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Ausblick auf den Europäischen Krebskongress 2015

Kongress; Quelle: © gmg9130 - fotolia.com
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Bereits beim ASCO Annual Meeting 2015 in Chicago war das Thema Immuntherapie allgegenwärtig. Auch beim Europäischen Krebskongress (ECC) 2015 wird dieses Thema eine große Rolle spielen, ist sich Dr. Ignacio Melero (Universitätsklinikum Navarra, Spanien), Chair des Programmteils „Immunotherapy in Cancer“, sicher. Er und seine Kollegen geben einen Ausblick auf die wichtigsten Themen des ECC 2015.

Dr. Ignacio Melero zufolge „halten die meisten Onkologen und Hämatologen dieses Gebiet für einen Bereich, in dem große Fortschritte und eine bessere therapeutische Wirksamkeit – zumindest in den kommenden fünf Jahren – zu erwarten ist“. Obwohl die Immuntherapie noch in ihren Kinderschuhen stecke, seien die aktuellen Daten vielversprechend: „Bei manchen Patienten, bei denen es kaum mehr Hoffnung auf eine erfolgreiche Behandlung gab, sehen wir nun spektakuläre Ergebnisse.“ Bei anderen Patientengruppen wiederum sei eine Stabilisierung und eine Verbesserung der Prognose zu beobachten.

Top-Thema Immunonkologie

Der ECC widmet dem Thema Immunonkologie deshalb einen eigenen Programmteil. Darüber hinaus wird die Immuntherapie im Fokus vieler Sessions und Vorträge stehen. Auch Dr. Caroline Robert (Institute Gustave Roussy, Villejuif, Frankreich) wird in der Eröffnungs-Plenarsitzung am Samstag dieses Thema in den Mittelpunkt ihres Vortrags stellen (9.45 Uhr, Hall D1).

Wirksamkeit wird bei einer Vielzahl von Indikationen überprüft

Für den Lungenkrebs-Spezialisten PD Dr. Martin Reck, LungenClinic Großhansdorf, ist der ECC der wichtigste interdisziplinäre Krebskongress in Europa. Er erwartet, dass die wichtigsten Entwicklungen im Bereich der Thorax-Onkologie auch auf dem ESMO ihren Niederschlag finden: die wegweisenden Ergebnisse in der Immuntherapie beim Lungenkrebs, neue Möglichkeiten der zielgerichteten Therapien (v. a. im Resistenz-Management durch neue Tyrosinkinase-Inhibitoren), neue Biomarker sowie neue Medikamente wie Nivolumab, das gerade erst durch die EMA in Europa zugelassen wurde.

Wie Prof. Christoph Zielinski (Universitätsklinik für Innere Medizin, AKH Wien) erläutert, hätten sich Immuntherapien bereits bei manchen Indikationen als wirksam erwiesen. Dies sei beispielsweise bei dem Wirkstoff Ipilimumab (in der Behandlung des malignen Melanoms) der Fall, speziell aber bei den Anti-PD-1-Antikörpern Nivolumab (Melanom, NSCLC) und Pembrolizumab (Melanom). Bei einer Vielzahl weiterer Krebsarten werde die Wirksamkeit dieser Medikamente momentan überprüft – „entweder als Monotherapie oder in Kombination (z. B. Anti-PD1- plus Anti-CTLA-4-Antikörper)“, so Zielinski.

Weitere Themen: Personalisierte Medizin und Arzneimittelresistenzen

Genauso wichtig sind für Zielinski jedoch die Entwicklungen im Bereich personalisierte Medizin. Hier erwartet er beim ECC Ergebnisse, die die klinische Praxis verändern werden. Eine Vielzahl an Beiträgen werde sich beim ECC mit diesen Themen beschäftigen, aber auch mit Arzneimittelresistenzen, mit Studien zur Krankheitsstabilisation oder mit Biomarkern für bestimmte Behandlungsprozesse mit derzeit eingesetzten Substanzen.

(red)

 

Quellen:
Walsh, Michael: Immunotherapy: Can the hype deliver? http://www.europeancancercongress.org/Global/News/ECC-2015-News/2015/08/Immunotherapy-Can-the-hype-deliver

What’s hot in lung and breast cancer at ECC2015 http://www.europeancancercongress.org/Global/News/ECC-2015-News/2015/09/Whats-hot-in-lung-and-breast-cancer-at-ECC2015

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Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 09.09.2015

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Aktualisiert am: 17.08.2017 17:03