digitales Netzwerk für personalisierte Lungenkrebstherapie

Personalisierte Krebstherapien gewinnen in der Therapie aller Krebserkrankungen an Bedeutung.

dVP_FAM

Digitale Versorgungsplattform für Personen mit familiärem Krebsrisiko

Wir verbessern die Identifikation, Beratung und Betreuung von Personen mit familiärem Brust- und Eierstockkrebs.

EDIUM

Ergebnisqualität bei Darmkrebs: Identifikation von Unterschieden und Maßnahmen zur flächendeckenden Qualitätsentwicklung

Ziel ist es, die Versorgungsqualität in DKG-zertifizierten Darmkrebszentren zu erfassen und zu verbessern.

EUCanScreen

Joint Action on the New EU Cancer Screening Scheme Implementation

Im DKG-geleiteten Teilprojekt soll das Krebsscreening für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen verbessert werden.

Publikationen

Kowalski C, Ferencz J, Albers P, Fichtner J, Wiegel T, Feick G, Wesselmann S (2015) Quality assessment in prostate cancer centers certified by the German Cancer Society World Journal of Urology (34), 665-672. doi:10.1007/s00345-015-1688-z

Schmidt A, Ernstmann N, Wesselmann S, Pfaff, H, Wirtz M, Kowalski C (2015) After initial treatment for primary breast cancer: information needs, health literacy, and the role of health care workers Supportive Care in Cancer (24), 563-571.

Schmidt A, Kowalski C, Pfaff H, Wesselmann S, Wirtz M, Ernstmann N (2015) The influence of health literacy on information needs among women newly diagnosed with breast cancer, with special reference to employment status Journal of Health Communication. doi:10.1080/10810730.2015.1018626

Schmidt A, Wesselmann S, Kowalski C (2015) Informationsbedürfnisse und Informationsprozesse in zertifizierten Zentren. Beispiel Brustkrebszentren – Ergebnisse der PIAT-Studie FORUM (30), 218-223.

Kowalski C, Ferencz J, Weis I, Adolph H, Wesselmann S (2015) Social Service Counseling in Cancer Centers Certified by the German Cancer Society Social Work in Health Care. doi:10.1080/00981389.2014.999980

Kowalski C, Lee SYL, Schmidt A, Wesselmann S, Wirtz MA, Pfaff H, Ernstmann N (2015) The health-literate health care organization 10 item questionnaire (HLHO-10): Development and validation BMC Health Services Research.

Ansprechpartner

PD Dr. rer. medic. Christoph Kowalski

PD Dr. rer. medic. Christoph Kowalski

Abteilungsleiter