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Fünf Fragen für Frauen

Die Untersuchungen zur Früherkennung und die dazugehörigen Gespräche mit dem Arzt empfinden Frauen häufig als unangenehm, sind davon doch ihre intimsten Körperstellen betroffen. Deswegen auf die Möglichkeit zur Früherkennung zu verzichten, wäre allerdings eine schlechte Lösung. 

Wir haben für Sie fünf Fragen und mögliche Antworten formuliert. Sie können Ihnen helfen einzuschätzen, wie wichtig die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen für Sie sind.

1. Betrifft mich das Thema überhaupt?

Quelle: © Alena Ozerova - Fotolia.com

Brust
Ihr Brustkrebs-Risiko ist erhöht, wenn

  • Mutter oder Schwester(n) Brustkrebs hatten,
  • Sie schon früher an Brustkrebs erkrankt waren,
  • Sie älter als 50 Jahre sind,
  • Sie beim Abtasten eine besonders knotige Brustdrüsenveränderung feststellen,
  • in der Mammographie zahlreiche Mikroverkalkungen gefunden wurden.


Gebärmutterhals

Risiken für den Gebärmutterhalskrebs sind

  • Alter über 50 Jahre, Wechseljahre erst nach dem 55. Lebensjahr, ein Carcinoma in situ (Krebsvorstufe)
  • Geschlechtsverkehr bereits in sehr jungen Jahren und häufig wechselnde Sexualpartner
  • Infektionen mit Humanen Papillomviren (HPV)
  • eine geschwächte Immunabwehr
  • Kinderlosigkeit, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Übergewicht, Brust- oder Dickdarmkrebs

2. Was sollte ich tun?

Brust
Werden Sie im Frühstadium erkannt, sind viele Krebserkrankungen gut behandelbar. Es lohnt deshalb, die Brust regelmäßig auf Knoten und andere Veränderungen zu untersuchen. Am einfachsten ist diese Untersuchung in den ersten zehn Tagen nach der Regelblutung. Treten ungewöhnliche Veränderungen auf,  kann ein Arztbesuch Klärung bringen.


Gebärmutterhals
Durch Abtasten ist in diesem Fall keine Früherkennung möglich. Es lohnt jedoch, auf ungewöhnliche Veränderungen des Körpers zu achten und die regelmäßigen Untersuchungen beim Frauenarzt wahrzunehmen.

3. Soll ich wirklich zur Früherkennung gehen?

Brust
In der gesetzlichen Krankenkasse versicherte Frauen können ab dem 30. Lebensjahr einmal im Jahr eine Früherkennungsuntersuchung auf Brustkrebs von ihrem Gynäkologen durchführen lassen. Bei der Untersuchung tastet der Arzt die Brüste und die Achselhöhlen gründlich ab.


Gebärmutterhals
Wird Gebärmutterhalskrebs im Vor- oder Frühstadium erkannt, beträgt die Heilungsquote nahezu 100 Prozent. Die jährliche Früherkennungsuntersuchung beim Gynäkologen gilt für gesetzlich versicherte Frauen ab dem 20. Lebensjahr. Der Arzt führt eine Tastuntersuchung durch und nimmt einen Zellabstrich. Unter dem Mikroskop lassen sich Veränderungen erkennen.

4. Welche Alarmsignale sendet mein Körper?

Brust

  • Unterscheiden sich die beiden Brüste ungewöhnlich voneinander? Hat sich die Größe einer Brust merklich verändert? Folgen bei Brüste, wenn Sie die Arme heben? Befinden sich beide Brustwarzen auf gleicher Höhe?
  • Wenn Sie auf dem Rücken liegen: Können Sie knotige Strukturen ertasten? Auch das Gewebe zwischen Brust und Achselhöhle sollte erfühlt werden.
  • Sitzend/stehend: Lässt sich aus den Brustwarzen eine Absonderung herausdrücken? Ist eine Brustwarze auffallend eingezogen?

 

Gebärmutterhals

  • Blutungen, blutiger oder fleischfarbener Ausfluss außerhalb der Monatsregel
  • Kontaktblutungen nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schleimhautabsonderungen und unangenehme Gerüche aus der Scheide (Fluor)
  • Zwischenblutungen, vor und nach der Regelblutung auftretende Schmierblutungen (bei Frauen über dem 35. Lebensjahr)
  • Blutungen nach den Wechseljahren
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Unerklärliche Gewichtsabnahme    

5. Mit wem kann ich reden?

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich am besten an den Arzt oder die Ärztin Ihres Vertrauens. Veränderungen können auch eine harmlose Ursache haben. Ein Arztbesuch sollte keinesfalls hinausgeschoben werden, weil eine Beobachtung nicht für wichtig gehalten wird oder weil Angst vor der möglichen Diagnose besteht: Eine Krebserkrankung hat umso bessere Heilungsaussichten, je früher sie erkannt und behandelt wird.

 

(red)



Quellen:
N. Becker, L. v. Karsa: Sekundäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 307-339

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 10.09.2014

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18