Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Sport bei Krebs: So wichtig wie ein Medikament

Quelle: © Halfpoint - Fotolia.com

Der griechische Arzt Hippokrates (460-463 v. Chr.) wusste schon vor 2500 Jahren: „Wenn wir jedem Individuum das richtige Maß an Nahrung und Bewegung zukommen lassen könnten, hätten wir den sichersten Weg zur Gesundung gefunden.“ Wie Recht er damit gerade in Bezug auf Krebspatienten hatte, wurde in den letzten Jahren immer deutlicher.

Die Wirkungen von Sport bei Krebspatienten wurden in letzter Zeit vermehrt in klinischen Studien untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass körperliche Aktivität messbar die Nebenwirkungen einer Chemo- oder antihormonellen Therapie reduzieren kann. Außerdem steigert sich die Leistungsfähigkeit und das Selbstbewusstsein wird gestärkt – was die Lebensqualität enorm verbessern kann. Doch nicht nur das: Körperliche Aktivität hat auch direkte Einflüsse auf die Entstehung von Krebs, den Verlauf einer Krebserkrankung und das Rückfallrisiko. Sie leistet somit sowohl in der Primär-, Sekundär- und auch Tertiärprävention ihren Beitrag zur Vorbeugung von Krebs. Außerdem kann Sport die Lebensqualität während der Erkrankung  verbessern.

Dem Krebs davonlaufen

Quelle: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Wer regelmäßig Sport treibt, baut  demnach einer Krebserkrankung vor. Man geht heute davon aus, dass sportlich aktive Menschen ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent reduzieren können. Wenn dennoch Krebs auftritt, haben Patienten, die vor ihrer Erkrankung regelmäßig Sport getrieben haben, nachweislich ein geringeres Rückfallrisiko. 

Auch bislang eher inaktive Patienten können von einer Änderung ihres Lebensstils profitieren: Körperliche Aktivität nach einer Tumorerkrankung reduziert nachweislich die Gefahr eines Rückfalls und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Heilung. Dieser Effekt kann sich je nach Tumorart im gleichen Maße vorteilhaft auswirken wie eine Chemo- oder Antihormontherapie. Besonders gut erforscht ist dies bisher für Brust-, Darm- und Prostatakrebs. Beispielsweise belegt eine aktuelle Studie aus den USA die Notwendigkeit von Sport bei Brustkrebspatientinnen. Darin wurde untersucht inwieweit Walking oder Jogging die Überlebensrate von Frauen mit Brustkrebs beeinflusst. Aus der Studie geht hervor, dass die Intensität der sportlichen Aktivität in Zusammenhang mit der Überlebensrate steht. Es wird besonders deutlich, dass vor allem Jogging die Brustkrebsmortalität verringert. Aber auch für Leukämie- und andere Krebspatienten haben sich in Studien schon positive Effekte gezeigt.

Eine aktuelle Studie aus den USA belegt die Notwendigkeit von Sport bei Brustkrebspatientinnen. Darin wurde untersucht inwieweit Walking oder Jogging die Überlebenrate von Frauen mit Brustkrebs beeinflusst. Aus der Studie geht hervor, dass die Intensität der sportlichen Aktivität die Überlebensrate beeinflusst. Es wird besonders deutlich, dass vor allem Jogging die Brustkrebsmortalität verringert.

Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2017 untersuchte den Effekt von körperlichem Training auf die Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen. Dafür mussten Brustkrebspatientinnen mit dem Stadium I-III 24 Stunden vor der Chemotherapie eine 30-minütige Bewegungseinheit absolvieren. Das Ergebnis: Deutlich verbesserte Ruhepuls- und Blutdruckwerte. Außerdem konnten weitere positive Effekte wie weniger depressive Verstimmungen und der Rückgang von Rückenschmerzen verzeichnet werden. Dennoch sollte ein solches Training zunächst mit dem Arzt abgeklärt werden, denn nicht jeder Patient ist in der entsprechenden körperlichen Verfassung. 

Warum wirkt Sport gegen Krebs?

