Früherkennung

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei der Vorsorge und Früherkennung von Kolorektalkarzinomen folgende Kosten:

  • ab dem 50. Lebensjahr: für eine Tastuntersuchung des Enddarms und einen Test auf verborgenes (okkultes) Blut im Stuhl pro Jahr
  • ab dem 55. Lebensjahr: für zwei kostenlose Darmspiegelungen (Koloskopien) im Abstand von mindestens zehn Jahren oder eine Tastuntersuchung des Enddarms und einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre.


Mithilfe der Darmspiegelung (Koloskopie) können sowohl die Vorstufen von Darmkrebs, die sogenannten Schleimhautpolypen oder Adenome, als auch Darmkrebs selbst erkannt werden. Adenome lassen sich unmittelbar bei der Darmspiegelung entfernen, sodass sich Krebs gar nicht erst entwickeln kann. Wird bei der Darmspiegelung Darmkrebs im Frühstadium erkannt, bestehen gute Chancen, dass die Krankheit durch eine Operation geheilt werden kann.

Vorsorge und Früherkennung bei erhöhtem Risiko
Wer ein aufgrund familiärer Vorbelastung, erblicher Veränderungen oder bestimmter Erkrankungen erhöhtes Risiko für Darmkrebs hat, sollte die Vorsorgeuntersuchungen häufiger in Anspruch nehmen.

Bei familiärem Risiko
Ist ein Verwandter ersten Grades (Eltern, Geschwister) an einem Adenom oder an Darmkrebs erkrankt, ohne dass eine klare Vererbungsursache nachweisbar wäre, wird die erste Darmspiegelung zehn Jahre vor dem Alter, in dem der Verwandte die Diagnose erhielt, empfohlen, spätestens aber im 50. Lebensjahr. Bei unauffälligem Befund sollte die Koloskopie spätestens nach zehn Jahren wiederholt werden.

Bei erblich bedingtem Risiko
Bei bestimmten Veränderungen im Erbgut liegt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, bei 80 bis nahezu 100 Prozent. Für die Betroffenen gelten deshalb spezielle Empfehlungen zur Vorsorge:

Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP)
Vom 10. Lebensjahr an sollten folgende Untersuchungen einmal pro Jahr durchgeführt werden:
- körperliche Untersuchung
- Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauches
- Spiegelung des Enddarms (Rektoskopie)
- Darmspiegelung (Koloskopie), wenn Adenome im Enddarm entdeckt worden sind.

Hereditäres nonpolypöses Kolonkarzinom (HNPCC, Lynch-Syndrom)
Ab dem 25. Lebensjahr, spätestens jedoch fünf Jahre vor dem niedrigsten Erkrankungsalter in der Familie wird empfohlen, einmal pro Jahr folgende Untersuchungen durchführen zu lassen:
- körperliche Untersuchung
- Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauches
- Darmspiegelung (Koloskopie)
- Urinkontrolle
- bei Frauen eine gynäkologische Untersuchung
- eventuell eine Magenspiegelung (Gastroskopie), wenn innerhalb der Familie ein Fall von Magenkrebs aufgetreten ist.

Bei bestimmten Erkrankungen
Typ-2-Diabetiker, die sich Insulin spritzen müssen, haben ein erhöhtes Risiko für Kolorektalkarzinome. Ihnen wird deshalb empfohlen, alle fünf Jahre eine Darmspiegelung durchführen zu lassen. Desweiteren haben Patienten mit Colitis ulcerosa, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Sie sollten, wenn die Colitis seit mindestens acht Jahren besteht und ausgedehnt ist, einmal pro Jahr zur Darmspiegelung gehen.

