Selbstuntersuchung der Brust

Ein Großteil aller Fälle von Brustkrebs wird von den Frauen selbst entdeckt, meist ganz zufällig beim Duschen oder Eincremen oder durch das bewusste Abtasten der eigenen Brust als Krebsfrüherkennungsmaßnahme.

Kritiker der Selbstuntersuchung meinen: Da es keinen in Studien nachgewiesenen Einfluss auf die Brustkrebssterblichkeit gibt, ist die Selbstuntersuchung nicht sinnvoll. Es würden außerdem zu viele gutartige Knoten entdeckt, was zu unnötiger Angst und zu überflüssigen Biopsien führe. Tatsächlich konnten Studien bisher nicht nachweisen, dass die Sterblichkeitsrate durch das selbstständige Abtasten der Brüste gesenkt wird, auch weil tastbare Tumoren nicht mehr wirklich „klein“ sind und weil ohnehin die biologischen Eigenschaften eines Tumors entscheidender für den Krankheitsverlauf sind als seine Größe. Dennoch: Die Selbstuntersuchung führt zu einem besseren Gespür für Veränderungen des eigenen Körpers. Daher empfehlen die deutschen Fachgesellschaften weiterhin, einmal im Monat die Brust im Spiegel anzuschauen und abzutasten. Dieses sollte aber andere Maßnahmen, z. B. die Teilnahme am Mammographiescreening, nicht ersetzen sondern ergänzend erfolgen. In Kombination mit den bildgebenden Verfahren steigert sich zudem möglicherweise die Effektivität der Selbstuntersuchung.

Selbstuntersuchung – wann und wie?

Oberkörper Frau mit dem Fokus Brust, Quelle: © Sebastian Kaulitzki - fotolia.com
Quelle: © Sebastian Kaulitzki - fotolia.com

Veränderungen der Brust können in jedem Alter auftreten, daher ist die Brustselbstuntersuchung für Frauen jeder Altersgruppe geeignet und wichtig.

Vor den Wechseljahren ist der beste Zeitpunkt für eine Selbstuntersuchung eine Woche nach dem Beginn der letzten Regel, denn dann ist die Brust besonders weich. Gegen Ende des Zyklus kann das Drüsengewebe unter dem Einfluss von Hormonen anschwellen und fühlt sich härter, oft auch etwas knotig an.

Die Untersuchung sollte bei guten Lichtverhältnissen und in ruhiger Atmosphäre erfolgen.

Tasten Sie systematisch jeden Teil der Brust ab. Spüren Sie, wie sich die Brust direkt unter der Haut und in der Tiefe anfühlt (dazu müssen Sie mit den Fingern etwas mehr Druck ausüben).

Wenn Sie Ihre Brüste zum ersten Mal bewusst abtasten, erschrecken Sie vielleicht, weil Ihnen das äußerlich so glatte Gewebe ziemlich knubbelig vorkommt. Besonders bei jungen Frauen mit sehr ausgeprägtem Drüsengewebe kann das der Fall sein. Bei Frauen nach den Wechseljahren ist die Brust oft weicher, weil sich dann das Drüsengewebe zurückbildet und teilweise durch Fettgewebe ersetzt wird. Tasten Sie auch den Rand des Brustmuskels in Richtung Achselhöhle am besten bei gesenktem Arm und die Achselhöhle ab.

Der Bereich um die Brustwarze fühlt sich etwas härter an. Auch das können Sie besser einordnen, wenn Sie die Brust regelmäßig abtasten und mit ihr vertraut sind. Idealerweise sollten Sie die komplette Untersuchung danach noch einmal im Liegen wiederholen.

Zum Schluss sollten Sie noch Ihre Brustwarze zusammendrücken und darauf achten, ob sie Flüssigkeit absondert.

Worauf Sie achten sollten, erfahren Sie im Kapitel „Symptome“.

Wichtig: Die Selbstuntersuchung der Brust ist kein Ersatz für die Teilnahme an ärztlichen Früherkennungs-Untersuchungen!

 

(pp)

 

Quellen:

[1] AGO Empfehlungen Gynäkologische Onkologie Kommission Stand März 2017 unter: http://www.ago-online.de/de/infothek-fuer-aerzte/leitlinienempfehlungen/mamma/

[2] AGO Brustkrebs Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen 2016
http://www.ago-online.de/ fuer-patienten/patientenratgeber/

[3] Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Langversion 3.0, Aktualisierung 2012 (Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Medizinische Fachgesellschaften), online unter http://www.krebsgesellschaft.de/wub_llevidenzbasiert,120884.html

[4] Patientenleitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Medizinische Fachgesellschaften, online unterhttp://www.krebsgesellschaft.de/wub_broschueren_brustkrebs,117182.html
- Patientenleitlinie „Brustkrebs. Die Ersterkrankung und DCIS – Eine Leitlinie für Patientinnen“, Stand 2010
- Patientenleitlinie „Brustkrebs II - Die fortgeschrittene Erkrankung, Rezidiv und Metastasierung“, Stand 2011
- Patientenleitlinie „Früherkennung von Brustkrebs. Eine Entscheidungshilfe für Frauen“, Stand 2010

 

Fachliche Beratung:
Prof. Dr. Fehm Universitätsfrauenklinik Düsseldorf
Prof. Dr. Scharl Klinikum Amberg
Prof. Dr. Lux Universitätsfrauenklinik Erlangen

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 04.05.2017

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Aktualisiert am: 22.09.2017 14:22


