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Gebärmutterkörperkrebs, Endometriumkarzinom - Erkrankungsverlauf

Bösartige Tumoren des Gebärmutterkörpers gehen fast immer von der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) aus. Das ist die Zellschicht, welche die Innenwand des Gebärmutterkörpers auskleidet. Solange der Tumor noch klein ist, beschränkt er sich auf diesen Bereich.

Mit zunehmendem Wachstum kann die Geschwulst jedoch in die darunter liegende Muskelschicht des Gebärmutterkörpers eindringen und/oder sich auf den Gebärmutterhals ausdehnen. Dabei können sich einzelne Krebszellen vom Tumor lösen und über die Lymphgefäße in die Lymphknoten der Umgebung gelangen. Auch ein Befall der Eileiter und der Eierstöcke ist möglich.

Durchbricht der Tumor die gesamte Dicke der Gebärmutterwand, besteht ein erhöhtes Risiko, dass er sich innerhalb der Bauchhöhle auf andere Bauchorgane ausbreitet. Harnblase, Enddarm und auch die Scheide können davon betroffen sein. In seltenen Fällen dringen Krebszellen in Blutgefäße ein und gelangen über die Blutbahn in weiter entfernt liegende Organe, zum Beispiel Lunge, Leber und Knochen. Dort können sie zu Tochtergeschwülsten auswachsen, die als Fernmetastasen bezeichnet werden.

Nach der Krebsbehandlung kann es im Laufe der Zeit zu einem Rückfall kommen. Das bedeutet, dass der Tumor – je nach Art der vorausgegangenen Behandlung – im kleinen Becken, aber auch in anderen Körperregionen, erneut auftritt (Rezidiv).


(kvk/red)

Quellen:

[1] Denschlag D, Ulrich U, Emons G: The diagnosis and treatment of endometrial cancer: progress and controversies. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(35–35): 571–7. DOI: 10.3238/arztebl.2011.0571

[2] Kommission Uterus d. AGO e.V. (Hrsg.): Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie des Endometriumkarzinom, in: Leitlinien zum Zervixkarzinom, zum Endometriumkarzinom und zu den Trophoblasttumoren, W. Zuckschwerdt Verlag 2008, S. 73-126

[3] Deutsche Krebsgesellschaft, dkg-web.gmbh (Herausgeber), Patientenratgeber gynäkologische Onkologie, 2. Auflage, 2016

[4] E.Steiner, Diagnostik und Stadieneinteilung des Endometriumkarzinoms, Onkologe 2017, 23:23-28, DOI 10.1007/s00761-016-0128z, Springer-Verlag Berlin-Heidelberg


Fachliche Beratung: 
Prof. Emons, Universitätsfrauenklinik Göttingen
Prof. Mallmann, Universitätsfrauenklinik Köln
Dr. Thiel, MBA, Universitätsfrauenklinik Erlangen

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 31.01.2017

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Aktualisiert am: 27.06.2017 17:13