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Nierenkrebs - Früherkennung

Wer gehört zu einer Risikogruppe?

Tabletten, Quelle: © seen - fotolia.com
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Fachleute gehen davon aus, dass für das Auftreten eines Nierenkarzinoms verschiedene Faktoren gemeinsam verantwortlich sind. Als möglicher Risikofaktor für Nierenkrebs gilt aber das Rauchen. Auch erworbene Nierenzysten und die regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel scheinen die Entstehung eines Nierenkarzinoms zu fördern. Bei Frauen spielt vermutlich Übergewicht eine zusätzliche Rolle.

Eine chronische Niereninsuffizienz (Funktionsverlust der Nieren) und die selten vorkommende tuberöse Sklerose, eine vererbbare Erkrankung, erhöhen ebenfalls das Risiko eines Nierenkarzinoms. Außerdem besteht der Verdacht, dass Schadstoffe in der Umwelt (z.B. Kadmium aus Batterien) auf diesen Krebs Einfluss haben. Nachgewiesen ist die Nierenkrebs-auslösende Wirkung von Trichloraethylen, dass in der Metall-verarbeitenden Industrie zum Entfetten von Blechen angewendet wurde. In diesen Fällen wird der Nierenkrebs als Berufserkrankung anerkannt.

Familiärer Nierenkrebs

In etwa 4 von 100 Fällen wird Nierenkrebs durch eine vererbte Genveränderung (Mutation im Erbgut) verursacht. Erbkrankheiten, die mit einem erhöhten Nierenkrebsrisiko einhergehen sind: die von-Hippel-Lindau-Erkrankung, Hereditäre Leiomyomatose mit Nierenzellkrebs und Hereditäres papilläres Nierenzellkarzinom. Der Verdacht auf eine erbliche Veranlagung entsteht wenn Patienten jünger sind als 45 Jahre, Tumore in beiden Nieren auftreten, bereits Tumore in anderen Organen diagnostiziert wurden oder nahe Familienangehörige erkrankt sind. Für Patienten mit Hinweis auf erbliche Veranlagung empfiehlt sich eine genetische Beratung, die über Gentests und deren Aussagekraft über das Erkrankungsrisiko aufklären.

Warnzeichen

Nierenkarzinome bereiten zunächst kaum Beschwerden. Deshalb werden die meisten – man spricht von über 90 Prozent – zufällig, zum Beispiel bei einer Ultraschalluntersuchung aus anderen Gründen, gefunden.

Es gibt aber körperliche Veränderungen, die auf einen Nierenkrebs hinweisen können. Hierzu gehören Schmerzen in der Flanke und zum Rücken hin oder auch Blut im Urin. Selten sind Nierenkarzinome auch als Geschwulste tastbar. Ungewollter Gewichtsverlust, Blutarmut (Anämie) sowie anhaltendes oder öfter auftretendes, leichtes Fieber und Müdigkeit gelten ebenfalls als Warnzeichen. Bei Männern kann ein Nierentumor einen Krampfaderbruch am linken Hoden auslösen.

Was können Sie selbst tun?

Auch für diese Krebsart gilt: Je früher ein Nierenkarzinom erkannt wird, desto erfolgreicher kann die Behandlung sein. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass jemand, der die oben genannten Symptome an sich erkennt, ohne zu zögern einen Arzt aufsucht, auch wenn sich dort die Ursache der Beschwerden als vergleichsweise harmlos herausstellen sollte. Für Personen, die einer Risikogruppe angehören, kann ab dem 45. Lebensjahr eine jährliche Ultraschalluntersuchung der Nieren sinnvoll sein. Besprechen Sie diese Möglichkeit bitte mit Ihrem Arzt.

Was tut Ihr Arzt?

Besteht der Verdacht auf eine Nierenerkrankung, untersucht der Arzt den Patienten zunächst gründlich und analysiert sein Blut. Zwar gibt es keinen speziellen Tumormarker für Nierenkrebs, aber bestimmte Veränderungen im Blut können auf die Art der Erkrankung hinweisen, z.B. Veränderungen der Bluteiweiße, Erhöhung des Kalziumspiegels und Erhöhung bestimmter Enzyme (alkalische Phosphatase). Auch die Geschwindigkeit der Blutkörpersenkung kann einen Verdacht auslösen.

Die wichtigste Methode zur Diagnose eines Nierenkarzinoms ist die Ultraschalluntersuchung, denn erfahrene Ärzte können hiermit in über 90 Prozent der Fälle einen Tumor von einer gutartigen Zyste unterscheiden. Eine noch höhere Treffsicherheit erreicht die Computertomographie, die auch Aufschluss über die Ausdehnung einer Geschwulst und eventuell vorhandener Metastasen geben kann.

Kernspintomographie, Angiographie (Gefäßdarstellung mit Kontrastmittel) oder eine Punktion zur Gewebeentnahmekönnen in bestimmten Fällen sinnvoll sein.

 

(red)

Quellen:

[1] Ljungberg B, Bensalah K., Canfield St. et al.: EAU Guidelines on renal cell carcinoma (2015) Eur Urol 67,5:913-924 
[2] Miller K., Bergmann L., Doehn C. et al.: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms (2015) Akt Urol 46:151-157
[3] Leitlinien Programm Onkologie, Patientenleitlinie zur Behandlung des nicht metastasierten Nierenzellkarzinoms, August 2016

Fachliche Beratung: 
Prof. Dr. Claus Fischer
Urologische Klinik Krankenhaus Hohe Warte Bayreuth

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 11.04.2017

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18