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Ursachen und Risikofaktoren

Komplexes Geschehen: Seltener erblich bedingt

Die Entstehung von Darmkrebs ist ein komplexes Geschehen, an dem mehrere Faktoren beteiligt sind. In sieben von zehn Fällen handelt es sich um sporadisch auftretende Tumoren, ein Viertel der Erkrankten hat eine familiäre Belastung, d.h. Darmkrebs in der Familie, ohne dass eine klare Ursache für eine Vererbung nachweisbar wäre, und bei lediglich fünf Prozent handelt es sich um eine genetisch, also erblich bedingte („hereditäre“) Form von Darmkrebs, wie die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) oder das hereditäre nicht-polypöse Kolorektalkarzinom (HNPCC, Lynch-Syndrom). Das durchschnittliche Risiko, irgendwann im Leben an Darmkrebs zu erkranken, liegt in der deutschen Bevölkerung ohne familiäre oder genetische Belastung bei ca. sechs Prozent. Sind Verwandte ersten Grades an Darmkrebs oder einem gutartigen Adenom des Dickdarms erkrankt, ist dieses Risiko beträchtlich höher. Bei Menschen mit bestimmten genetischen Veränderungen, z.B. bei der familiären adenomatösen Polyposis, steigt das Lebenszeitrisiko für Darmkrebs auf mehr als 90 Prozent.

Sporadische Tumoren: Adenome als Ausgangspunkt

Sporadisch auftretender Darmkrebs entsteht in den meisten Fällen aus Schleimhautpolypen, sogenannten Adenomen. Diese zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut können sich im Laufe von manchmal vielen Jahren zu bösartigen Tumoren entwickeln und werden von Medizinern deshalb als die Vorstufen von Darmkrebs eingestuft. Dabei spielen molekulare Mechanismen sowie tumorbegünstigende und tumorhemmende Gene eine Rolle. Sie sorgen dafür, dass sich die gesunden Darmzellen zu bösartigen Zellen umwandeln. Die Adenome bei einer Darmspiegelung zu erkennen und sofort zu entfernen, kann ihre Umwandlung in Darmkrebs verhindern.

Die Entstehung von Adenomen und damit auch von Darmkrebs wird durch bestimmte, zumeist den Lebensstil betreffende Risikofaktoren begünstigt:

  • Ernährung: Regelmäßiger Verzehr großer Mengen roten Fleisches (z.B. Schwein, Rind) oder verarbeiteten Fleisches (z.B. Wurstwaren, Pökelfleisch), ballaststoffarme Ernährung mit wenig Obst und Gemüse
  • wenig körperliche Bewegung
  • Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) mit einem hohen Anteil an Bauchfett
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Höheres Lebensalter: Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt mit dem Lebensalter zu, weshalb dieses von Medizinern als eigenständiger Risikofaktor gewertet wird
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa
  • Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie)
  • Strahlentherapie im Becken

Erblich bedingter Darmkrebs

Personen mit sogenannter familiärer adenomatöser Polyposis (FAP) erkranken bereits in sehr jungen Jahren an unzähligen gutartigen Schleimhautpolypen im Dickdarm. Praktisch immer entwickelt sich daraus Darmkrebs und das ebenfalls in einem noch jungen Lebensalter. Beim erblichen Darmkrebs ohne Polyposis, dem hereditären (erblichen) nicht-polypösen Kolorektalkarzinom (HNPCC, Lynch-Syndrom), erkranken die Betroffenen mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent an Darmkrebs. 

 

(kvk)

 

Quellen
Eickhoff, A. et al.: Früherkennung des kolorektalen Karzinoms. Aktuelle Vorgehensweise: Koloskopie, Stuhltest, Radiologie. best practice onkologie 2009, 4:4-13

Gonzaleza, C.A. & Ribolib, E.: Diet and cancer prevention: Contributions from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) study. In: European Journal of Cancer 2010, 46(14):2555-2562

Halle, M. & Schoenberg, M. H.: Körperliche Aktivität in der Prävention und Therapie des kolorektalen Karzinoms. In: Deutsches Ärzteblatt 2009, 106(44):722-727

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Langversion 1.0, AWMF Registrierungsnummer: 021-007OL, http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Leitlinien.7.0.html (Stand: Juni 2013)

Leitlinie „Rektumkarzinom“. Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen. Hrsg. (DGHO) Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V.; Stand: September 2012

Lippert, H.: Lehrbuch Anatomie. 6 überarb. Auflage 2003, München: Urban & Fischer

Papachristofilou, A. & Wicki, A.: Epidemiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie. Dickdarmtumoren im Fokus. In/Fo/Onkologie 2012, 6:33-39

Porzner, M. & Seufferlein, T.: Neoadjuvante und adjuvante Therapie des Rektumkarzinoms. In: Der Gastroenterologe 2010, 5(5):404-411

Robert Koch-Institut und Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. 7. Ausgabe 2010, Berlin

Schneider, A.R.J. & Caspary, W.F.: Diagnostik kolorektaler Karzinome. Aktueller Stand. In: Der Radiologe 2003, 43(2):105-112