Quelle: © Gina Sanders - Fotolia.com

Die biologischen Mechanismen, die erklären, warum Sport einen direkten Einfluss auf Krebs hat, sind noch weitestgehend unbekannt. Das hat auch damit zu tun, dass das Wachstum von Tumoren von sehr komplexen Vorgängen abhängig ist. Da körperliche Aktivität allerdings fast alle Organsysteme anregt und auch das Gehirn beeinflusst, wirkt sich dies auch auf die der Krebsentstehung zugrunde liegenden Faktoren aus. So wird die Durchblutung des gesamten Körpers gefördert, was wiederum den Krebszellen das Überleben erschwert. Auch sind die Krebszellen in ihrem Wachstum  auf die Abbauprodukte von Glukose angewiesen, welche bei sportlicher Betätigung vermehrt verbraucht werden.  

Sport bringt den Energiehaushalt auf Touren und hilft, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Er hat zudem positive Effekte auf die Psyche, was sich ebenfalls  auf die allgemeine Befindlichkeit und auf das Immunsystem auswirkt. Als tumorspezifische Effekte kommen ferner der Einfluss auf Sexualhormone, antioxidative Wirkungen oder eine Verbesserung von DNA-Reparaturmechanismen infrage, ebenso die Verringerung von Insulin und körpereigenen Botenstoffen (z. B. IGF, Interleukin, TNF). Hinzu kommen weitere Mechanismen, die für bestimmte Krebsarten entscheidend sind: Durch das Anregen des Stoffwechsels wird beispielsweise die Kontaktzeit möglicher krebserregender Stoffe in Magen und Darm verkürzt. Bei Frauen mit hormonabhängig wachsendem Brustkrebs senkt Sport den Östrogenspiegel in Blut und Gewebe – ebenso wie eine medikamentöse antihormonelle Therapie.

Nicht zu unterschätzen ist auch die mit Sport einhergehende gesündere Lebensweise: Wer Sport treibt, verzichtet oft automatisch auf den übermäßigen Konsum von Alkohol oder Nikotin. Auch die eigene Körperwahrnehmung verändert sich und wird bewusster, sodass Veränderungen des Befindens häufiger bereits in einem früheren Stadium der Krebserkrankung wahrgenommen werden und somit einen früheren Therapiestart ermöglichen. Ein Beispiel ist die Kachexie, der Gewichtsverlust in den ersten sechs Monaten der Krebserkrankung. Ist man sich über den Stand der eigenen Ausdauerleistungsfähigkeit im Klaren, können die Symptome frühzeitig erkannt werden.

Welche und wie viel Bewegung?

Quelle: © psdesign1 - Fotolia.com

Zwischen der Menge an Sport und der Anti-Krebs-Wirkung gibt es einen direkten Zusammenhang: Je mehr Bewegung, desto größer der Effekt.  Dennoch ist auch Vorsicht vor Überlastung geboten, es gilt ein moderates, an die individuellen Möglichkeiten des Patienten angepasstes Trainingsprogramm zu entwerfen. Als besonders vorteilhaft hat sich bisher ein kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining erwiesen, mit zusätzlichen Elementen zur Schulung von Flexibilität und Koordination. An das Krafttraining muss sich unbedingt eine Phase der Regeneration und Erholung anschließen. Auch ist eine auf das Sportprogramm abgestimmte Ernährung vonnöten um den Körper nicht zu überfordern.

Idealerweise sollte man sich 18-25 MET pro Woche sportlich betätigen. MET (metabolic equivalent task) ist die Einheit für den Stoffwechsel bei körperlicher Aktivität; 1 MET entspricht dem Energieverbrauch von 1kcal pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde. Besonders viele MET pro Stunde verbrauchen Sie beim Schwimmen (8), Fußballspielen, Skifahren oder Joggen (je 7). Aber auch häusliche Tätigkeiten wie Staubsaugen (6), Gartenarbeit (5) und Rasenmähen (5,5) füllen schnell ihr MET-Konto. Wenn Sie es lieber etwas ruhiger angehen lassen, können Sie auch mit mehreren Stunden Walken (4), Spazierengehen (3) oder Radfahren (4) auf ihr wöchentliches MET-Soll kommen. Empfehlenswert ist es, sich bei der Erstellung und Ausübung des Sportprogramms fachlich beraten zu lassen.  Initiativen wie OnkoAktiv setzen sich für ein individualisiertes, gut erreichbares und patientengerechtes Netz an Sportangeboten ein. Ziel ist eine verbesserte Behandlung durch das Abstimmen des bewegungstherapeutischen Ansatzes auf die unterschiedlichen onkologischen Krankheitsbilder. Eine Reihe an Anlaufstellen finden Sie hier:
https://www.nct-heidelberg.de/fileadmin/media/fuer_patienten/beratung/bewegung/OnkoAktiv/0706_Sport_und_Krebs_web.pdf

