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Früherkennung und Vorsorge zu Morbus Hodgkin

Wer gehört zu einer Risikogruppe?

Die Ursachen von Lymphknotenkrebs sind bisher nicht bekannt. Dagegen nimmt man an, dass bestimmte Faktoren das Risiko einer Erkrankung erhöhen. Fachleute vermuten, dass ein Zusammenhang zwischen Morbus Hodgkin und dem „Epstein Barr Virus“, dem Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers, besteht. Allerdings sind Infektionen mit diesem Virus weit verbreitet, während Lymphknotenkrebs selten vorkommt. Es gilt als wahrscheinlich, dass genetische Faktoren für eine abnorme Reaktion des Immunsystems auf einen häufigen Erreger verantwortlich sind.

Wichtige Warnzeichen für Morbus Hodgkin

Morbus Hodgkin beginnt schleichend, meist lokal in einem Lymphknoten. Befallene Lymphknoten schwellen an, verursachen aber in der Regel keine Schmerzen. Meistens beginnt die Krankheit im Hals und Brustbereich, seltener in den Achseln oder der Leistenbeuge. 

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Vor allem im Halsbereich lassen sich vergrößerte Lymphknoten als feste, gummiartige Struktur ertasten und sind oft das erste Krankheitszeichen von Morbus Hodgkin.

Weitere charakteristische Symptome sind:

  • Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust
  • in Perioden auftretende Fieberschübe ungeklärter Ursache
  • nächtliche Schweißausbrüche
  • Juckreiz
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche
  • trockener Husten und Luftnot
  • Brust-, Bauch- oder Rückenschmerzen

Wenn Sie eines oder mehrere der beschriebenen Symptome beobachten, heißt das noch nicht, dass Sie an einem Hodgkin-Lymphom leiden! Alle Symptome können auch bei harmlosen Infektionen und Erkrankungen auftreten. Vor allem bei Kindern beruhen die meisten Lymphknotenvergrößerungen auf Infektionen, vor allem Virusinfekten.

Dennoch sollten Sie – wenn die Symptome länger als zwei Wochen anhalten – unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursache Ihrer Beschwerden zu klären. Bedenken Sie: Je früher dieser Krebs diagnostiziert wird, umso wirkungsvoller kann man ihn behandeln! Gerade bei Morbus Hodgkin bestehen sehr gute Heilungschancen, wenn er frühzeitig erkannt wird.

Was können Sie selbst tun?

Junge Frau betastet sich beunruhigt am Hals, Quelle: © Jeanette Dietl - fotolia.com
Quelle: © Jeanette Dietl - fotolia.com

Es gibt keine gezielte Vorbeugung gegen Lymphknotenkrebs. Allerdings ist eine gesunde Ernährung und Lebensweise in jedem Fall anzuraten.

Außerdem ist es wichtig, dass jeder seinen Körper kennt und beobachtet und Veränderungen möglichst früh bemerkt. Wie für viele andere Krebsarten gilt auch für Morbus Hodgkin: Je eher er diagnostiziert wird, desto wirkungsvoller ist die Behandlung. Gerade bei diesem Krebs bestehen sehr gute Heilungschancen, wenn er frühzeitig erkannt wird. Deshalb sollten Sie, wenn Sie Symptome wie die oben beschriebenen an sich feststellen, umgehend einen Arzt konsultieren, auch wenn Ihre Beschwerden vielleicht harmlose Ursachen haben könnten.

Was tut Ihr Arzt?

Vergrößerte Lymphknoten werden zunächst gründlich untersucht, ebenso Blut und Urin. Auch Röntgenaufnahmen von Lunge, Nasennebenhöhlen und Zähnen sowie eine Ultraschalluntersuchung des Bauch- und Beckenraums können hilfreich sein bei der Suche nach weiteren Geschwülsten. Sollte der Arzt keine infektiös-entzündliche Ursache finden, muss der Lymphknoten operativ entfernt und das Gewebe im Labor untersucht werden. Nur so kann man Morbus Hodgkin diagnostizieren.

 

(yia/red)

Quellen:
[1] V. Diehl, A. Jostings, S. Schmitz: Hodgkin-Lymphom, in: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.), W. Zuckschwerdt Verlag 2008 
[2] Christine Mauz-Körholz et. al.: Procarbazine-Free OEPA-COPDAC Chemotherapy in Boys and Standard OPPA-COPP in Girls Have Comparable Effectiveness in Pediatric Hodgkin’s Lymphoma: The GPOH-HD-2002 Study, Journal of Clinical Oncology 28:3680-3686, August 2010 
[3] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung: 

Prof. Dr. Dieter Körholz, 
Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Zentrum für Kinderheilkunde der Justus-Liebig-Universität Gießen, UKGM Standort Gießen
Prof. Dr. med. Christine Mauz-Körholz, 
Hodgkin-Studienzentrale, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Zentrum für Kinderheilkunde der Justus-Liebig-Universität Gießen, UKGM Standort Gießen

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 10.01.2014

Weitere Basisinformationen zu Morbus Hodgkin:

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07