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Burkitt-Lymphom - Therapie

Ärzte am Operieren, Quelle: © Yuri Arcurs - fotolia.com
Quelle: © Yuri Arcurs - fotolia.com

Beim Burkitt-Lymphom sollte eine schnelle Behandlung erfolgen, da sich der Krebs rasch ausbreitet. Der Ausbreitungsgrad bestimmt vornehmlich die Art der Therapie. Da das Burkitt-Lymphom sich zum Zeitpunkt der Diagnosestellung meist schon im gesamten Körper manifestiert hat, ist die Chemotherapie das Mittel der Wahl. In der Regel spricht das Burkitt-Lymphom gut auf Chemotherapie an.

Die Strahlentherapie ist eine weitere Behandlungsoption. Da sie lokal angewendet wird, ist sie jedoch meist nur in Verbindung mit der Chemotherapie sinnvoll (Radiochemotherapie). Sie kann beispielsweise auch zur Verkleinerung eines Tumors im Bauchraum genutzt werden, welcher anschließend operativ entfernt werden soll.

Chemotherapie

Je früher mit der Chemotherapie beim Burkitt-Lymphom begonnen wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die Chemotherapie zielt darauf ab, Krebszellen im ganzen Körper durch zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) abzutöten. Zytostatika wirken gut gegen rasch wachsende Zellen, eine Eigenschaft, die im besonderen Maße auf Krebszellen zutrifft.

Um die größtmögliche Wirkung gegen die Tumorzellen zu erzielen und um Nebenwirkungen zu reduzieren, werden Kombinationen verschiedenartig wirkender Zytostatika eingesetzt. Die Behandlung erfolgt in mehreren Behandlungszyklen, die sich über mehrere Wochen hinziehen. Zwischen den einzelnen Zyklen liegen längere Erholungspausen. Die Therapiezyklen werden meist mehrere Male wiederholt. Wie viele Zyklen im speziellen Fall notwendig sind bzw. durchgeführt werden, hängt vor allem davon ab, wie der Patient die Behandlung verträgt und wie sich die Therapie auf den Tumor auswirkt.

Durch die Behandlung mit Zytostatika wird auch normales Gewebe, das sich rasch erneuert, in Mitleidenschaft gezogen. Davon betroffen sind in erster Linie die Schleimhäute von Magen und Darm, das blutbildende System im Knochenmark und die Haarwurzeln. Mögliche Begleiterscheinungen der Chemotherapie sind daher Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Haarausfall, eine erhöhte Infektanfälligkeit und Blutungsneigung. Die Nebenwirkungen lassen sich zum Teil durch Begleitmaßnahmen bzw. Medikamente verhindern oder lindern. In der Regel verschwinden die Nebenwirkungen nach Ende der Chemotherapie.

Ist beim Burkitt-Lymphom auch das Gehirn befallen, ist eine normale Chemotherapie nicht wirksam. Grund dafür ist die Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn vor schädlichen Stoffen schützt. Sie lässt das Chemotherapeutikum nicht passieren. Deshalb muss das Medikament direkt in den Liquorraum gegeben werden.

Strahlentherapie

Je nach Ausbreitung und Stadium des Burkitt-Lymphoms ist auch eine Strahlentherapie sinnvoll. Die Wirkung der Strahlentherapie beruht darauf, dass sie Krebszellen vernichtet. Die Bestrahlung kommt beim Burkitt-Lymphom meist in Kombination mit einer Chemotherapie (Radiochemotherapie) zum Einsatz. Dies liegt daran, dass man das Lymphom normalerweise nicht lokalisiert, sondern generalisiert, also an mehreren Stellen des Körpers, vorfindet.

Die Strahlentherapie erfolgt von außen durch die Haut. Trotz sorgfältiger Therapieplanung und -durchführung muss mit unerwünschten Begleiterscheinungen gerechnet werden. Die Bestrahlung kann je nach Körperregion auch gesunde Organe schädigen. Komplikationen können entweder unmittelbar während der Therapie auftreten (z.B. Durchfall, Übelkeit, Blutabgang über den Enddarm) oder sich erst Wochen oder Monate nach der Behandlung bemerkbar machen.

 

(red)

Quellen:
U. Dührsen: Burkitt-Lymphom, in: G. Ehninger, S. Petasch: Colloqium Onkologie 8. Update Hämatologie / Onkologie 2009, Lukon 2009, S. 82-83
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2010

Fachliche Beratung:
Prof. Dr. Witzens-Harig
Universitätsklinikum Heidelberg

Weitere Basisinformationen zum Burkitt-Lymphom:

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Aktualisiert am: 23.06.2017 11:26