Wofür Sie sich auch entscheiden, wichtig ist: Es muss Ihnen Spaß machen! Sport und Bewegung holen Sie aus dem Teufelskreis von Krankheit, Depression und Vereinsamung – oder, wie es Joachim Ringelnatz ausdrückt: „Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine//Kürzt die öde Zeit//und er schützt uns durch Vereine//Vor der Einsamkeit.“

Literaturtipp:

Hier erfahren Sie welche sportlichen Aktivitäten für Krebsbetroffene möglich sind und welche körperlichen Beschwerden sich durch Bewegung bei welcher Krebsart verbessern lassen.
http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/048_0046.pdf

(pp)

 

Quellen:

[1] Bayerische Krebsgesellschaft e. V.: Krebs und Sport http://www.krebsgesellschaft.de/download/bkg_broschuere_krebs-und-sport_2013.pdf[2] Davies [2] NJ, Batehup L, Thomas R. The role of diet and physical activity in breast, colorectal, and prostate cancer survivorship: a review of the literature. British Journal of Cancer (2011) 105, S52 – S73; doi:10.1038/bjc.2011.423

[3]Deutsche Krebshilfe: Bewegung und Sport bei Krebs. (Reihe Blaue Rategeber)  http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/048_0046.pdf

[4] Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.) Sport und Krebs. Kann man dem Krebs davonlaufen? FORUM, Band 26, Ausgabe 03.2011.

[5] Lemanne D, Cassileth B, Gubili J. The role of physical activity in cancer prevention, treatment, recovery, and survivorship. Oncology. 2013 Jun;27(6):580-5.

[6] Schoenberg MH, Vortrag: Sporttherapie für Tumorpatienten--Ausruhen war gestern. Bayerisches Krebsforum München, 10.04.2013

[7] Senologiekongress 2013: Sport bei Krebs. Interview mit Dr. Doris Augustin, Chefärztin am Brustzentrum Deggendorf.

[8] Prof. Dr. med. Tino F. Schwarz: Jogging verringert die Brustkrebsmortalität

[9] https://www.springermedizin.de/jogging-verringert-die-brustkrebsmortalitaet/9307140

[10] Krakowski-Roosen H. Sport und Krebsprävention. Der Onkologe. März 2017; 23:438-445.

[11] Ebert M, Riemann j.F.: Positionspapier: Sport (Bewegung) und (Darm-) Krebs. Forum. April 2017. 32:187-191.

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 27.11.2017

Experteninterview zum Thema:

Mehr zum Thema bewusst leben - Krebs vorbeugen:

