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Gallenblasenkarzinom, Gallenblasenkrebs / Gallengangkarzinom, Gallengangkrebs

Krebszellen, Quelle: © vitanovski - fotolia.com
Quelle: © vitanovski - fotolia.com

Tumoren der Gallenwege oder -blase treten selten auf und sind in ihrer ursächlichen Entstehung noch ungeklärt. Die meisten Tumore treten sporadisch und ohne offensichtlichen Risikofaktor nach dem 50. Lebensjahr auf. Als Risikoerkrankungen in der westlichen Welt gelten chronische Entzündungen der Gallenwege, vor allem eine primär sklerosierende Cholangitis (PSC). Als weitere Risikoerkrankungen für das Gallenwegskarzinom in der Leber wurden eine chronische Hepatitis C, eine HIV-Infektion, eine Leberzirrhose, ein Diabetes mellitus sowie chronisch entzündliche Darmerkrankungen identifiziert. Für das Gallenwegskarzinom  ausserhalbe wurde kürzlich in einer Metaanalyse Rauchen als relevanter Risikofaktor (relatives Risiko 1,23 im Vergleich zu Nichtrauchern) bestätigt.

Da Symptome bei den Gallenblasen- und Gallengangkarzinomen erst spät auftreten, ist die Krankheit bei der Diagnosestellung meist schon weit fortgeschritten. Sie äußert sich v.a. in Anzeichen eines Rückstaus der Galle in die Leber mit begleitender mangelnder Bilirubinausscheidung. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Blutes und wird normalerweise mit der Galle aus dem Körper entfernt. Ein Überschuss im Blut führt zur Gelbfärbung der Haut und des Augenweißes (Ikterus), Juckreiz der Haut, Stuhlentfärbung und Urinverfärbung. Zusätzlich treten häufig unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf.

Die Diagnose wird durch eine Vielzahl körperlicher und bildgebender Untersuchungen gestellt. Dabei spielt in erster Linie die endoksopische Darstellung der Gallenblase und –wege mit Hilfe von eingespritzten Kontrastmittel (ERCP) eine Rolle. Auch UltraschallComputertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) sind wichtige diagnostische Verfahren.

Die Therapie ist abhängig von der Ausbreitung des Tumors. In frühen Stadien, wenn das Tumorwachstum noch begrenzt ist, werden die Gallenblase bzw. Gallenwege operativ entfernt. Häufig muss auch ein Teil der Leber entfernt werden, da Gallenwegstumore frühzeitig auf das Leberwachstum übergreifen. Hat sich der Tumor bereits im Körper ausgebreitet oder umwächst er lebenswichtige Gefäße, ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich. Die Therapie dient dann vorwiegend dazu, Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und die Lebenszeit zu verlängern (palliative Therapie). Bei Patienten, die nicht operiert werden können, ist die Entlastung gestauter Gallenwege eine wichtige palliative Intervention. Die endoskopische Drainage mittels ERC mit Stentimplantation ist als Standard zu betrachten. Neben der lokalen Therapie ist die systemische Chemotherapie eine sinnvolle onkologische Therapiemöglichkeit für Patienten in einem guten Allgemeinzustand.

Häufigkeit
Bösartige Tumoren der Gallenblase treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern, Tumore der Gallenwege hingegen sind bei Männern häufiger. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 2.380 Männer und 2.990 Frauen daran. 