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Wir geben Tipps. deutsch englisch Selbstuntersuchung der Brust Ein Großteil aller Fälle von Brustkrebs wird von den Frauen selbst entdeckt, meist ganz zufällig beim Duschen oder Eincremen oder durch das bewusste Abtasten der eigenen Brust als Krebsfrüherkennungsmaßnahme. Kritiker der Selbstuntersuchung meinen: Da es keinen in Studien nachgewiesenen Einfluss auf die Brustkrebssterblichkeit gibt, ist die Selbstuntersuchung nicht sinnvoll. Es würden außerdem zu viele gutartige Knoten entdeckt, was zu unnötiger Angst und zu überflüssigen Biopsien führe. Tatsächlich konnten Studien bisher nicht nachweisen, dass die Sterblichkeitsrate durch das selbstständige Abtasten der Brüste gesenkt wird, auch weil tastbare Tumoren nicht mehr wirklich „klein“ sind und weil ohnehin die biologischen Eigenschaften eines Tumors entscheidender für den Krankheitsverlauf sind als seine Größe. Dennoch: Die Selbstuntersuchung führt zu einem besseren Gespür für Veränderungen des eigenen Körpers. Daher empfehlen die deutschen Fachgesellschaften weiterhin, einmal im Monat die Brust im Spiegel anzuschauen und abzutasten. Dieses sollte aber andere Maßnahmen, z. B. die Teilnahme am Mammographiescreening, nicht ersetzen sondern ergänzend erfolgen. In Kombination mit den bildgebenden Verfahren steigert sich zudem möglicherweise die Effektivität der Selbstuntersuchung. Selbstuntersuchung – wann und wie? Quelle: © Sebastian Kaulitzki - fotolia.com Veränderungen der Brust können in jedem Alter auftreten, daher ist die Brustselbstuntersuchung für Frauen jeder Altersgruppe geeignet und wichtig. Vor den Wechseljahren ist der beste Zeitpunkt für eine Selbstuntersuchung eine Woche nach dem Beginn der letzten Regel, denn dann ist die Brust besonders weich. Gegen Ende des Zyklus kann das Drüsengewebe unter dem Einfluss von Hormonen anschwellen und fühlt sich härter, oft auch etwas knotig an. Die Untersuchung sollte bei guten Lichtverhältnissen und in ruhiger Atmosphäre erfolgen. Tasten Sie systematisch jeden Teil der Brust ab. Spüren Sie, wie sich die Brust direkt unter der Haut und in der Tiefe anfühlt (dazu müssen Sie mit den Fingern etwas mehr Druck ausüben). Wenn Sie Ihre Brüste zum ersten Mal bewusst abtasten, erschrecken Sie vielleicht, weil Ihnen das äußerlich so glatte Gewebe ziemlich knubbelig vorkommt. Besonders bei jungen Frauen mit sehr ausgeprägtem Drüsengewebe kann das der Fall sein. Bei Frauen nach den Wechseljahren ist die Brust oft weicher, weil sich dann das Drüsengewebe zurückbildet und teilweise durch Fettgewebe ersetzt wird. Tasten Sie auch den Rand des Brustmuskels in Richtung Achselhöhle am besten bei gesenktem Arm und die Achselhöhle ab. Der Bereich um die Brustwarze fühlt sich etwas härter an. Auch das können Sie besser einordnen, wenn Sie die Brust regelmäßig abtasten und mit ihr vertraut sind. Idealerweise sollten Sie die komplette Untersuchung danach noch einmal im Liegen wiederholen. Zum Schluss sollten Sie noch Ihre Brustwarze zusammendrücken und darauf achten, ob sie Flüssigkeit absondert. Worauf Sie achten sollten, erfahren Sie im Kapitel „Symptome“. Wichtig: Die Selbstuntersuchung der Brust ist kein Ersatz für die Teilnahme an ärztlichen Früherkennungs-Untersuchungen! (pp) Quellen: [1] AGO Empfehlungen Gynäkologische Onkologie Kommission Stand März 2017 unter: http://www.ago-online.de/de/infothek-fuer-aerzte/leitlinienempfehlungen/mamma/ [2] AGO Brustkrebs Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen 2016 http://www.ago-online.de/ fuer-patienten/patientenratgeber/ [3] Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Langversion 3.0, Aktualisierung 2012 (Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Medizinische Fachgesellschaften), online unter http://www.krebsgesellschaft.de/wub_llevidenzbasiert,120884.html [4] Patientenleitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Medizinische Fachgesellschaften, online unterhttp://www.krebsgesellschaft.de/wub_broschueren_brustkrebs,117182.html - Patientenleitlinie „Brustkrebs. Die Ersterkrankung und DCIS – Eine Leitlinie für Patientinnen“, Stand 2010 - Patientenleitlinie „Brustkrebs II - Die fortgeschrittene Erkrankung, Rezidiv und Metastasierung“, Stand 2011 - Patientenleitlinie „Früherkennung von Brustkrebs. Eine Entscheidungshilfe für Frauen“, Stand 2010 Fachliche Beratung: Prof. Dr. Fehm Universitätsfrauenklinik Düsseldorf Prof. Dr. Scharl Klinikum Amberg Prof. Dr. Lux Universitätsfrauenklinik Erlangen Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 04.05.2017 Mehr zum Thema Brustkrebs: Quelle: © Eric Fahrner - fotolia.com Brustkrebs: Was kommt nach der Therapie? Vielen Brustkrebspatientinnen fällt nach einer Therapie die Rückkehr in den Alltag schwer. Sie brauchen Zeit, sich neu zu orientieren. Manche leiden unter den Nachwirkungen der Behandlung und sind erschöpft. Wir informieren in unserem aktuellen Monatsthema über Maßnahmen, die sich an eine Brustkrebsbehandlung anschließen. Sie sollen helfen, einem Rückfall vorzubeugen und den Alltag zu meistern. 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