Zurück

Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19


Fatal error: Uncaught exception Exception with message Query error: Duplicate entry 'https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-infor' for key 'url' (INSERT INTO tl_search (tstamp, url, title, protected, filesize, groups, pid, language, text, checksum) VALUES (1513238043, 'https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/sport-bei-krebs-so-wichtig-wie-/articles/onko-internetportal-basis-informationen-krebs-basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen-sport-bei-krebs-so-wichtig-wie-.html', 'Sport bei Krebs: So wichtig wie ein Medikament', '', '88.77', 0, '1167', 'de', 'Sport bei Krebs: So wichtig wie ein Medikament Sport hilft, die Nebenwirkungen einer Krebstherapie messbar zu reduzieren und die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Das zeigen aktuelle Studien. Außerdem hat körperliche Aktivität … deutsch englisch Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags. Sport bei Krebs: So wichtig wie ein Medikament Quelle: © Halfpoint - Fotolia.com Der griechische Arzt Hippokrates (460-463 v. Chr.) wusste schon vor 2500 Jahren: „Wenn wir jedem Individuum das richtige Maß an Nahrung und Bewegung zukommen lassen könnten, hätten wir den sichersten Weg zur Gesundung gefunden.“ Wie Recht er damit gerade in Bezug auf Krebspatienten hatte, wurde in den letzten Jahren immer deutlicher. Die Wirkungen von Sport bei Krebspatienten wurden in letzter Zeit vermehrt in klinischen Studien untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass körperliche Aktivität messbar die Nebenwirkungen einer Chemo- oder antihormonellen Therapie reduzieren kann. Außerdem steigert sich die Leistungsfähigkeit und das Selbstbewusstsein wird gestärkt – was die Lebensqualität enorm verbessern kann. Doch nicht nur das: Körperliche Aktivität hat auch direkte Einflüsse auf die Entstehung von Krebs, den Verlauf einer Krebserkrankung und das Rückfallrisiko. Sie leistet somit sowohl in der Primär-, Sekundär- und auch Tertiärprävention ihren Beitrag zur Vorbeugung von Krebs. Außerdem kann Sport die Lebensqualität während der Erkrankung verbessern. Dem Krebs davonlaufen Quelle: © Robert Kneschke - Fotolia.com Wer regelmäßig Sport treibt, baut demnach einer Krebserkrankung vor. Man geht heute davon aus, dass sportlich aktive Menschen ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent reduzieren können. Wenn dennoch Krebs auftritt, haben Patienten, die vor ihrer Erkrankung regelmäßig Sport getrieben haben, nachweislich ein geringeres Rückfallrisiko. Auch bislang eher inaktive Patienten können von einer Änderung ihres Lebensstils profitieren: Körperliche Aktivität nach einer Tumorerkrankung reduziert nachweislich die Gefahr eines Rückfalls und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Heilung. Dieser Effekt kann sich je nach Tumorart im gleichen Maße vorteilhaft auswirken wie eine Chemo- oder Antihormontherapie. Besonders gut erforscht ist dies bisher für Brust-, Darm- und Prostatakrebs. Beispielsweise belegt eine aktuelle Studie aus den USA die Notwendigkeit von Sport bei Brustkrebspatientinnen. Darin wurde untersucht inwieweit Walking oder Jogging die Überlebensrate von Frauen mit Brustkrebs beeinflusst. Aus der Studie geht hervor, dass die Intensität der sportlichen Aktivität in Zusammenhang mit der Überlebensrate steht. Es wird besonders deutlich, dass vor allem Jogging die Brustkrebsmortalität verringert. Aber auch für Leukämie- und andere Krebspatienten haben sich in Studien schon positive Effekte gezeigt. Eine aktuelle Studie aus den USA belegt die Notwendigkeit von Sport bei Brustkrebspatientinnen. Darin wurde untersucht inwieweit Walking oder Jogging die Überlebenrate von Frauen mit Brustkrebs beeinflusst. Aus der Studie geht hervor, dass die Intensität der sportlichen Aktivität die Überlebensrate beeinflusst. Es wird besonders deutlich, dass vor allem Jogging die Brustkrebsmortalität verringert. Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2017 untersuchte den Effekt von körperlichem Training auf die Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen. Dafür mussten Brustkrebspatientinnen mit dem Stadium I-III 24 Stunden vor der Chemotherapie eine 30-minütige Bewegungseinheit absolvieren. Das Ergebnis: Deutlich verbesserte Ruhepuls- und Blutdruckwerte. Außerdem konnten weitere positive Effekte wie weniger depressive Verstimmungen und der Rückgang von Rückenschmerzen verzeichnet werden. Dennoch sollte ein solches Training zunächst mit dem Arzt abgeklärt werden, denn nicht jeder Patient ist in der entsprechenden körperlichen Verfassung. Warum wirkt Sport gegen Krebs? Quelle: © Gina Sanders - Fotolia.com Die biologischen Mechanismen, die erklären, warum Sport einen direkten Einfluss auf Krebs hat, sind noch weitestgehend unbekannt. Das hat auch damit zu tun, dass das Wachstum von Tumoren von sehr komplexen Vorgängen abhängig ist. Da körperliche Aktivität allerdings fast alle Organsysteme anregt und auch das Gehirn beeinflusst, wirkt sich dies auch auf die der Krebsentstehung zugrunde liegenden Faktoren aus. So wird die Durchblutung des gesamten Körpers gefördert, was wiederum den Krebszellen das Überleben erschwert. Auch sind die Krebszellen in ihrem Wachstum auf die Abbauprodukte von Glukose angewiesen, welche bei sportlicher Betätigung vermehrt verbraucht werden. Sport bringt den Energiehaushalt auf Touren und hilft, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Er hat zudem positive Effekte auf die Psyche, was sich ebenfalls auf die allgemeine Befindlichkeit und auf das Immunsystem auswirkt. Als tumorspezifische Effekte kommen ferner der Einfluss auf Sexualhormone, antioxidative Wirkungen oder eine Verbesserung von DNA-Reparaturmechanismen infrage, ebenso die Verringerung von Insulin und körpereigenen Botenstoffen (z. B. IGF, Interleukin, TNF). Hinzu kommen weitere Mechanismen, die für bestimmte Krebsarten entscheidend sind: Durch das Anregen des Stoffwechsels wird beispielsweise die Kontaktzeit möglicher krebserregender Stoffe in Magen und Darm verkürzt. Bei Frauen mit hormonabhängig wachsendem Brustkrebs senkt Sport den Östrogenspiegel in Blut und Gewebe – ebenso wie eine medikamentöse antihormonelle Therapie. Nicht zu unterschätzen ist auch die mit Sport einhergehende gesündere Lebensweise: Wer Sport treibt, verzichtet oft automatisch auf den übermäßigen Konsum von Alkohol oder Nikotin. Auch die eigene Körperwahrnehmung verändert sich und wird bewusster, sodass Veränderungen des Befindens häufiger bereits in einem früheren Stadium der Krebserkrankung wahrgenommen werden und somit einen früheren Therapiestart ermöglichen. Ein Beispiel ist die Kachexie, der Gewichtsverlust in den ersten sechs Monaten der Krebserkrankung. Ist man sich über den Stand der eigenen Ausdauerleistungsfähigkeit im Klaren, können die Symptome frühzeitig erkannt werden. Welche und wie viel Bewegung? Quelle: © psdesign1 - Fotolia.com Zwischen der Menge an Sport und der Anti-Krebs-Wirkung gibt es einen direkten Zusammenhang: Je mehr Bewegung, desto größer der Effekt. Dennoch ist auch Vorsicht vor Überlastung geboten, es gilt ein moderates, an die individuellen Möglichkeiten des Patienten angepasstes Trainingsprogramm zu entwerfen. Als besonders vorteilhaft hat sich bisher ein kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining erwiesen, mit zusätzlichen Elementen zur Schulung von Flexibilität und Koordination. An das Krafttraining muss sich unbedingt eine Phase der Regeneration und Erholung anschließen. Auch ist eine auf das Sportprogramm abgestimmte Ernährung vonnöten um den Körper nicht zu überfordern. Idealerweise sollte man sich 18-25 MET pro Woche sportlich betätigen. MET (metabolic equivalent task) ist die Einheit für den Stoffwechsel bei körperlicher Aktivität; 1 MET entspricht dem Energieverbrauch von 1kcal pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde. Besonders viele MET pro Stunde verbrauchen Sie beim Schwimmen (8), Fußballspielen, Skifahren oder Joggen (je 7). Aber auch häusliche Tätigkeiten wie Staubsaugen (6), Gartenarbeit (5) und Rasenmähen (5,5) füllen schnell ihr MET-Konto. Wenn Sie es lieber etwas ruhiger angehen lassen, können Sie auch mit mehreren Stunden Walken (4), Spazierengehen (3) oder Radfahren (4) auf ihr wöchentliches MET-Soll kommen. Empfehlenswert ist es, sich bei der Erstellung und Ausübung des Sportprogramms fachlich beraten zu lassen. Initiativen wie OnkoAktiv setzen sich für ein individualisiertes, gut erreichbares und patientengerechtes Netz an Sportangeboten ein. Ziel ist eine verbesserte Behandlung durch das Abstimmen des bewegungstherapeutischen Ansatzes auf die unterschiedlichen onkologischen Krankheitsbilder. Eine Reihe an Anlaufstellen finden Sie hier: https://www.nct-heidelberg.de/fileadmin/media/fuer_patienten/beratung/bewegung/OnkoAktiv/0706_Sport_und_Krebs_web.pdf Wofür Sie sich auch entscheiden, wichtig ist: Es muss Ihnen Spaß machen! Sport und Bewegung holen Sie aus dem Teufelskreis von Krankheit, Depression und Vereinsamung – oder, wie es Joachim Ringelnatz ausdrückt: „Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine//Kürzt die öde Zeit//und er schützt uns durch Vereine//Vor der Einsamkeit.