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Chemo-Strahlentherapie beim malignen Pleuramesotheliom machbar

Das maligne Pleuramesotheliom (MPM) weist eine ausgesprochen schlechte Prognose auf. Neben der Operation, Chemotherapie und Bestrahlung werden in fortgeschrittenen Stadien zunehmend multimodale Therapieansätze geprüft. Dazu zählt etwa eine intensitätsmodulierte Strahlentherapie nach Chemo (sequentielle Chemo-Strahlentherapie), die in einer retrospektiven Analyse eine  Überlebensverbesserung zeigte, die jedoch am ehesten durch eine unterschiedliche Patientenselektion bei der Therapiewahl bedingt war. Dennoch konnte diese Studie die Machbarkeit einer Strahlentherapie beim MPM zeigen.

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In einer Patientenkohorte mit 195 Patienten mit einem MPM im fortgeschrittenen Stadium mit unterschiedlichen histologischen Subtypen (108 epitheloid, 13 biphasisch, 21 fibrös, 52 unklassifizierte Tumoren) wurde retrospektiv analysiert, ob eine intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IM Tomotherapie) nach Standard-Chemotherapie (Platin-Pemetrexed) das Überleben gegenüber Chemotherapie oder keiner Behandlung (Kontrollgruppe) verbessert. Die IM Tomotherapie ist eine spezielle Bestrahlungstechnik, die PET-CT gestützt eine intensitätsmodulierte großflächige Bestrahlung mit geringen Nebenwirkungen ermöglicht. 

Die Chemo-Strahlentherapie (38 Patienten) verlängerte das Gesamtüberleben signifikant gegenüber keiner Behandlung (33 Patienten) und war der Chemotherapie überlegen, mit einer 2-Jahres-Überlebensrate von 61,2% gegenüber 43,8%. Die Chemo-Radiotherapie wurde bei einer insgesamt geringen Nebenwirkungsrate gut vertragen.      

Diese retrospektive Analyse bestätigt die Machbarkeit einer Strahlentherapie beim MPM. Allerdings ist anzunehmen, dass die sequentielle Chemo-Radiotherapie hauptsächlich nur bei sehr fitten Patienten durchgeführt wurde, weswegen diese auch das längste Überleben erreicht haben könnten. Eine prospektive Validierung dieser Ergebnisse ist anzustreben.

Quelle:

Kambartel K et al. Die Behandlung in einem Lungenkrebszentrum ist mit einem längeren Überleben assoziiert. Pneumologie 2015; 69 – P223.

(gem)

In Zusammenarbeit mit Dr. David Heigener, Großhansdorf

Letzte inhaltliche Aktualisierung: 23.04.2015

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Aktualisiert am: 25.07.2017 17:23