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Die Begleitung Schwerkranker – gemeinsam bis ans Lebensende

Quelle: © Natalia Bratslavsky - fotolia.com

Vielen Menschen in unserem Kulturkreis macht der Gedanke an den Tod und vor allem an das Sterben große Angst. Zu ungewiss ist das, was in der letzten Lebensphase auf einen zukommt. Umso wichtiger ist in dieser Situation das Zusammenspiel von unterstützender Begleitung, professioneller Pflege und medizinischer Betreuung. Dies entlastet Patienten und Angehörige und schafft Raum für eine gemeinsame Gestaltung der verbleibenden Zeit.

Abschied im häuslichen Umfeld

Quelle: © Peter Maszlen - fotolia.com

Umfragen zufolge möchte ein Großteil der Menschen die letzten Wochen und Tage am liebsten in vertrauter Umgebung zu Hause verbringen. Dies ist prinzipiell auch bei einer Krebserkrankung möglich. Wichtig ist allerdings in jedem Fall, dass eine oder mehrere Personen maßgeblich Verantwortung übernehmen und zudem die räumlichen Voraussetzungen für die Begleitung eines schwerkranken Patienten geeignet sind. Bestimmte Maßnahmen allerdings, die das Leben künstlich verlängern, sind im häuslichen Umfeld nicht durchführbar. Dies sollte allen Beteiligten bewusst sein. Vor allem aber sollte der Rückzug in die gewohnte Umgebung vom Patienten selbstbestimmt gewünscht und nicht vordringlich ein Anliegen der Angehörigen sein.

Unterstützung durch ambulante Dienste

Quelle: © Gina Sanders - fotolia.com

Mit der häuslichen Begleitung und Betreuung eines schwerkranken Krebspatienten werden Angehörige nicht allein gelassen. Wichtig ist es, neben der Zusammenarbeit mit dem Hausarzt rechtzeitig auch Kontakt zu Klinikärzten und Sozialdiensten des Krankenhauses aufzunehmen. Bei der konkreten Umsetzung zu Hause helfen außerdem verschiedene mobile Dienste: Gespräche, Gesellschaft und Hilfe im Haushalt bieten die Mitarbeiter von ambulanten Hospizdiensten an. Stoßen die Möglichkeiten professioneller mobiler Pflegedienste an ihre Grenzen, weil z.B. auch medizinische Unterstützung benötigt wird, springt vielerorts ergänzend die so genannte Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) ein. Diese Teams aus Ärzten, Pflegenden und oft auch Sozialarbeitern haben rund um die Uhr Rufbereitschaft, was Patienten wie Angehörigen ein großes Maß an Sicherheit gibt. Im Rahmen von Hausbesuchen versuchen die Mitglieder dieser mobilen Teams, Situationen so weit wie möglich vor Ort zu stabilisieren. Eine Einweisung ins Krankenhaus kann auf diese Weise häufig vermieden oder hinausgezögert werden. Informationen über das regionale Angebot erhalten Interessierte bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Informationen zur Finanzierung mobiler Dienste gibt es unter anderem beim Deutschen Hospiz- und PalliativVerband.

Die Rolle der Palliativmedizin

Wenn durch Behandlungen keine Heilung der Krebserkrankung mehr möglich ist, zielen medizinische und pflegerische Maßnahmen auf die Linderung (Palliation) von Beschwerden ab. Der Begriff Palliation kommt aus dem Lateinischen, wo das Wort pallium für „Mantel“ steht. Gemeint ist die vorausschauende Verordnung von unterstützenden Medikamenten und Anwendungen. Heute können moderne palliative Maßnahmen Schmerz, Atemnot, Unwohlsein oder auch psychischen Verstimmungen rechtzeitig begegnen, sodass die verbleibende Zeit über weite Strecken von diesen Symptomen kaum überschattet wird. An vielen großen Kliniken übernehmen spezialisierte Ärzte oder ganze Palliativstationen die Aufgabe, Schwerkranken ein individuelles Paket aus Medikamenten und Maßnahmen zusammenzustellen. Dies ermöglicht häufig eine Rückkehr der Patienten ins häusliche Umfeld.

Was bedeutet Hospiz?

Quelle: © Gina Sanders - fotolia.com

Wenn die Voraussetzungen für eine häusliche Pflege nicht gegeben sind oder es der Zustand eines Patienten nicht zulässt, bieten stationäre Hospize die Möglichkeit einer Betreuung in wohnlicher Atmosphäre. Hospiz leitet sich ursprünglich von dem lateinischen Wort für „Herberge“ ab. Heute meint Hospiz aber zum einen ein Konzept der respektvollen, ganzheitlichen Sterbebegleitung und zum anderen Pflegeeinrichtungen für unheilbar Kranke. Zu den Grundsätzen des Hospiz-Gedankens zählen neben der absoluten Fokussierung auf die Wünsche des Kranken und der Angehörigen auch die Betreuung durch ein multiprofessionelles Team, die Einbeziehung ehrenamtlicher Helfer sowie grundsätzlich die Sorge um Schmerzfreiheit und Lebensqualität bis zuletzt.

