Johannes Soff
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Die Datenzusammenführung der seit 2014 gesetzlich etablierten flächendeckenden Klinischen Krebsregister (KKR) in Deutschland (§ 65c SGB V) als Grundlage für die Abbildbarkeit der Routineversorgung zur Transparenz und Evidenzgenerierung ist ein lang angestrebtes Ziel sowohl für klinisch tätige Mediziner*innen vor Ort, als auch für Forschende, Politik und großangelegte Initiativen wie die Dekade gegen den Krebs oder den Nationalen Krebsplan.
In diesem Projekt sollen Registerdaten aus vier Bundesländern mit ebenfalls versorgungsnahen Daten der durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierten Zentren, der onkologischen Spitzenzentren (CCCs) und Daten der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) so miteinander verknüpft werden, dass sie Evidenz für therapierelevante Fragestellungen generieren, für die randomisierten kontrollierten Studie nicht zur Verfügung stehen bzw. nicht praktikabel durchführbar sind. Beispielhaft für den Darmkrebs integriert das Projekt KKR-Daten mit weiteren versorgungsnahmen Daten, nutzt KI-Verfahren für die Quantifizierung und Berücksichtigung der Präferenzen von Behandelnden und beantwortet auf hohem methodischem Niveau hochrelevante Fragestellungen, für die die S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom derzeit keine oder keine evidenzbasierten Empfehlungen geben kann. Die in dem Projekt etablierten Verfahren zur datenschutzkonformen Datenharmonisierung, -integration und KI-gestützten Analyse sollen für die breite Anwendung skalierbar sein und als Blaupause für eine Forschungsinfrastruktur für die Krebsforschung in Deutschland dienen.
Das Projekt befindet sich in der Veröffentlichungsphase.
September 2022 – August 2025
Johannes Soff
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
PD Dr. rer. medic. Christoph Kowalski
Abteilungsleiter