Capecitabin

Capeciatbin (Handelsname Xeloda®) ist ein cytotoxisches Medikament, das Zellen, die im Prozess der Teilung sind, zerstört. Der Wirkstoff wird im Körper, vor allem in den Tumorzellen,  in 5-Fluoruracil umgewandelt.  5-Fluoruracil ist ein Stoff der die Bildung eines neuen DNA-Stranges während der Zellteilung unterbindet. Damit ist die Zellteilung dauerhaft blockiert und die betroffenen Zellen sterben. Capecitabin kann als Tablette eingenommen werden, wohingegen 5-Fluoruracil als Injektion verabreicht wird.


Der Wirkstoff ist für Darmkrebs, metastasierten Darmkrebs, fortgeschrittenen Magenkrebs und lokal fortgeschrittenen Brustkrebs zugelassen. Bei Brustkrebspatientinnen ist es nach der Behandlung mit Anthrazyklin in Kombination mit Docetaxel zugelassen. Capecitabin kommt bei Brustkrebs auch nach Versagen von Anthrazyklinen und Taxanen in Frage und ist eine Option, wenn eine Therapie mit Anthrazyklinen nicht möglich ist.
Nebenwirkungen, die bei einer Behandlung mit Capecitabin auftreten können sind: Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Hand-Fuß-Syndrom, Fatigue und Abgeschlagenheit. Patienten die starke, unerwartete Nebenwirkungen während eine Behandlung mit Fluorpyriomidin gezeigt haben sind von der Behandlung mit Capecitabin ausgeschlossen. Patienten bei denen keine aktive Dihydropyrimidin-Dehydrogenase nachgewiesen werden kann dürfen Capecitabin nicht einnehmen. Schwangere oder stillende Frauen dürfen nicht mit Capecitabin therapiert werden, das gleiche gilt für Patienten die geschwächte Nieren oder eine gestörte Leberfunktion haben. Capecitabin darf auch nicht verschrieben werden sofern Patienten einen Mangel an weißen Blutkörperchen (Neutrophile, Leukozyten oder Thrombozyten) haben. Eben so wenig dürfen Patienten, die 4 Wochen vor Beginn der Behandlung, bereits mit ähnlichen Medikamenten (z.B. Brivudin) behandelt wurden, Capecitabin einnehmen.

Quellen:

Preiß, Dornoff, Schmieder, Honecker, Claßen (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2014/15, 17. Auflage, W. Zuckschwerdt Verlag München, 2014.

Ernst Mutschler, Gerd Geisslinger, Heyo K. Kroemer, Sabine Menzel, Peter Ruth (Hrsg.):

Mutschler Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie, der klinischen Pharmakologie und Toxikologie, 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2013.

EMA European Public Assessment Reports, online unter http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/landing/epar_search.jsp&mid=WC0b01ac058001d125

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 19.09.2017

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Aktualisiert am: 15.12.2017 13:24