Seit Mitte der 80er Jahre gibt es in Deutschland stationäre Hospize. Sie sind wie kleine Pflegeheime organisiert. Ärzte, Pfleger, Sozialhelfer, Seelsorger und Ehrenamtliche sind hier darauf bedacht, die Grundsätze des Hospizgedankens umzusetzen. Oftmals gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige, sogar ein Haustier darf in manchen Fällen mitgebracht werden. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um in ein Hospiz aufgenommen zu werden, regelt §39a SGB V. Für Patienten entstehen keine Kosten, Hospize finanzieren sich über die öffentlichen Kassen und Spendengelder. EinHospizverzeichnis im Internet hilft bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung.

 

(sm)

Quellen:
[1] Student JC. Zu Hause sterben – Hilfen für Betroffene und Angehörige. Deutsches Institut für Palliative Care Bad Krozingen 2009; 9. Aufl.
[2] Klie T. Die Patientenverfügung – Was Sie tun können, um richtig vorzusorgen. Verlag Herder Freiburg 2006; 9. Aufl.
[3] http://www.ag-sapv.de (Stand 24.10.2012)
[4] http://www.dgpalliativmedizin.de (Stand 24.10.2012)
[5] http://www.dhpv.de (Stand 24.10.2012)

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 10.09.2014

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35


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Die Begleitung Schwerkranker – gemeinsam bis ans Lebensende Quelle: © Natalia Bratslavsky - fotolia.com Vielen Menschen in unserem Kulturkreis macht der Gedanke an den Tod und vor allem an das Sterben große Angst. Zu ungewiss ist das, was in der letzten Lebensphase auf einen zukommt. Umso wichtiger ist in dieser Situation das Zusammenspiel von unterstützender Begleitung, professioneller Pflege und medizinischer Betreuung. Dies entlastet Patienten und Angehörige und schafft Raum für eine gemeinsame Gestaltung der verbleibenden Zeit. Abschied im häuslichen Umfeld Quelle: © Peter Maszlen - fotolia.com Umfragen zufolge möchte ein Großteil der Menschen die letzten Wochen und Tage am liebsten in vertrauter Umgebung zu Hause verbringen. Dies ist prinzipiell auch bei einer Krebserkrankung möglich. Wichtig ist allerdings in jedem Fall, dass eine oder mehrere Personen maßgeblich Verantwortung übernehmen und zudem die räumlichen Voraussetzungen für die Begleitung eines schwerkranken Patienten geeignet sind. Bestimmte Maßnahmen allerdings, die das Leben künstlich verlängern, sind im häuslichen Umfeld nicht durchführbar. Dies sollte allen Beteiligten bewusst sein. Vor allem aber sollte der Rückzug in die gewohnte Umgebung vom Patienten selbstbestimmt gewünscht und nicht vordringlich ein Anliegen der Angehörigen sein. Unterstützung durch ambulante Dienste Quelle: © Gina Sanders - fotolia.com Mit der häuslichen Begleitung und Betreuung eines schwerkranken Krebspatienten werden Angehörige nicht allein gelassen. Wichtig ist es, neben der Zusammenarbeit mit dem Hausarzt rechtzeitig auch Kontakt zu Klinikärzten und Sozialdiensten des Krankenhauses aufzunehmen. Bei der konkreten Umsetzung zu Hause helfen außerdem verschiedene mobile Dienste: Gespräche, Gesellschaft und Hilfe im Haushalt bieten die Mitarbeiter von ambulanten Hospizdiensten an. Stoßen die Möglichkeiten professioneller mobiler Pflegedienste an ihre Grenzen, weil z.B. auch medizinische Unterstützung benötigt wird, springt vielerorts ergänzend die so genannte Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) ein. Diese Teams aus Ärzten, Pflegenden und oft auch Sozialarbeitern haben rund um die Uhr Rufbereitschaft, was Patienten wie Angehörigen ein großes Maß an Sicherheit gibt. Im Rahmen von Hausbesuchen versuchen die Mitglieder dieser mobilen Teams, Situationen so weit wie möglich vor Ort zu stabilisieren. Eine Einweisung ins Krankenhaus kann auf diese Weise häufig vermieden oder hinausgezögert werden. Informationen über das regionale Angebot erhalten Interessierte bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Informationen zur Finanzierung mobiler Dienste gibt es unter anderem beim Deutschen Hospiz- und PalliativVerband. Die Rolle der Palliativmedizin Wenn durch Behandlungen keine Heilung der Krebserkrankung mehr möglich ist, zielen medizinische und pflegerische Maßnahmen auf die Linderung (Palliation) von Beschwerden ab. Der Begriff Palliation kommt aus dem Lateinischen, wo