(red)

Quellen: 

1) A Vogel, H Wege, K Caca, B Nashan und U Neumann. Aktuelle Diagnostik und Therapie von Cholangiokarzinome. Deutsches Ärzteblatt 2014; 111: 748–54

[2] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2009/2010. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2013

Fachberater:

Prof. Arndt Vogel
Medizinische Hochschule Hannover

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 08.12.2017

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Aktualisiert am: 14.12.2017 13:56


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Gallenblasenkarzinom, Gallenblasenkrebs / Gallengangkarzinom, Gallengangkrebs Quelle: © vitanovski - fotolia.com Tumoren der Gallenwege oder -blase treten selten auf und sind in ihrer ursächlichen Entstehung noch ungeklärt. Die meisten Tumore treten sporadisch und ohne offensichtlichen Risikofaktor nach dem 50. Lebensjahr auf. Als Risikoerkrankungen in der westlichen Welt gelten chronische Entzündungen der Gallenwege, vor allem eine primär sklerosierende Cholangitis (PSC). Als weitere Risikoerkrankungen für das Gallenwegskarzinom in der Leber wurden eine chronische Hepatitis C, eine HIV-Infektion, eine Leberzirrhose, ein Diabetes mellitus sowie chronisch entzündliche Darmerkrankungen identifiziert. Für das Gallenwegskarzinom ausserhalbe wurde kürzlich in einer Metaanalyse Rauchen als relevanter Risikofaktor (relatives Risiko 1,23 im Vergleich zu Nichtrauchern) bestätigt. Da Symptome bei den Gallenblasen- und Gallengangkarzinomen erst spät auftreten, ist die Krankheit bei der Diagnosestellung meist schon weit fortgeschritten. Sie äußert sich v.a. in Anzeichen eines Rückstaus der Galle in die Leber mit begleitender mangelnder Bilirubinausscheidung. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Blutes und wird normalerweise mit der Galle aus dem Körper entfernt. Ein Überschuss im Blut führt zur Gelbfärbung der Haut und des Augenweißes (Ikterus), Juckreiz der Haut, Stuhlentfärbung und Urinverfärbung. Zusätzlich treten häufig unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. Die Diagnose wird durch eine Vielzahl körperlicher und bildgebender Untersuchungen gestellt. Dabei spielt in erster Linie die endoksopische Darstellung der Gallenblase und –wege mit Hilfe von eingespritzten Kontrastmittel (ERCP) eine Rolle. Auch Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) sind wichtige diagnostische Verfahren. Die Therapie ist abhängig von der Ausbreitung des Tumors. In frühen Stadien, wenn das Tumorwachstum noch begrenzt ist, werden die Gallenblase bzw. Gallenwege operativ entfernt. Häufig muss auch ein Teil der Leber entfernt werden, da Gallenwegstumore frühzeitig auf das Leberwachstum übergreifen. Hat sich der Tumor bereits im Körper ausgebreitet oder umwächst er lebenswichtige Gefäße, ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich. Die Therapie dient dann vorwiegend dazu, Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und die Lebenszeit zu verlängern (palliative Therapie). Bei Patienten, die nicht operiert werden können, ist die Entlastung gestauter Gallenwege eine wichtige palliative Intervention. Die endoskopische Drainage mittels ERC mit Stentimplantation ist als Standard zu betrachten. Neben der lokalen Therapie ist die systemische Chemotherapie eine sinnvolle onkologische Therapiemöglichkeit für Patienten in einem guten Allgemeinzustand. Häufigkeit Bösartige Tumoren der Gallenblase treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern, Tumore der Gallenwege hingegen sind bei Männern häufiger. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 2.380 Männer und 2.990 Frauen daran. (red) Quellen: 1) A Vogel, H Wege, K Caca, B Nashan und U Neumann. Aktuelle Diagnostik und Therapie von Cholangiokarzinome. Deutsches Ärzteblatt 2014; 111: 748–54 [2] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2009/2010. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2013 Fachberater: Prof. Arndt Vogel Medizinische Hochschule Hannover Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 08.12.2017 Weitere Basisinformationen zum Gallenblasenkrebs: Nachrichten zum Thema Hepatitis C: Gefährlich nicht nur in puncto Leberkrebs Bei älteren Menschen gehen Hepatitis-C-Infektionen mit einem erhöhten Risiko für zahlreiche Krebserkrankungen außer Leberzellkrebs einher. 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