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Das lymphatische System - Anatomie und Funktion

T-Zelle, Quelle: © fotoliaxrender - fotolia.com
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Das lymphatische System bezeichnet kein einzelnes Organ, sondern ist im ganzen Körper verteilt. Es steht im engen Zusammenhang mit dem körpereigenen Abwehrsystem (Immunsystem) und dem blutbildenden System im Knochenmark.

Als lymphatisches System wird die Gesamtheit aller Lymphbahnen und lymphatischen Organe bezeichnet, zu denen unter anderem die Lymphknoten, die Milz, das lymphatische Gewebe im Magen-Darm-Trakt (z.B. die Peyer-Plaques des Dünndarms) und im Rachen (Rachen-, Zungen- und Gaumenmandeln) sowie die Thymusdrüse gehören. Die Lymphknoten, kleine bohnenförmige Organe, befinden sich an zahlreichen Stellen des Körpers (z.B. in der Achselhöhle, in der Leiste, im Becken, im Nacken und im Bauchbereich). Sie dienen als Filterstationen für das Gewebswasser (Lymphe) einer Körperregion und produzieren und beherbergen Zellen, die Infektionen im Körper bekämpfen.

Die dominierenden Zellen des lymphatischen Systems sind die Lymphozyten, eine Gruppe weißer Blutkörperchen. Die Lymphozyten haben eine zentrale Aufgabe bei der Immunabwehr, denn sie können ganz gezielt Krankheitserreger erkennen und beseitigen. Lymphozyten können über Blut und Lymphbahnen den ganzen Körper durchwandern und tauschen untereinander und mit anderen Zellen Informationen aus.

Unterschieden werden zwei große Gruppen von Lymphozyten: B-Lymphozyten und T-Lymphozyten. Alle Lymphozyten entstehen im Knochenmark aus einer gemeinsamen Mutterzelle, der sogenannten Stammzelle. Während die B-Lymphozyten bereits im Knochenmark zu funktionstüchtigen Abwehrzellen heranreifen und erst danach ins Blut und in die lymphatischen Gewebe auswandern, erfolgt die Reifung der T-Lymphozyten in der Thymusdrüse.

B- und T-Lymphozyten erfüllen unterschiedliche Funktionen in der Immunabwehr. Eine wichtige Aufgabe der B-Lymphozyten besteht darin, Antikörper zu produzieren. Das sind kleine Eiweißmoleküle, die sich an Krankheitserreger anhängen und diese damit als "Feinde" für so genannte Fresszellen (Makrophagen) oder bestimmte T-Lymphozyten (Killerzellen) erkennbar machen.

Die "Killerzellen" unter den T-Lymphozyten erkennen und vernichten von Viren befallene Körperzellen und auch Krebszellen. Andere Gruppen von T-Lymphozyten organisieren den Einsatz der Abwehrzellen und aktivieren oder hemmen auf diese Weise das Immunsystem.

Die verschiedenen Gruppen von Lymphozyten wirken in ihren Abwehraufgaben zusammen und stehen über bestimmte Zellhormone, die Lymphokine, miteinander in Verbindung. Das lymphatische System ist ein äußerst komplexes Netzwerk von Zellen, Geweben und Regulationsmechanismen im Dienste der körpereigenen Immunabwehr. Die reifsten Zellen des lymphatischen Systems sind die Plasmazellen: Sie sondern Immunglobuline ab, Substanzen, die bei der Abwehr von Infektionen eine zentrale Rolle übernehmen.

 

(red)

Quellen:
[1] Martin Kortüm, Christoph Driessen, Hermann Einsele, Hartmut Goldschmidt, Eberhard Gunsilius, Nicolaus Kröger, Martin Kropff, Peter Liebisch, Heinz Ludwig, Ralph Naumann, Dietrich Peest, Christian Taverna, Bernhard Josef Wörmann, URL: https://www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/multiples-myelom, Stand September 2013
[2] M. Kortüm, H. Einsele, R. Naumann, D. Peest, P. Liebisch, H. Goldschmidt: Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS), URL: https://www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/monoklonale-gammopathie-unklarer-signifikanz-mgus; Stand August 2010 (Abruf am 1.2.2011)
[3] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[4] Rajkumar, S.V., Dimopoulos, M.A., Palumbo, A., Blade, J., Merlini, G., Mateos, M.V., Kumar, S., Hillengass, J., Kastritis, E., Richardson, P., Landgren, O., Paiva, B., Dispenzieri, A., Weiss, B., LeLeu, X., Zweegman, S., Lonial, S., Rosinol, L., Zamagni, E., Jagannath, S., Sezer, O., Kristinsson, S.Y., Caers, J., Usmani, S.Z., Lahuerta, J.J., Johnsen, H.E., Beksac, M., Cavo, M., Goldschmidt, H., Terpos, E., Kyle, R.A., Anderson, K.C., Durie, B.G., Miguel, J.F. (2014) International Myeloma Working Group updated criteria for the diagnosis of multiple myeloma. Lancet Oncol. 15(12):e538-e548

Fachliche Beratung:
Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt
Universitätsklinikum Heidelberg

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 13.05.2015

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Aktualisiert am: 27.06.2017 12:37