 

(kvk)

 

Quellen
Eickhoff, A. et al.: Früherkennung des kolorektalen Karzinoms. Aktuelle Vorgehensweise: Koloskopie, Stuhltest, Radiologie. best practice onkologie 2009, 4:4-13

Gonzaleza, C.A. & Ribolib, E.: Diet and cancer prevention: Contributions from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) study. In: European Journal of Cancer 2010, 46(14):2555-2562

Halle, M. & Schoenberg, M. H.: Körperliche Aktivität in der Prävention und Therapie des kolorektalen Karzinoms. In: Deutsches Ärzteblatt 2009, 106(44):722-727

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Langversion 1.0, AWMF Registrierungsnummer: 021-007OL, http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Leitlinien.7.0.html (Stand: Juni 2013)

Leitlinie „Rektumkarzinom“. Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen. Hrsg. (DGHO) Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V.; Stand: September 2012

Lippert, H.: Lehrbuch Anatomie. 6 überarb. Auflage 2003, München: Urban & Fischer

Papachristofilou, A. & Wicki, A.: Epidemiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie. Dickdarmtumoren im Fokus. In/Fo/Onkologie 2012, 6:33-39

Porzner, M. & Seufferlein, T.: Neoadjuvante und adjuvante Therapie des Rektumkarzinoms. In: Der Gastroenterologe 2010, 5(5):404-411

Robert Koch-Institut und Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. 7. Ausgabe 2010, Berlin

Schneider, A.R.J. & Caspary, W.F.: Diagnostik kolorektaler Karzinome. Aktueller Stand. In: Der Radiologe 2003, 43(2):105-112

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 05.12.2013

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Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19