das Wort pallium für „Mantel“ steht. Gemeint ist die vorausschauende Verordnung von unterstützenden Medikamenten und Anwendungen. Heute können moderne palliative Maßnahmen Schmerz, Atemnot, Unwohlsein oder auch psychischen Verstimmungen rechtzeitig begegnen, sodass die verbleibende Zeit über weite Strecken von diesen Symptomen kaum überschattet wird. An vielen großen Kliniken übernehmen spezialisierte Ärzte oder ganze Palliativstationen die Aufgabe, Schwerkranken ein individuelles Paket aus Medikamenten und Maßnahmen zusammenzustellen. Dies ermöglicht häufig eine Rückkehr der Patienten ins häusliche Umfeld. Was bedeutet Hospiz? Quelle: © Gina Sanders - fotolia.com Wenn die Voraussetzungen für eine häusliche Pflege nicht gegeben sind oder es der Zustand eines Patienten nicht zulässt, bieten stationäre Hospize die Möglichkeit einer Betreuung in wohnlicher Atmosphäre. Hospiz leitet sich ursprünglich von dem lateinischen Wort für „Herberge“ ab. Heute meint Hospiz aber zum einen ein Konzept der respektvollen, ganzheitlichen Sterbebegleitung und zum anderen Pflegeeinrichtungen für unheilbar Kranke. Zu den Grundsätzen des Hospiz-Gedankens zählen neben der absoluten Fokussierung auf die Wünsche des Kranken und der Angehörigen auch die Betreuung durch ein multiprofessionelles Team, die Einbeziehung ehrenamtlicher Helfer sowie grundsätzlich die Sorge um Schmerzfreiheit und Lebensqualität bis zuletzt. Seit Mitte der 80er Jahre gibt es in Deutschland stationäre Hospize. Sie sind wie kleine Pflegeheime organisiert. Ärzte, Pfleger, Sozialhelfer, Seelsorger und Ehrenamtliche sind hier darauf bedacht, die Grundsätze des Hospizgedankens umzusetzen. Oftmals gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige, sogar ein Haustier darf in manchen Fällen mitgebracht werden. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um in ein Hospiz aufgenommen zu werden, regelt §39a SGB V. Für Patienten entstehen keine Kosten, Hospize finanzieren sich über die öffentlichen Kassen und Spendengelder. EinHospizverzeichnis im Internet hilft bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung. (sm) Quellen: [1] Student JC. Zu Hause sterben – Hilfen für Betroffene und Angehörige. Deutsches Institut für Palliative Care Bad Krozingen 2009; 9. Aufl. [2] Klie T. Die Patientenverfügung – Was Sie tun können, um richtig vorzusorgen. Verlag Herder Freiburg 2006; 9. Aufl. [3] http://www.ag-sapv.de (Stand 24.10.2012) [4] http://www.dgpalliativmedizin.de (Stand 24.10.2012) [5] http://www.dhpv.de (Stand 24.10.2012) Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 10.09.2014 Mehr zum Thema Angehörige und Freunde: Themen: Palliativtherapie Leben mit Krebs Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35 Twitter Facebook Beratung Nierenzellkarzinom Viel Bewegung in der Zweitlinie Prof. Doehn erörtert die aktuellen Empfehlungen zur Zweitlinientherapie des RCCs (Beitrag mit CME-Test). Mit Blick auf die Studiendaten vom ASCO-GU-Kongress 2017 ordnet er die zehn zur Verfügung stehenden Substanzen ein. Mit freundlicher Unterstützung der I-MED-Institute GmbH. >> Weiterlesen Alle News anzeigen Malignes Melanom Kombination Nivolumab + Ipilimumab zeigt eindrucksvolle Wirksamkeit Die Kombination der beiden Checkpoint-Inhibitoren Nivolumab und Ipilimumab war die erste zugelassene immunonkologische Kombinationstherapie beim Melanom. 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Kontakt | Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluss | Sitemap Sterbebegleitung, stationäres Hospiz, SAPV, ambulante Hospizdienste, Palliativmedizin, Angehörige Onko Internetportal, , Beratung, Alle News anzeigen, Alle Termine anzeigen, afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2017/02: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Deutsche Krebsgesellschaft e.V. und sein/ihr Internet-Angebot: www.krebsgesellschaft.de, Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen, Kontakt zum Onko-Internetportal, Impressum des Onko-Internetportals, Datenschutz, Haftungsausschluss des Onko-Internetportals, Sitemap', '91b713a5006f0f1d01f3667f45b68b21')) thrown in system/modules/core/library/Contao/Database/Statement.php on line 295
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#6 index.php(20): Contao\FrontendIndex->run()
#7 {main}