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Thymom

Krebszellen, Quelle: jscreationzs © fotolia.com
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Thymome sind Tumoren des Thymus (Thymusdrüse). In drei Viertel der Fälle sind sie gutartig. Ein Viertel der Thymome sind bösartig, sie werden je nach Aussehen und Differenzierungsgrad der erkrankten Zellen und ihrer Neigung zur Ausbreitung in maligne Thymome und Thymuskarzinome unterteilt. Wie gutartige Thymome auch entstehen bösartige Thymome an der Oberfläche der Thymusdrüse. Während sich jedoch die Thymuszellen bei gutartigen Thymomen langsam vermehren und sich nicht außerhalb des Organs ansiedeln, wachsen die Zellen bösartiger Thymome schnell und dringen in umliegendes Gewebe ein. Die Zellen maligner Thymome breiten sich bevorzugt in den Lymphwegen innerhalb des Brustraums aus. Die Zellen von Thymuskarzinomen hingegen siedeln sich auch in entfernt liegenden Organen an und bilden dort Tochtergeschwülste (Metastasen).

Die ersten Schritte auf dem Wege zur Diagnose sind die körperliche Untersuchung und die Erhebung der Krankengeschichte. Liegt der Verdacht auf einen Tumor der Thymusdrüse vor, wird eine Röntgenuntersuchung des Brustraums durchgeführt. Um das Ausmaß der Tumorausbreitung festzustellen, werden CT- oder/und MRT-Bilder angefertigt. Ob der Tumor gut- oder bösartig ist, lässt sich durch eine mikroskopische Untersuchung einer Gewebeprobe erkennen.

Das dafür notwendige Gewebe wird durch die operative Entfernung des Tumors gewonnen. Die Operation ist das Standardverfahren bei der Behandlung von Thymomen. Fortgeschrittener Tumoren werden mit BestrahlungChemotherapie und/oder Hormontherapie behandelt.

Häufigkeit

Thymome sind selten. Bösartige Thymome machen etwa 0,2 bis 1,5 Prozent aller Krebserkrankungen aus. Pro Jahr erkranken in Deutschland rund 0.2 bis 0.4 Einwohner von 100.000. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. Thymome können in jedem Lebensalter auftreten. Am häufigsten treten sie zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf.


(red)

Quellen:
[1] M. Huber: Tumoren der Lunge und des Mediastinums: Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge, Zuckschwerdt Verlag 2009
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2010

Fachliche Beratung: 
Dr. Christian Kugler
Lungenclinic Grosshansdorf

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 26.03.2014

Weitere Basisinformationen zum Thymom:

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Aktualisiert am: 28.05.2017 17:22