Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Der Einfluss der verschiedenen Krebstherapien auf die Fruchtbarkeit

Quelle: © Gina Sanders - Fotolia.com

Operationen an den weiblichen Geschlechtsorganen wegen Gebärmutter-, Gebärmutterhals- oder Eierstockkrebs können die Fortpflanzungsfähigkeit der Frau beeinträchtigen und im schlimmsten Fall auch dazu führen, dass eine Schwangerschaft nicht mehr eintreten kann. Dies hängt von der Krebserkrankung und dem erforderlichen Umfang des jeweiligen Eingriffs ab:

  • Bei Gebärmutterkrebs muss in der Regel die gesamte Gebärmutter entfernt werden. Damit ist es für eine Frau nicht mehr möglich, schwanger zu werden.
  • Befindet sich der Tumor bei Gebärmutterhalskrebs noch im Vor- oder Frühstadium, kann bei Kinderwunsch möglicherweise organerhaltend operiert werden, d.h. der Gebärmutterhals wird kegelförmig ausgeschnitten (sog. Konisation), oder es wird nur der erkrankte Teil entfernt. Bei fortgeschrittenen Tumorstadien ist meist eine komplette Entfernung der Gebärmutter erforderlich, so dass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist.
  • Bei Eierstockkrebs ist es fast immer erforderlich beide Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter und Bauch-Lymphknoten zu entfernen. Nur wenn der Krebs auf einen Eierstock begrenzt ist, kann fertilitätserhaltend operiert werden, d.h. in diesem Fall, dass nur der erkrankte Eierstock entfernt wird. Gebärmutter und der nichtbefallene Eierstock können belassen werden. Die Regelblutung bleibt bei diesen Frauen erhalten, eine Schwangerschaft ist möglich.
  • Beim Hodenkrebs des Mannes ist meist nur ein Hoden erkrankt, der entfernt werden muss. Wenn der andere Hoden gesund und fertil ist, ist die Zeugungsfähigkeit meist nicht beeinträchtigt. Sind jedoch beide Hoden von der Krebserkrankung betroffen, müssen auch beide entfernt werden. Auf natürlichem Wege ist es dann nicht mehr möglich, Kinder zu zeugen.

 

Auch Operationen im Bauch- und Beckenraum, die nicht unmittelbar die weiblichen oder männlichen Fortpflanzungsorgane betreffen, können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Bei der Frau können Narbenbildungen und Verwachsungen das Eintreten einer Schwangerschaft verhindern sowie zu Früh- oder Fehlgeburten führen. Beim Mann können durch versehentliche intraoperative Verletzungen von Nerven Erektionsstörungen oder Probleme beim Samenerguss auftreten.

Chemotherapie

Quelle: © ineula - Fotolia.com

Die bei einer Chemotherapie eingesetzten Medikamente, die Zytostatika, greifen alle mehr oder weniger direkt in die Zellteilung ein. Da die Zytostatika nicht zwischen gesunden und kranken Zellen unterscheiden, werden nicht nur die Krebszellen vernichtet, sondern auch intakte Zellen, d.h. auch Hoden und Eierstöcke können betroffen sein. Dabei sind die Medikamente unterschiedlich fertilitätsschädigend. So hat beispielsweise Cyclophosphamid einen besonders großen ei- und samenzellschädigenden Effekt. Neben der Substanz ist auch die Dosis für die Auswirkung auf die Fruchtbarkeit entscheidend und bei der Frau das Alter: Je älter eine Frau ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie durch die Behandlung unfruchtbar wird.

Strahlentherapie

Bestrahlung wirkt nur dort, wo sie in entsprechender Dosierung hinkommt und zerstört dort die Zellen. Ihr Einsatz erfolgt also gezielt, trotzdem kann umgebendes gesundes Gewebe geschädigt werden, d.h. bei Bestrahlung des Becken- oder Bauchraums auch die Eierstöcke oder Hoden. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen können die besonders strahlenempfindlichen Ei- und Samenzellen nicht immer geschützt werden, so dass es zur Unfruchtbarkeit kommen kann.
Vom Gehirn werden wichtige Hormone ausgeschüttet, die die Fruchtbarkeit beeinflussen. Eine Bestrahlung des Hirnschädels kann diese hormonellen Kreise empfindlich stören und damit ebenfalls zur Unfruchtbarkeit führen.

Hormontherapie

Bei der Behandlung von Brustkrebs und Prostatakrebs spielen Hormonbehandlungen eine große Rolle, da die Tumoren häufig hormonabhängig wachsen. Eingesetzt werden daher in der Regel Antihormone, um das Wachstum zu bremsen. Während einer Hormontherapie ist es in der Regel nicht möglich, schwanger zu werden. Danach kann sich bei Frauen in Abhängigkeit vom Alter die Funktionsfähigkeit der Eierstöcke wieder erholen. Männer erhalten eine Hormontherapie meist bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom, eine Unterbrechung der Behandlung sollte daher nur in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.


