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Speiseröhrenkrebs, Ösophaguskarzinom - Anatomie und Funktion

Die Speiseröhre (Ösophagus) ist Teil des oberen Verdauungstraktes. Ihre Aufgabe ist es, die aufgenommene und im Mund angedaute Nahrung in den Magen zu befördern. Sie ist ein elastischer, muskulärer Schlauch von etwa 25 Zentimeter Länge. Der obere Teil der Speiseröhre liegt unmittelbar hinter der Luftröhre und vor der Wirbelsäule, in ihrem unteren Teil tritt sie durch das Zwerchfell und mündet direkt unterhalb in den Magen.

Die Speiseröhre besteht, ähnlich dem übrigen Verdauungstrakt, aus vier Gewebsschichten: einer inneren Schleimhaut, die der Nahrung eine glatte Passage ermöglicht; einer anschließenden stabilisierenden Bindegewebsschicht, einer Muskelschicht sowie einer äußeren schützenden Bindegewebsschicht.

Durch wellenartige Kontraktionen der Speiseröhrenmuskulatur wird der Speisebrei abwärts in Richtung Magen befördert. Am Eingang zum Magen befindet sich eine Art muskuläre Verschlussvorrichtung, die einen Rückfluss (Reflux) von Säure und Nahrung aus dem Magen in die Speiseröhre verhindert. Funktioniert dieser Verschluss nicht ausreichend, können Mageninhalt und damit auch aggressive Magensäure sowie Gallensäuren in die Speiseröhre gelangen und die empfindliche Schleimhaut angreifen. Die Betroffenen leiden unter Sodbrennen, einem brennenden Schmerz, der vom Oberbauch aus hinter dem Brustbein aufsteigt. Es kommt häufig vor – besonders z. B. bei hohem Magendruck – dass geringe Flüssigkeitsmengen in die Speiseröhre zurückfließen. Ein verstärkter oder ständiger Rückfluss kann jedoch zu Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut und letztlich zum Umbau der Schleimhaut vom Plattenepithel zum Drüsenepithel führen (sog. Barrett-Ösophagus). Wird das Sodbrennen zum chronischen Leiden, besteht die Gefahr, dass sich aufgrund der lang andauernden Entzündung Tumoren in der Schleimhaut ausbilden.

 

(yia/red)

Quellen:
[1] R. Hofheinz, S. Frick, J. Claßen: Ösophaguskarzinom, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 204-207
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012

Fachliche Beratung:
Prof. Dr. Michael Stahl
Klinik für intern. Onkologie und Hämatologie Kliniken Essen-Mitte

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 11.10.2013

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Aktualisiert am: 29.05.2017 16:54


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Speiseröhrenkrebs, Ösophaguskarzinom - Anatomie und Funktion Die Speiseröhre (Ösophagus) ist Teil des oberen Verdauungstraktes. Ihre Aufgabe ist es, die aufgenommene und im Mund angedaute Nahrung in den Magen zu befördern. Sie ist ein elastischer, muskulärer Schlauch von etwa 25 Zentimeter Länge. Der obere Teil der Speiseröhre liegt unmittelbar hinter der Luftröhre und vor der Wirbelsäule, in ihrem unteren Teil tritt sie durch das Zwerchfell und mündet direkt unterhalb in den Magen. Die Speiseröhre besteht, ähnlich dem übrigen Verdauungstrakt, aus vier Gewebsschichten: einer inneren Schleimhaut, die der Nahrung eine glatte Passage ermöglicht; einer anschließenden stabilisierenden Bindegewebsschicht, einer Muskelschicht sowie einer äußeren schützenden Bindegewebsschicht. Durch wellenartige Kontraktionen der Speiseröhrenmuskulatur wird der Speisebrei abwärts in Richtung Magen befördert. Am Eingang zum Magen befindet sich eine Art muskuläre Verschlussvorrichtung, die einen Rückfluss (Reflux) von Säure und Nahrung aus dem Magen in die Speiseröhre verhindert. Funktioniert dieser Verschluss nicht ausreichend, können Mageninhalt und damit auch aggressive Magensäure sowie Gallensäuren in die Speiseröhre gelangen und die empfindliche Schleimhaut angreifen. Die Betroffenen leiden unter Sodbrennen, einem brennenden Schmerz, der vom Oberbauch aus hinter dem Brustbein aufsteigt. Es kommt häufig vor – besonders z. B. bei hohem Magendruck – dass geringe Flüssigkeitsmengen in die Speiseröhre zurückfließen. Ein verstärkter oder ständiger Rückfluss kann jedoch zu Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut und letztlich zum Umbau der Schleimhaut vom Plattenepithel zum Drüsenepithel führen (sog. Barrett-Ösophagus). Wird das Sodbrennen zum chronischen Leiden, besteht die Gefahr, dass sich aufgrund der lang andauernden Entzündung Tumoren in der Schleimhaut ausbilden. (yia/red) Quellen: [1] R. Hofheinz, S. Frick, J. Claßen: Ösophaguskarzinom, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 204-207 [2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006 [3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012 Fachliche Beratung: Prof. Dr. Michael Stahl Klinik für intern. Onkologie und Hämatologie Kliniken Essen-Mitte Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 11.10.2013 Weitere Basisinformationen zum Speiseröhrenkrebs: Nachrichten zum Thema Lokal fortgeschrittenen Speiseröhrenkrebs operieren Eine Operation nach Chemo-Strahlentherapie kann die Überlebensaussichten erheblich verbessern. 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