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Leberkrebs, hepatozelluläres Karzinom (HCC)

Leber, Quelle: © Peter Hermes Furian - fotolia.com
Quelle: © Peter Hermes Furian - fotolia.com

Leberkrebs (Leberkarzinom, Leberzellkrebs, Leberzellkarzinom, Hepatozelluläres Karzinom, HCC) ist eine bösartige Erkrankung der Zellen in der Leber. Er wird auch als "primärer" Leberkrebs bezeichnet, weil er seinen Ursprung in der Leber selbst hat. Die häufigste primäre Leberkrebsart ist der Leberzellkrebs (HCC). Im Gegensatz dazu entsteht "sekundärer" Leberkrebs, indem sich Tochtergeschwülste (Metastasen) von bösartigen Tumoren anderer Organe in der Leber ansiedeln (z.B. Darmkrebs oder Magenkrebs). Sekundäre Lebertumoren unterscheiden sich in ihrem Verlauf und ihrer Behandlung von primären Lebertumoren. Im Folgenden wird nur der primäre Leberkrebs thematisiert.

Häufigkeit

Leberkrebs galt bislang als eine relativ seltene Tumorerkrankung in Deutschland. Inzwischen sind aber jedes Jahr bis zu zehn von 100.000 Männern betroffen. In Deutschland erkranken jährlich ca. 9500 Menschen (6600 Männer, 2900 Frauen) neu an dieser Krebsart (Prognose 2016 des RKI). Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 70 Jahren bei Männern und bei etwa 74 Jahren bei Frauen. Nur ca. 4 % aller Betroffenen erkranken vor dem 45. Lebensjahr.

Weltweit ist der Leberkrebs (HCC) mit ca. 782 000 Neuerkrankungen pro Jahr der fünfthäufigste bösartige Tumor und die zweithäufigste tumorbedingte Todesursache (746 000 Todesfälle im Jahr 2012). In einigen Ländern Südostasiens und Afrikas ist Leberkrebs sogar der häufigsten auftretende bösartige Tumor, d.h. von 100.000 Menschen leiden dort 35 bis 150 an dieser Krebsform.

Auch in Deutschland, anderen Ländern Europas und in den USA nimmt die Leberkrebs-Häufigkeit deutlich zu: In den letzten 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen sowohl bei Männern als auch bei Frauen verdoppelt. Diese Zunahme wird mit einer zunehmenden Zahl von Leberzirrhosepatienten, der hohen Rate von Hepatitis C-Neuinfektionen in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren, der zunehmend häufigeren Fettleibigkeit und mit Typ2-Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit") in Zusammenhang gebracht. Männer erkranken zwei- bis dreimal häufiger als Frauen an Leberkrebs.

Bislang wurden 7 von 10 Leberkrebserkrankungen erst in fortgeschrittenen Stadien festgestellt. Die Aussicht auf Heilung ist in diesem Fall ungünstig. Heutzutage soll deshalb allen Patienten mit Leberzirrhose, Patienten mit chronischer Hepatitis B-Infektion oder nicht-alkoholischer Fettleberhepatitis (NASH) eine Früherkennungsuntersuchung angeboten werden, sofern sie einer HCC-Therapie zugeführt werden können. Die Leber der genannten Risikogruppen soll mittels 6-monatiger Ultraschalluntersuchung überwacht werden. Entwickelt sich ein Leberkrebs, so wird er dadurch in einem frühen, d.h. behandelbarem Stadium erkannt. Dank der Überwachung nimmt in Deutschland der Anteil der früh erkannten Leberkrebsfälle zu und der Anteil der im fortgeschrittenen Stadium entdeckten entsprechend ab. Durch die sonografische Früherkennung eines HCC erwächst ein signifikanter Überlebensvorteil (5-Jahresüberleben von ca. 50%). Ein signifikanter Überlebensvorteil durch eine alleinige Bestimmung des Tumormarkers AFP ist hingegen nicht belegt.

