Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Magenkrebs - Ursache und Risikofaktoren

Die Ursachen für die Entstehung von Magenkrebs sind bisher nicht vollständig geklärt. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, erhöhen. So spielen, neben einer gewissen erblichen Veranlagung (z.B. Familien mit sog. Lynch-Syndrom), Ernährungsfaktoren eine bedeutende Rolle. Darüber hinaus können eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori sowie verschiedene Vorerkrankungen des Magens (atrophische Gastritis, Magenteilresektion) das Risiko einer Krebserkrankung erhöhen. Auch Rauchen hat einen Einfluss auf die Entstehung von Magenkrebs. 

Folgende Faktoren erhöhen das Magenkrebsrisiko:

 

Risikofaktor: Ernährung

Ernährungsgewohnheiten spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Magenkrebs. Bis zu 30% der Magenkrebserkrankungen sind durch einseitige Ernährung bedingt. Insbesondere der häufige Verzehr stark gesalzener Speisen beziehungsweise von frittierten Lebensmitteln und verarbeiteten Fleischprodukten und ein geringer Konsum von frischem Gemüse und Obst sind als Risikofaktoren belegt. Des Weiteren scheinen auch gepökelte, gegrillte und geräucherte Speisen das Auftreten von Magenkrebs zu fördern. Beim Räuchern und Grillen entstehen Krebs erregende Substanzen (Kanzerogene) durch unvollständige Verbrennung. Beim Pökeln von Fleischwaren werden Nitrat- und Nitritsalze verwendet, die beim Erwärmen oder im Magen Nitrosamine bilden. Nitrosamine sind ebenfalls sehr starke Kanzerogene. Auch Gifte, die von Schimmelpilzen gebildet werden (Aflatoxine), wirken Krebs erregend.

Der erwähnte Rückgang der Erkrankungszahlen in den vergangenen zwanzig Jahren ist wahrscheinlich besonders auf die veränderten Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen: Durch die allgemeine Verbreitung von Kühl- und Gefrierschränken und die verbesserte Versorgung mit frischem Obst und Gemüse sind Konservierungsmethoden wie das Salzen, Pökeln oder Räuchern in den Hintergrund getreten. Auch Bakterien und Pilze haben so nicht die Chance, die Nahrung zu verunreinigen.

Auch der mit gesunder Ernährung einhergehende Aspekt des gesunden Körpergewichts  ist nicht zu unterschätzen. Bei einem Body-Mass-Index 25 ist ein deutlich erhöhtes Risiko zu verzeichnen, an Magenkrebs zu erkranken.

Risikofaktor: Infektionen
Als weiterer Risikofaktor gelten Entzündungen der Magenschleimhaut, die durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst werden. Eine Infektion mit diesem Erreger führt zu einem drei mal höheren Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Die World Health Organization hat das Bakterium daher als Gruppe-I-Krebserreger eingestuft.

Risikofaktor: Vorerkrankungen des Magens 
Verschiedene Vorerkrankungen des Magens können mit einem erhöhten Risiko für Magenkrebs einhergehen. Ein erhöhtes Krankheitsrisiko liegt zum Beispiel dann vor, wenn Sie an einer chronischen Magenschleimhautentzündung (chronisch-atrophische Gastritis) leiden. Diese kann unter anderem durch das Bakterium Helicobacter pylori hervorgerufen werden.

Auch Patienten, die an Magenpolypen – also gutartigen Wucherungen der Magenschleimhaut – sowie an einer bestimmten Form der Blutarmut („perniziöse Anämie“ aufgrund von Vitamin-B12-Mangel) leiden, haben ein erhöhtes Risiko.

Aufmerksamkeit ist außerdem geboten, wenn trotz konsequenter medikamentöser Behandlung ein Magengeschwür nicht ausheilt und immer wiederkehrt. Ein erhöhtes Krankheitsrisiko haben auch Menschen, die sich lange Zeit zuvor einer Magenoperation unterziehen mussten, beispielsweise aufgrund eines Magengeschwürs.

Des Weiteren werden je nach regionalen Unterschieden 2-20% der Magenkarzinome der EBV-Infektion zugeschrieben, auch als Pfeiffersches Drüsenfieber bekannt.

Risikofaktor: Rauchen 
Auch das Rauchen gilt als Risikofaktor für Magenkrebs. Die zum Teil Krebs erregenden Stoffe des Zigaretten- und Tabakrauchs lösen sich im Speichel und gelangen so in den Magen. Man schätzt, dass Raucher ein etwa 3-fach erhöhtes Risiko haben, an Magenkrebs zu erkranken.

Risikofaktor: genetische Veranlagung
Es gibt Familien, in denen gehäuft Magenkrebs auftritt. Nach Schätzungen der Wissenschaftler ist das persönliche Risiko, an Magenkrebs zu erkranken, etwa 3,7 mal größer, wenn ein Familienmitglied ersten Grades – d.h. Eltern, Kinder, Geschwister – bereits an einem Magenkarzinom erkrankt ist. Menschen, deren nahe Verwandte an einem hereditären kolorektalen Karzinom ohne Polyposis leiden (HNPCC, Lynch-Syndrom) haben auch ein erhöhtes Risiko, an Magenkrebs zu erkranken.


(red)


Quellen:
G. Folprecht, S. Frick: Magen- und AEG-Karzinome, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 148-154
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Prof. Dr. Michael Stahl
Klinik für intern. Onkologie und Hämatologie Kliniken Essen-Mitte

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 06.11.2017

Zurück

Aktualisiert am: 14.12.2017 13:58