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Vulvakrebs, Vulvakarzinom

Der Vulvakrebs (Vulva = weibliche Scham) ist eine seltene bösartige Tumorerkrankung der äußeren Geschlechtsorgane der Frau. Hinter dem Begriff können sich verschiedene Krebsarten verbergen, die von unterschiedlichen Zellen der Genitalregion ausgehen. Betroffen sind meist die großen Schamlippen, seltener auch die kleinen Schamlippen oder die Klitorisregion.

Über 90% der Vulvatumoren sind Karzinome aus der obersten Hautschicht (Plattenepithelkarzinom). Infektionen mit Herpes genitales und Syphilis gelten als Risikofaktoren für die Krebsentstehung. Vor allem aber die chronische Infektion mit dem Humanen Papilloma-Virus (HPV) ist die Hauptursache für die Entstehung von Krebsvorstufen der Vulva (VIN) und von Vulvakrebs auch bei Frauen unter dem 40. Lebensjahr.

Man kann zwei Arten von Plattenepithelkarzinomen unterscheiden: Diejenigen, bei denen HPV nachweisbar ist, die eher bei jüngeren Frauen vorkommen und zusätzlich mit Zervix- und Anuskarzinomen assoziiert sein können und die Karzinome, mit fehlendem HPV-Nachweis und eher bei älteren Frauen auftreten. Der Verdacht stellt sich bei sichtbaren Hautveränderungen. Eine Gewebeprobenentnahme mit anschließender mikroskopischer Untersuchung führt zur Diagnose.

Wenn immer möglich wird der Vulvakrebs operativ behandelt. Die Strahlentherapie und Chemotherapie stellen Ausnahmen in der Behandlung dar. Die Prognose ist dabei abhängig vom Krankheitsstadium bei Diagnosestellung bzw. Therapiebeginn.

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Wie häufig ist Vulvakrebs?

Vulvakrebs ist die vierthäufigste gynäkologische Krebserkrankung. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Vulvakrebsfälle in Deutschland verdoppelt. Im Jahr 2014 lag die Neuerkrankungsrate mit 3.130 Frauen bei jährlich 7,9 pro 100.000 Frauen, im Jahr 2018 vermutlich bei jährlich 8,3 pro 100.000 Frauen. Mit zunehmendem Lebensalter wird die Krankheit häufiger. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 72 Jahren. Allerdings erkranken zunehmend auch jüngere Frauen unter 40 Jahren. Die relative 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit betrug im Jahr 2014 in Deutschland 68 Prozent.

(kvk/red)

 

Quellen:
[1] http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2015/kid_2015_c51_vulva.pdfblob=publicationFile abgerufen am 13.01.2016
[2] Deutsche Krebsgesellschaft, dkg-web.gmbh (Herausgeber), Patientenratgeber gynäkologische Onkologie, 2. Auflage, 2016

 

Fachliche Beratung: 

Professor Wimberger

Prof. Dr. Pauline Wimberger, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 13.03.2018

Weitere Basisinformationen zum Thema Vulvakrebs:

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Aktualisiert am: 15.10.2018 15:07