“ Literaturtipp: Hier erfahren Sie welche sportlichen Aktivitäten für Krebsbetroffene möglich sind und welche körperlichen Beschwerden sich durch Bewegung bei welcher Krebsart verbessern lassen. http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/048_0046.pdf (pp) Quellen: [1] Bayerische Krebsgesellschaft e. V.: Krebs und Sport http://www.krebsgesellschaft.de/download/bkg_broschuere_krebs-und-sport_2013.pdf[2] Davies [2] NJ, Batehup L, Thomas R. The role of diet and physical activity in breast, colorectal, and prostate cancer survivorship: a review of the literature. British Journal of Cancer (2011) 105, S52 – S73; doi:10.1038/bjc.2011.423 [3]Deutsche Krebshilfe: Bewegung und Sport bei Krebs. (Reihe Blaue Rategeber) http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/048_0046.pdf [4] Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.) Sport und Krebs. Kann man dem Krebs davonlaufen? FORUM, Band 26, Ausgabe 03.2011. [5] Lemanne D, Cassileth B, Gubili J. The role of physical activity in cancer prevention, treatment, recovery, and survivorship. Oncology. 2013 Jun;27(6):580-5. [6] Schoenberg MH, Vortrag: Sporttherapie für Tumorpatienten--Ausruhen war gestern. Bayerisches Krebsforum München, 10.04.2013 [7] Senologiekongress 2013: Sport bei Krebs. Interview mit Dr. Doris Augustin, Chefärztin am Brustzentrum Deggendorf. [8] Prof. Dr. med. Tino F. Schwarz: Jogging verringert die Brustkrebsmortalität [9] https://www.springermedizin.de/jogging-verringert-die-brustkrebsmortalitaet/9307140 [10] Krakowski-Roosen H. Sport und Krebsprävention. Der Onkologe. März 2017; 23:438-445. [11] Ebert M, Riemann j.F.: Positionspapier: Sport (Bewegung) und (Darm-) Krebs. Forum. April 2017. 32:187-191. Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 27.11.2017 Experteninterview zum Thema: Quelle: © dkg-web.gmbh Sport bei Krebs: Experteninterview Auf welche Weise Sport Einfluss auf Krebs hat – und was der Einzelne konkret tun kann – dies erläutert Dr. Freerk Baumann im Experteninterview. Er ist Wissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule Köln und Autor des Buches „Sport und körperliche Aktivität in der Onkologie“. Weiterlesen Sport bei Krebs: Experteninterview Themen: Prävention Sport Mehr zum Thema bewusst leben - Krebs vorbeugen: Quelle: © satori - fotolia.com Durch Bewegung Krebs vorbeugen Körperliche Aktivität ist nicht nur gut für das Wohlbefinden, sondern kann auch das Risiko für zahlreiche Krebserkrankungen senken bzw. die Prognose im Falle einer solchen Erkrankung verbessern. Doch zeigen aktuelle Untersuchungen auch, dass gut ein Drittel der europäischen erwachsenen Bevölkerung sich nicht ausreichend körperlich bewegt. Weiterlesen Durch Bewegung Krebs vorbeugen Themen: Prävention Lebensstil Sport Quelle: © Tomo Jesenicnik - fotolia.com Mit gesunder Ernährung Krebs vorbeugen Eine gesunde Ernährung hilft, einer Vielzahl von Krankheiten vorzubeugen. Auch bei der Entstehung von Krebs spielt die Ernährung möglicherweise eine wichtige Rolle. Erfahren Sie mehr über gesunde Ernährung und welche Schadstoffe im Essen Sie meiden sollten. Weiterlesen Mit gesunder Ernährung Krebs vorbeugen Themen: Prävention Ernährung Quelle: © photo 5000 - fotolia.com Alkohol und Krebserkrankungen Alkohol steigert das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen. Welche Krebsarten durch den Konsum von Alkohol entstehen können, erfahren Sie in unserem Schwerpunktthema. Weiterlesen Alkohol und Krebserkrankungen Themen: Risikofaktor Chronisch erschöpft bei Brustkrebstherapie: Bewegung hilft Allerdings kommt es darauf an, dass die sportlichen Aktivitäten regelmäßig und mit einer gewissen Häufigkeit stattfinden. Nur dann können sie die krebs- und therapiebedingte Fatigue lindern und die Lebensqualität verbessern. Weiterlesen Chronisch erschöpft