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 05.12.2013

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07


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Ursachen und Risikofaktoren Komplexes Geschehen: Seltener erblich bedingt Die Entstehung von Darmkrebs ist ein komplexes Geschehen, an dem mehrere Faktoren beteiligt sind. In sieben von zehn Fällen handelt es sich um sporadisch auftretende Tumoren, ein Viertel der Erkrankten hat eine familiäre Belastung, d.h. Darmkrebs in der Familie, ohne dass eine klare Ursache für eine Vererbung nachweisbar wäre, und bei lediglich fünf Prozent handelt es sich um eine genetisch, also erblich bedingte („hereditäre“) Form von Darmkrebs, wie die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) oder das hereditäre nicht-polypöse Kolorektalkarzinom (HNPCC, Lynch-Syndrom). Das durchschnittliche Risiko, irgendwann im Leben an Darmkrebs zu erkranken, liegt in der deutschen Bevölkerung ohne familiäre oder genetische Belastung bei ca. sechs Prozent. Sind Verwandte ersten Grades an Darmkrebs oder einem gutartigen Adenom des Dickdarms erkrankt, ist dieses Risiko beträchtlich höher. Bei Menschen mit bestimmten genetischen Veränderungen, z.B. bei der familiären adenomatösen Polyposis, steigt das Lebenszeitrisiko für Darmkrebs auf mehr als 90 Prozent. Sporadische Tumoren: Adenome als Ausgangspunkt Sporadisch auftretender Darmkrebs entsteht in den meisten Fällen aus Schleimhautpolypen, sogenannten Adenomen. Diese zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut können sich im Laufe von manchmal vielen Jahren zu bösartigen Tumoren entwickeln und werden von Medizinern deshalb als die Vorstufen von Darmkrebs eingestuft. Dabei spielen molekulare Mechanismen sowie tumorbegünstigende und tumorhemmende Gene eine Rolle. Sie sorgen dafür, dass sich die gesunden Darmzellen zu bösartigen Zellen umwandeln. Die Adenome bei einer Darmspiegelung zu erkennen und sofort zu entfernen, kann ihre Umwandlung in Darmkrebs verhindern. Die Entstehung von Adenomen und damit auch von Darmkrebs wird durch bestimmte, zumeist den Lebensstil betreffende Risikofaktoren begünstigt: Ernährung: Regelmäßiger Verzehr großer Mengen roten Fleisches (z.B. Schwein, Rind) oder verarbeiteten Fleisches (z.B. Wurstwaren, Pökelfleisch), ballaststoffarme Ernährung mit wenig Obst und Gemüse wenig körperliche Bewegung Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) mit einem hohen Anteil an Bauchfett Hoher Alkoholkonsum Rauchen Höheres Lebensalter: Die Häufigkeit von Darmkrebs nimmt mit dem Lebensalter zu, weshalb dieses von Medizinern als eigenständiger Risikofaktor gewertet wird Diabetes mellitus Typ 2 chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie) Strahlentherapie im Becken Erblich bedingter Darmkrebs Personen mit sogenannter familiärer adenomatöser Polyposis (FAP) erkranken bereits in sehr jungen Jahren an unzähligen gutartigen Schleimhautpolypen im Dickdarm. Praktisch immer entwickelt sich daraus Darmkrebs und das ebenfalls in einem noch jungen Lebensalter. Beim erblichen Darmkrebs ohne Polyposis, dem hereditären (erblichen) nicht-polypösen Kolorektalkarzinom (HNPCC, Lynch-Syndrom), erkranken die Betroffenen mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent an Darmkrebs. (kvk) Quellen Eickhoff, A. et al.: Früherkennung des kolorektalen Karzinoms. Aktuelle Vorgehensweise: Koloskopie, Stuhltest, Radiologie. best practice onkologie 2009, 4:4-13 Gonzaleza, C.A. & Ribolib, E.: Diet and cancer prevention: Contributions from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) study. In: European Journal of Cancer 2010, 46(14):2555-2562 Halle, M. & Schoenberg, M. H.: Körperliche Aktivität in der Prävention und Therapie des kolorektalen Karzinoms. In: Deutsches Ärzteblatt 2009, 106(44):722-727 Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Langversion 1.0, AWMF Registrierungsnummer: 021-007OL, http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Leitlinien.7.0.html (Stand: Juni 2013) Leitlinie „Rektumkarzinom“. Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen. Hrsg. (DGHO) Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V.; Stand: September 2012 Lippert, H.: Lehrbuch Anatomie. 6 überarb. Auflage 2003, München: Urban & Fischer Papachristofilou, A. & Wicki, A.: Epidemiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie. Dickdarmtumoren im Fokus. In/Fo/Onkologie 2012, 6:33-39 Porzner, M. & Seufferlein, T.: Neoadjuvante und adjuvante Therapie des Rektumkarzinoms. In: Der Gastroenterologe 2010, 5(5):404-411 Robert Koch-Institut und Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. 7. Ausgabe 2010, Berlin Schneider, A.R.J. & Caspary, W.F.: Diagnostik kolorektaler Karzinome. Aktueller Stand. In: Der Radiologe 2003, 43(2):105-112 Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 05.12.2013 Weitere Informationen zum Thema Rektumkarzinom: Nachrichten zum Thema Rektumkarzinom Enddarmkrebs: Erneute Operation bei Rückfall Kehrt der Tumor nach Chemostrahlentherapie und Operation am Ursprungsort oder mit Metastasen zurück, kann eine zweite Operation vorteilhaft sein. Weiterlesen Enddarmkrebs: Erneute Operation bei Rückfall Themen: Darmkrebs Rektumkarzinom Bei Enddarmkrebs abwarten und beobachten Spricht Enddarmkrebs gut auf eine neoadjuvante Chemo-Strahlentherapie an, kann unter Umständen auf die Operation und einen künstlichen Darmausgang verzichtet werden. Voraussetzung sind engmaschige Kontrollen. 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#3 system/modules/core/classes/FrontendTemplate.php(124): Contao\FrontendTemplate->addToSearchIndex()
#4 system/modules/core/pages/PageRegular.php(190): Contao\FrontendTemplate->output(true)
#5 system/modules/core/controllers/FrontendIndex.php(285): Contao\PageRegular->generate(Object(Contao\PageModel), true)
#6 index.php(20): Contao\FrontendIndex->run()
#7 {main}