(yia/red)

Quellen:
[1] G. Folprecht, S. Frick: Leberkarzinom, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 145-147
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012

Fachliche Beratung:

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 11.07.2016

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Aktualisiert am: 24.07.2017 16:49


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Leberkrebs, hepatozelluläres Karzinom (HCC) Quelle: © Peter Hermes Furian - fotolia.com Leberkrebs (Leberkarzinom, Leberzellkrebs, Leberzellkarzinom, Hepatozelluläres Karzinom, HCC) ist eine bösartige Erkrankung der Zellen in der Leber. Er wird auch als \"primärer\" Leberkrebs bezeichnet, weil er seinen Ursprung in der Leber selbst hat. Die häufigste primäre Leberkrebsart ist der Leberzellkrebs (HCC). Im Gegensatz dazu entsteht \"sekundärer\" Leberkrebs, indem sich Tochtergeschwülste (Metastasen) von bösartigen Tumoren anderer Organe in der Leber ansiedeln (z.B. Darmkrebs oder Magenkrebs). Sekundäre Lebertumoren unterscheiden sich in ihrem Verlauf und ihrer Behandlung von primären Lebertumoren. Im Folgenden wird nur der primäre Leberkrebs thematisiert. Häufigkeit Leberkrebs galt bislang als eine relativ seltene Tumorerkrankung in Deutschland. Inzwischen sind aber jedes Jahr bis zu zehn von 100.000 Männern betroffen. In Deutschland erkranken jährlich ca. 9500 Menschen (6600 Männer, 2900 Frauen) neu an dieser Krebsart (Prognose 2016 des RKI). Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 70 Jahren bei Männern und bei etwa 74 Jahren bei Frauen. Nur ca. 4 % aller Betroffenen erkranken vor dem 45. Lebensjahr. Weltweit ist der Leberkrebs (HCC) mit ca. 782 000 Neuerkrankungen pro Jahr der fünfthäufigste bösartige Tumor und die zweithäufigste tumorbedingte Todesursache (746 000 Todesfälle im Jahr 2012). In einigen Ländern Südostasiens und Afrikas ist Leberkrebs sogar der häufigsten auftretende bösartige Tumor, d.h. von 100.000 Menschen leiden dort 35 bis 150 an dieser Krebsform. Auch in Deutschland, anderen Ländern Europas und in den USA nimmt die Leberkrebs-Häufigkeit deutlich zu: In den letzten 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen sowohl bei Männern als auch bei Frauen verdoppelt. Diese Zunahme wird mit einer zunehmenden Zahl von Leberzirrhosepatienten, der hohen Rate von Hepatitis C-Neuinfektionen in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren, der zunehmend häufigeren Fettleibigkeit und mit Typ2-Diabetes mellitus (\"Zuckerkrankheit\") in Zusammenhang gebracht. Männer erkranken zwei- bis dreimal häufiger als Frauen an Leberkrebs. Bislang wurden 7 von 10 Leberkrebserkrankungen erst in fortgeschrittenen Stadien festgestellt. Die Aussicht auf Heilung ist in diesem Fall ungünstig. Heutzutage soll deshalb allen Patienten mit Leberzirrhose, Patienten mit chronischer Hepatitis B-Infektion oder nicht-alkoholischer Fettleberhepatitis (NASH) eine Früherkennungsuntersuchung angeboten werden, sofern sie einer HCC-Therapie zugeführt werden können. Die Leber der genannten Risikogruppen soll mittels 6-monatiger Ultraschalluntersuchung überwacht werden. Entwickelt sich ein Leberkrebs, so wird er dadurch in einem frühen, d.h. behandelbarem Stadium erkannt. Dank der Überwachung nimmt in Deutschland der Anteil der früh erkannten Leberkrebsfälle zu und der Anteil der im fortgeschrittenen Stadium entdeckten entsprechend ab. Durch die sonografische Früherkennung eines HCC erwächst ein signifikanter Überlebensvorteil (5-Jahresüberleben von ca. 50%). Ein signifikanter Überlebensvorteil durch eine alleinige Bestimmung des Tumormarkers AFP ist hingegen nicht belegt. (yia/red) Quellen: [1] G. Folprecht, S. Frick: Leberkarzinom, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 145-147 [2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006 [3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012 Fachliche Beratung: Prof. Dr. med. 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#6 index.php(20): Contao\FrontendIndex->run()
#7 {main}