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Morbus Hodgkin - Ursache und Risikofaktoren

Krebszellen; Quelle: © fotoliaxrender - fotolia.com
Quelle: © fotoliaxrender - fotolia.com

Die Ursache für die Entstehung des Hodgkin Lymphoms (Morbus Hodgkin) ist nicht bekannt. Man weiß inzwischen jedoch, dass die Erkrankung durch eine Entartung von Zellen des lymphatischen Systems, den B-Lymphozyten, entsteht.

In einer kürzlich erschienenen dänischen Studie wurde über ein erhöhtes Risiko für Patienten berichtet, die in einer verkehrsreichen Gegend wohnen. Ob andere Umweltgifte Einfluss auf die Entstehung eines Hodgkin Lymphoms haben können, wird derzeit untersucht. Als Risikofaktoren diskutiert werden insbesondere Virusinfektionen. Mehrere Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen der Entwicklung eines Hodgkin-Lymphoms und dem Epstein-Barr-Virus (EBV), dem Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers, bestehen könnte. Allerdings liegen bei etwa der Hälfte der Patienten mit einem Morbus Hodgkin keine Hinweise auf eine vorangegangene Epstein-Barr-Virusinfektion vor. Auch sind Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus weit verbreitet, während Lymphknotenkrebs selten vorkommt.

Es gilt als wahrscheinlich, dass genetische Faktoren für eine abnorme Reaktion des Immunsystems auf einen häufigen Erreger verantwortlich sind. Erbliche Faktoren oder eine genetische Veranlagung für Morbus Hodgkin wurden bisher nicht identifiziert. Nur ganz selten kommt es innerhalb einer Familie vor, dass mehrere Mitglieder an einem Hodgkin Lymphom erkranken.

 

(red)

Quellen:
[1] V. Diehl, A. Jostings, S. Schmitz: Hodgkin-Lymphom, in: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.), W. Zuckschwerdt Verlag 2008 
[2] Christine Mauz-Körholz et. al.: Procarbazine-Free OEPA-COPDAC Chemotherapy in Boys and Standard OPPA-COPP in Girls Have Comparable Effectiveness in Pediatric Hodgkin’s Lymphoma: The GPOH-HD-2002 Study, Journal of Clinical Oncology 28:3680-3686, August 2010 
[3] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung: 
Prof. Dr. Dieter Körholz, 
Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Halle (Saale)
Prof. Dr. med. Christine Mauz-Körholz, 
Studienzentrale der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 10.01.2014

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35