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Gallenblasenkrebs, Gallengangkrebs - Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen von Tumoren der Gallenorgane sind weitgehend ungeklärt. Es finden sich jedoch Zusammenhänge mit anderen Erkrankungen. Außerdem kann eine erbliche Komponente beobachtet werden.

Wer gehört zu einer Risikogruppe?

Gallenblasenkarzinom

  • In etwa 80% der Fälle, in denen ein Gallenblasenkrebs diagnostiziert wird, finden sich Gallensteine. Umgekehrt erkrankt jedoch nur ca. 1% der Patienten mit Gallensteinen an einem Tumor. Ein Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen ist also nachweisbar, seine Signifikanz jedoch unklar.
  • Die Porzellengallenblase ist eine Erkrankung der Gallenblase, die durch langwierige Entzündungen zu einer Verkalkung der Wand führt. Sie ist eine Tumorvorstufe sog. Präkanzerose und kann in einen Tumor übergehen.
  • Salmonellenerkrankte, die nach ihrer Genesung Dauerausscheider des Erregers bleiben, haben ein erhöhtes Risiko für bösartige Veränderungen der Gallenblase.
  • Gutartige Tumore (Polypen), die größer als ein Zentimeter sind, bergen die Gefahr der Entartung.

 

Gallengangkarzinom

  • Auch beim Gallengangkrebs kann man einen Zusammenhang zu Gallensteinen erkennen. Die Prozentzahl der Tumorkranken, die auch an Gallensteinen leiden, ist jedoch geringer und liegt bei etwa 26-50%.
  • Das Auftreten von Gallengangtumoren ist mit der primär sklerosierenden Cholangitis (PSC, eine chronisch entzündliche Erkrankung der Gallenwege) und der damit häufig vergesellschafteten Colitis ulcerosa (eine chronisch entzündliche Darmerkrankungassoziiert.
  • Das Caroli-Syndrom, eine sackartige Erweiterung der in der Leber liegenden Gallenwege, ist ebenfalls ein Risikofaktor für einen bösartigen Gallenwegstumor
  • Der Stoff Dimethylinitrosamin (in Zigarettenrauch) fördert Krebserkrankungen der Gallenwege.
  • Die chronische Hepatitis C Virusinfektion ist mit einem erhöhten Risiko für das Gallengangkarzinom assoziert.

 

(red)

Quellen:
[1] G. Folprecht, S. Frick: Gallenblasen-, Gallenwegskarzinome, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 102

[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
 

Fachberater:
Prof. Arndt Vogel
Medizinische Hochschule Hannover

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 15.11.2013

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Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05


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Gallenblasenkrebs, Gallengangkrebs - Ursachen und Risikofaktoren Die Ursachen von Tumoren der Gallenorgane sind weitgehend ungeklärt. Es finden sich jedoch Zusammenhänge mit anderen Erkrankungen. Außerdem kann eine erbliche Komponente beobachtet werden. Wer gehört zu einer Risikogruppe? Gallenblasenkarzinom In etwa 80% der Fälle, in denen ein Gallenblasenkrebs diagnostiziert wird, finden sich Gallensteine. Umgekehrt erkrankt jedoch nur ca. 1% der Patienten mit Gallensteinen an einem Tumor. Ein Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen ist also nachweisbar, seine Signifikanz jedoch unklar. Die Porzellengallenblase ist eine Erkrankung der Gallenblase, die durch langwierige Entzündungen zu einer Verkalkung der Wand führt. Sie ist eine Tumorvorstufe sog. Präkanzerose und kann in einen Tumor übergehen. Salmonellenerkrankte, die nach ihrer Genesung Dauerausscheider des Erregers bleiben, haben ein erhöhtes Risiko für bösartige Veränderungen der Gallenblase. Gutartige Tumore (Polypen), die größer als ein Zentimeter sind, bergen die Gefahr der Entartung. Gallengangkarzinom Auch beim Gallengangkrebs kann man einen Zusammenhang zu Gallensteinen erkennen. Die Prozentzahl der Tumorkranken, die auch an Gallensteinen leiden, ist jedoch geringer und liegt bei etwa 26-50%. Das Auftreten von Gallengangtumoren ist mit der primär sklerosierenden Cholangitis (PSC, eine chronisch entzündliche Erkrankung der Gallenwege) und der damit häufig vergesellschafteten Colitis ulcerosa (eine chronisch entzündliche Darmerkrankungassoziiert. Das Caroli-Syndrom, eine sackartige Erweiterung der in der Leber liegenden Gallenwege, ist ebenfalls ein Risikofaktor für einen bösartigen Gallenwegstumor Der Stoff Dimethylinitrosamin (in Zigarettenrauch) fördert Krebserkrankungen der Gallenwege. Die chronische Hepatitis C Virusinfektion ist mit einem erhöhten Risiko für das Gallengangkarzinom assoziert. (red) Quellen: [1] G. Folprecht, S. Frick: Gallenblasen-, Gallenwegskarzinome, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 102 [2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006 Fachberater: Prof. Arndt Vogel Medizinische Hochschule Hannover Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 15.11.2013 Weitere Basisinformationen zum Gallenblasenkrebs: Nachrichten zum Thema Hepatitis C: Gefährlich nicht nur in puncto Leberkrebs Bei älteren Menschen gehen Hepatitis-C-Infektionen mit einem erhöhten Risiko für zahlreiche Krebserkrankungen außer Leberzellkrebs einher. 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