(lb)

Quellen:
[1] Deutsche Krebshilfe e.V. (hrsg.): Kinderwunsch und Krebs. Die blauen Ratgeber 49, 2007.
[2] http://www.krebsinformationsdienst.de
[3] http://www.fertiprotekt.de

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 30.03.2015

Mehr zum Thema Kinderwunsch und Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 22.08.2017 16:14


Fatal error: Uncaught exception Exception with message Query error: Duplicate entry 'https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-infor' for key 'url' (INSERT INTO tl_search (tstamp, url, title, protected, filesize, groups, pid, language, text, checksum) VALUES (1503474713, 'https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/leben-mit-krebs/kinderwunsch-und-krebs/erhalt-der-fruchtbarkeit/articles/onko-internetportal-basis-informationen-krebs-leben-mit-krebs-kinderwunsch-und-krebs-erhalt-der-fruchtbarkeit.html', 'Einfluss der Krebstherapie auf die Familienplanung', '', '72.44', 0, '1240', 'de', 'Einfluss der Krebstherapie auf die Familienplanung Welche Auswirkungen haben Krebsbehandlungen, wie Operation, Strahlen- oder Chemotherapie, auf die Fruchtbarkeit? Hier erhalten Sie Informationen. deutsch englisch Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags. Der Einfluss der verschiedenen Krebstherapien auf die Fruchtbarkeit Quelle: © Gina Sanders - Fotolia.com Operationen an den weiblichen Geschlechtsorganen wegen Gebärmutter-, Gebärmutterhals- oder Eierstockkrebs können die Fortpflanzungsfähigkeit der Frau beeinträchtigen und im schlimmsten Fall auch dazu führen, dass eine Schwangerschaft nicht mehr eintreten kann. Dies hängt von der Krebserkrankung und dem erforderlichen Umfang des jeweiligen Eingriffs ab: Bei Gebärmutterkrebs muss in der Regel die gesamte Gebärmutter entfernt werden. Damit ist es für eine Frau nicht mehr möglich, schwanger zu werden. Befindet sich der Tumor bei Gebärmutterhalskrebs noch im Vor- oder Frühstadium, kann bei Kinderwunsch möglicherweise organerhaltend operiert werden, d.h. der Gebärmutterhals wird kegelförmig ausgeschnitten (sog. Konisation), oder es wird nur der erkrankte Teil entfernt. Bei fortgeschrittenen Tumorstadien ist meist eine komplette Entfernung der Gebärmutter erforderlich, so dass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist. Bei Eierstockkrebs ist es fast immer erforderlich beide Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter und Bauch-Lymphknoten zu entfernen. Nur wenn der Krebs auf einen Eierstock begrenzt ist, kann fertilitätserhaltend operiert werden, d.h. in diesem Fall, dass nur der erkrankte Eierstock entfernt wird. Gebärmutter und der nichtbefallene Eierstock können belassen werden. Die Regelblutung bleibt bei diesen Frauen erhalten, eine Schwangerschaft ist möglich. Beim Hodenkrebs des Mannes ist meist nur ein Hoden erkrankt, der entfernt werden muss. Wenn der andere Hoden gesund und fertil ist, ist die Zeugungsfähigkeit meist nicht beeinträchtigt. Sind jedoch beide Hoden von der Krebserkrankung betroffen, müssen auch beide entfernt werden. Auf natürlichem Wege ist es dann nicht mehr möglich, Kinder zu zeugen. Auch Operationen im Bauch- und Beckenraum, die nicht unmittelbar die weiblichen oder männlichen Fortpflanzungsorgane betreffen, können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Bei der Frau können Narbenbildungen und Verwachsungen das Eintreten einer Schwangerschaft verhindern sowie zu Früh- oder Fehlgeburten führen. Beim Mann können durch versehentliche intraoperative Verletzungen von Nerven Erektionsstörungen oder Probleme beim Samenerguss auftreten. Chemotherapie Quelle: © ineula - Fotolia.com Die bei einer Chemotherapie eingesetzten Medikamente, die Zytostatika, greifen alle mehr oder weniger direkt in die Zellteilung ein. Da die Zytostatika nicht zwischen gesunden und kranken Zellen unterscheiden, werden nicht nur die Krebszellen vernichtet, sondern auch intakte Zellen, d.h. auch Hoden und Eierstöcke können betroffen sein. Dabei sind die Medikamente unterschiedlich fertilitätsschädigend. So hat beispielsweise Cyclophosphamid einen besonders großen ei- und samenzellschädigenden Effekt. Neben der Substanz ist auch die Dosis für die Auswirkung auf die Fruchtbarkeit entscheidend und bei der Frau das Alter: Je älter eine Frau ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie durch die Behandlung unfruchtbar wird. Strahlentherapie Bestrahlung wirkt nur dort, wo sie in entsprechender Dosierung hinkommt und zerstört dort die Zellen. Ihr Einsatz erfolgt also gezielt, trotzdem kann umgebendes gesundes Gewebe geschädigt werden, d.h. bei Bestrahlung des Becken- oder Bauchraums auch die Eierstöcke oder Hoden. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen können die besonders strahlenempfindlichen Ei- und Samenzellen nicht immer geschützt werden, so dass es zur Unfruchtbarkeit kommen kann. Vom Gehirn werden wichtige Hormone ausgeschüttet, die die Fruchtbarkeit beeinflussen. Eine Bestrahlung des Hirnschädels kann diese hormonellen Kreise empfindlich stören und damit ebenfalls zur Unfruchtbarkeit führen. Hormontherapie Bei der Behandlung von Brustkrebs und Prostatakrebs spielen Hormonbehandlungen eine große Rolle, da die Tumoren häufig hormonabhängig wachsen. Eingesetzt werden daher in der Regel Antihormone, um das Wachstum zu bremsen. Während einer Hormontherapie ist es in der Regel nicht möglich, schwanger zu werden. Danach kann sich bei Frauen in Abhängigkeit vom Alter die Funktionsfähigkeit der Eierstöcke wieder erholen. Männer erhalten eine Hormontherapie meist bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom, eine Unterbrechung der Behandlung sollte daher nur in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. (lb) Quellen: [1] Deutsche Krebshilfe e.V. (hrsg.): Kinderwunsch und Krebs. Die blauen Ratgeber 49, 2007. [2] http://www.krebsinformationsdienst.de [3] http://www.fertiprotekt.de Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 30.03.2015 Mehr zum Thema Kinderwunsch und Krebs: Quelle: © Nelos - fotolia.com Kinderwunsch und Krebs Krebstherapien können die Fruchtbarkeit einschränken. Daher ist es sehr wichtig, vor der Behandlung fertilitätserhaltende Maßnahmen zu ergreifen. Wir informieren darüber, welchen Einfluss die Krebstherapie auf die Familienplanung haben kann und was Sie beachten müssen. Weiterlesen Kinderwunsch und Krebs Themen: Quelle: © Brebca - fotolia.com Kinderwunsch und Krebs: Die wichtigen Fakten Möchte ich eine Familie gründen oder noch weitere Kinder haben? Mit dieser Frage werden jüngere Krebspatienten häufig unmittelbar nach der Diagnose konfrontiert. Denn die Behandlung, die Ihnen hilft, den Krebs zu besiegen, kann zugleich ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Auch wenn die Zeit drängt, ist es daher wichtig, sich bereits vor Therapiebeginn mit dem Thema zu beschäftigen. Weiterlesen Kinderwunsch und Krebs: Die wichtigen Fakten Themen: Leben mit Krebs Themen: Leben mit Krebs Aktualisiert am: 22.08.2017 16:14 Twitter Facebook Beratung Sarkome Zielgerichtete Therapien bei GIST PD Dr. Peter Reichardt berichtet im Interview über die Entwicklung zielgerichteter Therapien bei der Behandlung von GIST. Dabei betont er die Bedeutung der Mutationsanalyse sowie des Therapiemanagements für eine erfolgreiche Behandlung. Mit freundlicher Unterstützung der Pfizer Pharma GmbH. >> Weiterlesen Alle News anzeigen Lungenkrebs Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC Kürzlich wurde die Zulassung für Pembrolizumab auf die Erstlinientherapie von Patienten die mit einer PD-L1-Expression ≥ 50% im Tumor erweitert. Prof. Martin Reck (Grosshansdorf), der die Daten auf einem Symposium beim DGP-Kongress vorstellte, erläutert ihre klinische Bedeutung. Prof. Wilko Weichert (München) beleuchtete Aspekte der PD-L1-Testung. >> Weiterlesen Alle Termine anzeigen Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheits- informationen. Kontrollieren Sie dies hier. Kontakt | Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluss | Sitemap Krebstherapie, Chemotherapie, Strahlentherapie, Bestrahlung, Kinderwunsch, Familienplanung Onko Internetportal, , Den Artikel lesen: Kinderwunsch und Krebs, Visualisierung einer Familie © nelos - Fotolia.com, Den Artikel lesen: Kinderwunsch und Krebs: Die wichtigen Fakten, Mutter und Kind, Quelle: © brebca - fotolia.com, Beratung, Alle News anzeigen, Alle Termine anzeigen, afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2017/02: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Deutsche Krebsgesellschaft e.V. und sein/ihr Internet-Angebot: www.krebsgesellschaft.de, Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen, Kontakt zum Onko-Internetportal, Impressum des Onko-Internetportals, Datenschutz, Haftungsausschluss des Onko-Internetportals, Sitemap', 'a6aa5e4509fd790d85a63075b0ca1f0c')) thrown in system/modules/core/library/Contao/Database/Statement.php on line 295
#0 system/modules/core/library/Contao/Database/Statement.php(264): Contao\Database\Statement->query()
#1 system/modules/core/library/Contao/Search.php(218): Contao\Database\Statement->execute()
#2 system/modules/core/classes/FrontendTemplate.php(330): Contao\Search::indexPage(Array)
#3 system/modules/core/classes/FrontendTemplate.php(124): Contao\FrontendTemplate->addToSearchIndex()
#4 system/modules/core/pages/PageRegular.php(190): Contao\FrontendTemplate->output(true)
#5 system/modules/core/controllers/FrontendIndex.php(285): Contao\PageRegular->generate(Object(Contao\PageModel), true)
#6 index.php(20): Contao\FrontendIndex->run()
#7 {main}