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Mangelernährung als Nebenwirkung einer Krebstherapie

Quelle: © Guenter Menzl - Fotolia.com

Eine Mangelernährung kann in mehrfacher Hinsicht entstehen:

  • ungewollter, krankheitsbedingter Gewichtsverlust
  • Eiweißmangel
  • Mangel an bestimmten Nährstoffen, z. B. Vitaminen


Bei Krebspatienten kommt es besonders oft zu Mangelernährung, schätzungsweise 30 bis 80 Prozent von ihnen sind betroffen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Appetitlosigkeit, Geschmacksveränderungen, Mundtrockenheit, schmerzhafte Mundschleimhautentzündungen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sind Nebenwirkungen der Therapien und führen dazu, dass die Betroffenen weniger essen mögen. Bei Tumoren im Kopf-Halsbereich kommt es oft – entweder durch den Tumor selbst oder infolge der Behandlung – zu Schluckbeschwerden, Tumoren im Magen-Darmbereich führen zu Resorptionsstörungen, und auch der Tumor selbst kann, indem er chronische Entzündungen verursacht und den Stoffwechsel anregt, Auszehrung (Kachexie) bedingen.

Magelernährung hat weitreichende Konsequenzen
Egal, welche Ursache – Mangelernährung hat weitreichende Konsequenzen: Körpereiweiß geht verloren, Muskeln werden abgebaut (Sarkopenie), der Stoffwechsel verändert sich. Durch eine Schwächung des Immunsystems kommt es zu Infektionen mit weiteren Erkrankungen, z. B. Lungenentzündung. Die Krebstherapie wird dadurch erschwert, Nebenwirkungen können stärker werden, nach der Operation treten Wundheilungsstörungen auf. Nicht zuletzt leidet auch die Lebensqualität der Patienten.

Tab.: Mögliche Auswirkungen einer tumorbedingten Mangelernährung auf den Körper

Immunsystem

erhöhte Infektanfälligkeit

Muskel- und Skelettsystem

Verlust an Muskelmasse, Müdigkeit, schnelle körperliche Erschöpfung, Schwäche

Haut

Haarausfall, trockene und schuppige Haut, gestörte Wundheilung

Blut

reduzierte Funktionstüchtigkeit der roten Blutkörperchen

Herz und Atmung

Verschlechterung der Herzleistung, gestörter Herzrhythmus, Bluthochdruck, Schwäche der Atemmuskulatur

Körpergewicht

Ungewollter Gewichtsverlust

Nervensystem

Angst, Depression, Teilnahmslosigkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit

 

Darüber hinaus ist Tumorkachexie mit einer geringeren Überlebenswahrscheinlichkeit und geringeren krankheitsfreien Zeiten verbunden. Es gilt deshalb Mangelernährung und Kachexie rechtzeitig zu bemerken und dagegen zu wirken. Nach der Sepsis ist die Kachexie die zweithäufigste Todesursache bei Krebspatienten.

Mangelernährung selbst erkennen
Die einfachste, aber auch wichtigste Maßnahme zur Gewichtskontrolle ist der regelmäßige Gang auf die Waage. Damit kann auch zu Hause die Gewichtsentwicklung beobachtet werden. Ein Gewichtsverlust von fünf Prozent innerhalb von sechs Monaten (bei Personen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von < 20 zwei Prozent) deutet auf eine Mangelernährung oder sogar Kachexie hin.

 

(red)



Quellen:
Arends, J: Kachexie. FORUM 2014, 29(5):392-399
–Faber, G. et al.: Krebs und Ernährung. Der Onkologe 2011, 17(10):906-912

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 06.01.2015

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Aktualisiert am: 22.08.2017 16:14


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Mangelernährung als Nebenwirkung einer Krebstherapie Quelle: © Guenter Menzl - Fotolia.com Eine Mangelernährung kann in mehrfacher Hinsicht entstehen: ungewollter, krankheitsbedingter Gewichtsverlust Eiweißmangel Mangel an bestimmten Nährstoffen, z. B. Vitaminen Bei Krebspatienten kommt es besonders oft zu Mangelernährung, schätzungsweise 30 bis 80 Prozent von ihnen sind betroffen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Appetitlosigkeit, Geschmacksveränderungen, Mundtrockenheit, schmerzhafte Mundschleimhautentzündungen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sind Nebenwirkungen der Therapien und führen dazu, dass die Betroffenen weniger essen mögen. Bei Tumoren im Kopf-Halsbereich kommt es oft – entweder durch den Tumor selbst oder infolge der Behandlung – zu Schluckbeschwerden, Tumoren im Magen-Darmbereich führen zu Resorptionsstörungen, und auch der Tumor selbst kann, indem er chronische Entzündungen verursacht und den Stoffwechsel anregt, Auszehrung (Kachexie) bedingen. Magelernährung hat weitreichende Konsequenzen Egal, welche Ursache – Mangelernährung hat weitreichende Konsequenzen: Körpereiweiß geht verloren, Muskeln werden abgebaut (Sarkopenie), der Stoffwechsel verändert sich. Durch eine Schwächung des Immunsystems kommt es zu Infektionen mit weiteren Erkrankungen, z. B. Lungenentzündung. Die Krebstherapie wird dadurch erschwert, Nebenwirkungen können stärker werden, nach der Operation treten Wundheilungsstörungen auf. Nicht zuletzt leidet auch die Lebensqualität der Patienten. Tab.: Mögliche Auswirkungen einer tumorbedingten Mangelernährung auf den Körper Immunsystem erhöhte Infektanfälligkeit Muskel- und Skelettsystem Verlust an Muskelmasse, Müdigkeit, schnelle körperliche Erschöpfung, Schwäche Haut Haarausfall, trockene und schuppige Haut, gestörte Wundheilung Blut reduzierte Funktionstüchtigkeit der roten Blutkörperchen Herz und Atmung Verschlechterung der Herzleistung, gestörter Herzrhythmus, Bluthochdruck, Schwäche der Atemmuskulatur Körpergewicht Ungewollter Gewichtsverlust Nervensystem Angst, Depression, Teilnahmslosigkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit Darüber hinaus ist Tumorkachexie mit einer geringeren Überlebenswahrscheinlichkeit und geringeren krankheitsfreien Zeiten verbunden. Es gilt deshalb Mangelernährung und Kachexie rechtzeitig zu bemerken und dagegen zu wirken. Nach der Sepsis ist die Kachexie die zweithäufigste Todesursache bei Krebspatienten. Mangelernährung selbst erkennen Die einfachste, aber auch wichtigste Maßnahme zur Gewichtskontrolle ist der regelmäßige Gang auf die Waage. Damit kann auch zu Hause die Gewichtsentwicklung beobachtet werden. Ein Gewichtsverlust von fünf Prozent innerhalb von sechs Monaten (bei Personen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von < 20 zwei Prozent) deutet auf eine Mangelernährung oder sogar Kachexie hin. (red) Quellen: Arends, J: Kachexie. FORUM 2014, 29(5):392-399 –Faber, G. et al.: Krebs und Ernährung. Der Onkologe 2011, 17(10):906-912 Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 06.01.2015 Mehr zum Thema Supportivtherapie: Themen: Chemotherapie Supportivtherapie Leben mit Krebs Aktualisiert am: 22.08.2017 16:14 Twitter Facebook Beratung Sarkome Zielgerichtete Therapien bei GIST PD Dr. Peter Reichardt berichtet im Interview über die Entwicklung zielgerichteter Therapien bei der Behandlung von GIST. 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