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Das lymphatische System - Anatomie und Funktion Quelle: © fotoliaxrender - fotolia.com Das lymphatische System bezeichnet kein einzelnes Organ, sondern ist im ganzen Körper verteilt. Es steht im engen Zusammenhang mit dem körpereigenen Abwehrsystem (Immunsystem) und dem blutbildenden System im Knochenmark. Als lymphatisches System wird die Gesamtheit aller Lymphbahnen und lymphatischen Organe bezeichnet, zu denen unter anderem die Lymphknoten, die Milz, das lymphatische Gewebe im Magen-Darm-Trakt (z.B. die Peyer-Plaques des Dünndarms) und im Rachen (Rachen-, Zungen- und Gaumenmandeln) sowie die Thymusdrüse gehören. Die Lymphknoten, kleine bohnenförmige Organe, befinden sich an zahlreichen Stellen des Körpers (z.B. in der Achselhöhle, in der Leiste, im Becken, im Nacken und im Bauchbereich). Sie dienen als Filterstationen für das Gewebswasser (Lymphe) einer Körperregion und produzieren und beherbergen Zellen, die Infektionen im Körper bekämpfen. Die dominierenden Zellen des lymphatischen Systems sind die Lymphozyten, eine Gruppe weißer Blutkörperchen. Die Lymphozyten haben eine zentrale Aufgabe bei der Immunabwehr, denn sie können ganz gezielt Krankheitserreger erkennen und beseitigen. Lymphozyten können über Blut und Lymphbahnen den ganzen Körper durchwandern und tauschen untereinander und mit anderen Zellen Informationen aus. Unterschieden werden zwei große Gruppen von Lymphozyten: B-Lymphozyten und T-Lymphozyten. Alle Lymphozyten entstehen im Knochenmark aus einer gemeinsamen Mutterzelle, der sogenannten Stammzelle. Während die B-Lymphozyten bereits im Knochenmark zu funktionstüchtigen Abwehrzellen heranreifen und erst danach ins Blut und in die lymphatischen Gewebe auswandern, erfolgt die Reifung der T-Lymphozyten in der Thymusdrüse. B- und T-Lymphozyten erfüllen unterschiedliche Funktionen in der Immunabwehr. Eine wichtige Aufgabe der B-Lymphozyten besteht darin, Antikörper zu produzieren. Das sind kleine Eiweißmoleküle, die sich an Krankheitserreger anhängen und diese damit als \"Feinde\" für so genannte Fresszellen (Makrophagen) oder bestimmte T-Lymphozyten (Killerzellen) erkennbar machen. Die \"Killerzellen\" unter den T-Lymphozyten erkennen und vernichten von Viren befallene Körperzellen und auch Krebszellen. Andere Gruppen von T-Lymphozyten organisieren den Einsatz der Abwehrzellen und aktivieren oder hemmen auf diese Weise das Immunsystem. Die verschiedenen Gruppen von Lymphozyten wirken in ihren Abwehraufgaben zusammen und stehen über bestimmte Zellhormone, die Lymphokine, miteinander in Verbindung. Das lymphatische System ist ein äußerst komplexes Netzwerk von Zellen, Geweben und Regulationsmechanismen im Dienste der körpereigenen Immunabwehr. Die reifsten Zellen des lymphatischen Systems sind die Plasmazellen: Sie sondern Immunglobuline ab, Substanzen, die bei der Abwehr von Infektionen eine zentrale Rolle übernehmen. (red) Quellen: [1] Martin Kortüm, Christoph Driessen, Hermann Einsele, Hartmut Goldschmidt, Eberhard Gunsilius, Nicolaus Kröger, Martin Kropff, Peter Liebisch, Heinz Ludwig, Ralph Naumann, Dietrich Peest, Christian Taverna, Bernhard Josef Wörmann, URL: https://www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/multiples-myelom, Stand September 2013 [2] M. Kortüm, H. Einsele, R. Naumann, D. Peest, P. Liebisch, H. Goldschmidt: Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS), URL: https://www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/monoklonale-gammopathie-unklarer-signifikanz-mgus; Stand August 2010 (Abruf am 1.2.2011) [3] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006 [4] Rajkumar, S.V., Dimopoulos, M.A., Palumbo, A., Blade, J., Merlini, G., Mateos, M.V., Kumar, S., Hillengass, J., Kastritis, E., Richardson, P., Landgren, O., Paiva, B., Dispenzieri, A., Weiss, B., LeLeu, X., Zweegman, S., Lonial, S., Rosinol, L., Zamagni, E., Jagannath, S., Sezer, O., Kristinsson, S.Y., Caers, J., Usmani, S.Z., Lahuerta, J.J., Johnsen, H.E., Beksac, M., Cavo, M., Goldschmidt, H., Terpos, E., Kyle, R.A., Anderson, K.C., Durie, B.G., Miguel, J.F. (2014) International Myeloma Working Group updated criteria for the diagnosis of multiple myeloma. Lancet Oncol. 15(12):e538-e548 Fachliche Beratung: Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt Universitätsklinikum Heidelberg Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 13.05.2015 Weitere Basisinformationen zum Multiplen Myelom: Quelle: © xrender - fotolia.com Multiples Myelom - Ursachen und Symptome Die Ursachen für das Multiple Myelom sind weitgehend ungeklärt, auch die Symptome sind unspezifisch. Hier finden Sie wichtige Informationen. Weiterlesen Multiples Myelom - Ursachen und Symptome Themen: Multiples Myelom Hämatologische Onkologie Risikofaktor Symptome Quelle: © Minerva Studio - fotolia.com Diagnose des Multiplen Myelom Zu den wichtigsten Untersuchungen gehören Blut- und Urinkontrollen, bildgebende Verfahren sowie die Untersuchung von Knochenmarkproben aus dem Beckenkamm. Hier finden Sie wichtige Informationen zur Diagnose des Multiplen Myeloms. 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#6 index.php(20): Contao\FrontendIndex->run()
#7 {main}