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Der Magen - Anatomie und Funktion

Hände drücken auf Bauch, Quelle: © Laurent Hamels - fotolia.com
Quelle: © Laurent Hamels - fotolia.com

Der Magen ist Teil des Verdauungstraktes. Er liegt – zwischen Milz und Leber – im linken Oberbauch unterhalb des Zwerchfells. Am oberen Ende mündet die Speiseröhre ein, am unteren Ende geht der Magen am so genannten Pförtner, einem ringförmigen Schließmuskel, in den Zwölffingerdarm über. Form, Größe und Lage des Magens sind je nach Körperbau und -lage, Lebensalter, Füllungszustand und Muskelanspannung unterschiedlich. Im Großen und Ganzen handelt es sich um ein etwa füllhornförmiges, muskulöses Hohlorgan.

Die wichtigste Aufgabe des Magens besteht darin, die Nahrung aufzunehmen und mit Hilfe des Magensaftes zu einem gut durchmischten Speisebrei zu verarbeiten, diesen für einige Zeit (im Durchschnitt etwa 3 Stunden) zu speichern und dann wohldosiert in den Dünndarm abzugeben, wo er weiter verdaut wird. Im Dünndarm werden die Nährstoffe – Eiweiße, Kohlehydrate, Fette – und die Vitamine schließlich über die Darmschleimhaut in den Körper aufgenommen. Der Magen eines Erwachsenen ist – bei mäßiger Füllung – etwa 25 bis 30 cm lang; sein Fassungsvermögen liegt zwischen 1,6 und 2,4 Litern.

Der Magen wird in verschiedene Abschnitte eingeteilt: Man unterscheidet den Mageneingang im Bereich der Speiseröhrenmündung (Cardia); den Magenfundus, der sich kuppelartig nach oben unter das Zwerchfell wölbt; den Magenkörper (Corpus) und den Bereich des Antrums vor dem Pförtnermuskel (Pylorus).

Die Magenwand ist zwei bis drei Millimeter dick und besteht aus vier Schichten (von innen nach außen): der Magenschleimhaut, einer blutgefäßreichen Bindegewebsschicht, einer Muskelschicht und dem Bauchfell, das den Magen außen umschließt. Die Magenmuskeln haben die Aufgabe, den Nahrungsbrei zu durchmischen und weiter zu transportieren.

Die Magenschleimhaut besteht aus zahlreichen Drüsen. Diese produzieren einerseits Magensäure und Verdauungssekrete, zum anderen einen neutralen Schleim. Der Magenschleim überzieht die Schleimhaut mit einem Schutzfilm und schirmt sie so vor den aggressiven Verdauungssäften, der Magensäure und anderen schädigenden Einflüssen ab. Dort, wo diese Schutzschicht beschädigt ist, kann der Magen angedaut werden. Magenschleimhautentzündungen, Geschwüre oder auch Magenkrebs können die Folge sein. Darüber hinaus wird im Magen der sog. „Intrinsikfaktor“ gebildet, der für die Aufnahme von Vitamin B12 benötigt wird.


(red)

Quellen:
G. Folprecht, S. Frick: Magen- und AEG-Karzinome, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 148-154

H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Prof. Dr. Michael Stahl
Klinik für intern. Onkologie und Hämatologie Kliniken Essen-Mitte

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 08.11.2013

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Aktualisiert am: 27.06.2017 17:13