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Lebensjahr: für eine Tastuntersuchung des Enddarms und einen Test auf verborgenes (okkultes) Blut im Stuhl pro Jahr ab dem 55. Lebensjahr: für zwei kostenlose Darmspiegelungen (Koloskopien) im Abstand von mindestens zehn Jahren oder eine Tastuntersuchung des Enddarms und einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre. Mithilfe der Darmspiegelung (Koloskopie) können sowohl die Vorstufen von Darmkrebs, die sogenannten Schleimhautpolypen oder Adenome, als auch Darmkrebs selbst erkannt werden. Adenome lassen sich unmittelbar bei der Darmspiegelung entfernen, sodass sich Krebs gar nicht erst entwickeln kann. Wird bei der Darmspiegelung Darmkrebs im Frühstadium erkannt, bestehen gute Chancen, dass die Krankheit durch eine Operation geheilt werden kann. Vorsorge und Früherkennung bei erhöhtem Risiko Wer ein aufgrund familiärer Vorbelastung, erblicher Veränderungen oder bestimmter Erkrankungen erhöhtes Risiko für Darmkrebs hat, sollte die Vorsorgeuntersuchungen häufiger in Anspruch nehmen. Bei familiärem Risiko Ist ein Verwandter ersten Grades (Eltern, Geschwister) an einem Adenom oder an Darmkrebs erkrankt, ohne dass eine klare Vererbungsursache nachweisbar wäre, wird die erste Darmspiegelung zehn Jahre vor dem Alter, in dem der Verwandte die Diagnose erhielt, empfohlen, spätestens aber im 50. Lebensjahr. Bei unauffälligem Befund sollte die Koloskopie spätestens nach zehn Jahren wiederholt werden. Bei erblich bedingtem Risiko Bei bestimmten Veränderungen im Erbgut liegt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, bei 80 bis nahezu 100 Prozent. Für die Betroffenen gelten deshalb spezielle Empfehlungen zur Vorsorge: Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) Vom 10. Lebensjahr an sollten folgende Untersuchungen einmal pro Jahr durchgeführt werden: - körperliche Untersuchung - Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauches - Spiegelung des Enddarms (Rektoskopie) - Darmspiegelung (Koloskopie), wenn Adenome im Enddarm entdeckt worden sind. Hereditäres nonpolypöses Kolonkarzinom (HNPCC, Lynch-Syndrom) Ab dem 25. Lebensjahr, spätestens jedoch fünf Jahre vor dem niedrigsten Erkrankungsalter in der Familie wird empfohlen, einmal pro Jahr folgende Untersuchungen durchführen zu lassen: - körperliche Untersuchung - Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauches - Darmspiegelung (Koloskopie) - Urinkontrolle - bei Frauen eine gynäkologische Untersuchung - eventuell eine Magenspiegelung (Gastroskopie), wenn innerhalb der Familie ein Fall von Magenkrebs aufgetreten ist. Bei bestimmten Erkrankungen Typ-2-Diabetiker, die sich Insulin spritzen müssen, haben ein erhöhtes Risiko für Kolorektalkarzinome. Ihnen wird deshalb empfohlen, alle fünf Jahre eine Darmspiegelung durchführen zu lassen. Desweiteren haben Patienten mit Colitis ulcerosa, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Sie sollten, wenn die Colitis seit mindestens acht Jahren besteht und ausgedehnt ist, einmal pro Jahr zur Darmspiegelung gehen. (kvk) Quellen Eickhoff, A. et al.: Früherkennung des kolorektalen Karzinoms. Aktuelle Vorgehensweise: Koloskopie, Stuhltest, Radiologie. best practice onkologie 2009, 4:4-13 Gonzaleza, C.A. & Ribolib, E.: Diet and cancer prevention: Contributions from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) study. In: European Journal of Cancer 2010, 46(14):2555-2562 Halle, M. & Schoenberg, M. H.: Körperliche Aktivität in der Prävention und Therapie des kolorektalen Karzinoms. In: Deutsches Ärzteblatt 2009, 106(44):722-727 Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Langversion 1.0, AWMF Registrierungsnummer: 021-007OL, http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Leitlinien.7.0.html (Stand: Juni 2013) Leitlinie „Rektumkarzinom“. Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen. Hrsg. (DGHO) Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V.; Stand: September 2012 Lippert, H.: Lehrbuch Anatomie. 6 überarb. Auflage 2003, München: Urban & Fischer Papachristofilou, A. & Wicki, A.: Epidemiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie. Dickdarmtumoren im Fokus. In/Fo/Onkologie 2012, 6:33-39 Porzner, M. & Seufferlein, T.: Neoadjuvante und adjuvante Therapie des Rektumkarzinoms. In: Der Gastroenterologe 2010, 5(5):404-411 Robert Koch-Institut und Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. 7. Ausgabe 2010, Berlin Schneider, A.R.J. & Caspary, W.F.: Diagnostik kolorektaler Karzinome. Aktueller Stand. In: Der Radiologe 2003, 43(2):105-112 Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 05.12.2013 Weitere Informationen zum Thema Rektumkarzinom: Themen: Rektumkarzinom Gastrointestinale Tumoren Krebsfrüherkennung Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19 Twitter Facebook Beratung Prostatakrebs Neue Option für die Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms Für Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom gibt es jetzt eine neue Therapieoption. Eine Initiative der Janssen-Cilag GmbH. >> Weiterlesen Alle News anzeigen Hautkrebs COLUMBUS-Studie: Encorafenib + Binimetinib beim metastasierten Melanom – ADO 2017 Im Gespräch stellen Prof. Reinhard Dummer (Zürich) und Prof. Ralf Gutzmer (Hannover) die Ergebnisse des 2. Teils der COLUMBUS-Studie zum Vergleich der Wirksamkeit und Verträglichkeit der Kombination aus dem BRAF-Inhibitor Encorafenib und dem MEK-Inhibitor Binimetinib versus der Encorafenib-Monotherapie beim metastasierten BRAF-positiven Melanom vor. Die beiden Experten analysieren dabei auch die Ergebnisse des 1. Teils und gehen auf die Verträglichkeit der Therapie ein. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Stellenwert der Monotherapie mit einem BRAF-Inhibitor im klinischen Alltag. >> Weiterlesen Alle Termine anzeigen Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheits- informationen. Kontrollieren Sie dies hier. 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#3 system/modules/core/classes/FrontendTemplate.php(124): Contao\FrontendTemplate->addToSearchIndex()
#4 system/modules/core/pages/PageRegular.php(190): Contao\FrontendTemplate->output(true)
#5 system/modules/core/controllers/FrontendIndex.php(285): Contao\PageRegular->generate(Object(Contao\PageModel), true)
#6 index.php(20): Contao\FrontendIndex->run()
#7 {main}