Zweittherapie lohnt bei fortgeschrittenem Nierenkrebs

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Die Überlebenszeit kann auch außerhalb klinischer Studien verlängert werden, wenn metastasierter Nierenkrebs, der nach einer ersten Therapie fortschreitet, erneut zielgerichtet behandelt wird

Im fortgeschrittenen Stadium, wenn sich Nierenkrebs bereits in andere Organe ausgebreitet und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, gebildet hat, kehrt er oft trotz zunächst anschlagender Therapie zurück. In dieser Situation eine zweite gezielte Behandlung zu versuchen, kann in vielen Fällen die Überlebensaussichten verbessern – im realen Leben so wie in klinischen Studien. Das zeigen die Ergebnisse einer britischen Untersuchung in der Fachzeitschrift Annals of Oncology, in die die Daten von Patienten eingingen, die außerhalb von klinischen Studien behandelt worden waren.

Die Patienten litten an metastasiertem Nierenkrebs und wurden zwischen 2009 und 2012 in einem onkologischen Zentrum in Großbritannien zielgerichtet mit einem sogenannten Tyrosinkinasehemmer behandelt. 16 Prozent der Patienten erhielten, als die Krankheit weiter voranschritt, eine Zweittherapie. Auch sie erfolgt mit einem Wirkstoff aus der Gruppe der zielgerichteten Therapien. Rund 24 Monate nach Beginn der Ersttherapie war die Hälfte der Patienten noch am Leben. Das Gesamtüberleben war bei den Patienten, die, nachdem die Krankheit wieder voranschritt, eine Zweittherapie erhalten hatten, mit 33 Monaten signifikant besser als bei denjenigen ohne weitere Therapie mit 21 Monaten.

Nach Ansicht der Studienautoren konnte damit in der Praxis eine ähnliche Verbesserung des Überlebens durch eine zielgerichtete Zweittherapie erreicht werden wie unter Studienbedingungen. Schreitet metastasierter Nierenkrebs nach einer ersten Therapie weiter voran, sei die Zweittherapie offenbar der wichtigste prognostische Faktor für das weitere Überleben.

 

Quelle:

Wagstaff, J. et al.: Treatment patterns and clinical outcomes in patients with renal cell carcinoma in the UK: Insights from the RECCORD Registry. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung 21. Oktober 2015, doi: 10.1093/annonc/mdv504

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 15.12.2017 21:20