bei Brustkrebstherapie: Bewegung hilft Themen: Brustkrebs Supportivtherapie Lebensqualität Sport Eierstockkrebs: Sport unter Anleitung Sportliche Betätigung kann die Lebensqualität bei einer Erkrankung an Eierstockkrebs verbessern. Eine telefonische Anleitung reicht dabei offenbar schon aus. Weiterlesen Eierstockkrebs: Sport unter Anleitung Themen: Eierstockkrebs Leben mit Krebs Lebensqualität Sport Viel Bewegung senkt Risiko für Gebärmutterkörperkrebs Was bei vielen Krebsarten schon länger bekannt ist, gilt offenbar auch für Gebärmutterkörperkrebs: Sportliche Betätigung senkt das Erkrankungsrisiko. Weiterlesen Viel Bewegung senkt Risiko für Gebärmutterkörperkrebs Themen: Gebärmutterkörperkrebs Prävention Risikofaktor Sport Sport nach Brustkrebs kein Selbstläufer Auch wenn körperliche Bewegung während und nach einer Brustkrebserkrankung guttut – es kostet die Patientinnen offenbar Überwindung, regelmäßig Sport zu treiben. Weiterlesen Sport nach Brustkrebs kein Selbstläufer Themen: Brustkrebs Leben mit Krebs Lebensqualität Lebensstil Sport Themen: Prävention Sport Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19 Twitter Facebook Beratung Prostatakrebs Neue Option für die Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms Für Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom gibt es jetzt eine neue Therapieoption. Eine Initiative der Janssen-Cilag GmbH. >> Weiterlesen Alle News anzeigen Hautkrebs COLUMBUS-Studie: Encorafenib + Binimetinib beim metastasierten Melanom – ADO 2017 Im Gespräch stellen Prof. Reinhard Dummer (Zürich) und Prof. Ralf Gutzmer (Hannover) die Ergebnisse des 2. Teils der COLUMBUS-Studie zum Vergleich der Wirksamkeit und Verträglichkeit der Kombination aus dem BRAF-Inhibitor Encorafenib und dem MEK-Inhibitor Binimetinib versus der Encorafenib-Monotherapie beim metastasierten BRAF-positiven Melanom vor. Die beiden Experten analysieren dabei auch die Ergebnisse des 1. Teils und gehen auf die Verträglichkeit der Therapie ein. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Stellenwert der Monotherapie mit einem BRAF-Inhibitor im klinischen Alltag. >> Weiterlesen Alle Termine anzeigen Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheits- informationen. Kontrollieren Sie dies hier. Kontakt | Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluss | Sitemap Sport, Bewegung, Krebs, Diagnose, Krebspatient, Angehörige, Krebsbehandlung Onko Internetportal, , Den Artikel lesen: Sport bei Krebs: Experteninterview, Freerk Baumann, Quelle: © dkg-web, Den Artikel lesen: Durch Bewegung Krebs vorbeugen, Walkerinnen im Wald, Quelle: © satori - fotolia.com, Den Artikel lesen: Mit gesunder Ernährung Krebs vorbeugen, Obst und Gemüse, Quelle: © Tomo Jesenicnik - fotolia.com, Den Artikel lesen: Alkohol und Krebserkrankungen, Mann schenkt sich Bier ein, Quelle: © photo 5000 - fotolia.com, Den Artikel lesen: Chronisch erschöpft bei Brustkrebstherapie: Bewegung hilft, Den Artikel lesen: Eierstockkrebs: Sport unter Anleitung, Den Artikel lesen: Viel Bewegung senkt Risiko für Gebärmutterkörperkrebs, Den Artikel lesen: Sport nach Brustkrebs kein Selbstläufer, Beratung, Alle News anzeigen, Alle Termine anzeigen, afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2012/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Deutsche Krebsgesellschaft e.V. und sein/ihr Internet-Angebot: www.krebsgesellschaft.de, Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen, Kontakt zum Onko-Internetportal, Impressum des Onko-Internetportals, Datenschutz, Haftungsausschluss des Onko-Internetportals, Sitemap', 'e123262d0f0eee04c191c49928bd7006')) thrown in system/modules/core/library/Contao/Database/Statement.php on line 295
#0 system/modules/core/library/Contao/Database/Statement.php(264): Contao\Database\Statement->query()
#1 system/modules/core/library/Contao/Search.php(218): Contao\Database\Statement->execute()
#2 system/modules/core/classes/FrontendTemplate.php(330): Contao\Search::indexPage(Array)
#3 system/modules/core/classes/FrontendTemplate.php(124): Contao\FrontendTemplate->addToSearchIndex()
#4 system/modules/core/pages/PageRegular.php(190): Contao\FrontendTemplate->output(true)
#5 system/modules/core/controllers/FrontendIndex.php(285): Contao\PageRegular->generate(Object(Contao\PageModel), true)
#6 index.php(20): Contao\FrontendIndex->run()
#7 {main}