Zweittherapie bei Analkrebs

Nachricht vom 24.01.2022

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Bei voranschreitendem Plattenepithelkarzinom des Anus kann eine zweite systemische Therapie die Krankheit aufhalten.

Für die Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem, wiedergekehrtem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Anus steht in der Erstlinientherapie eine Kombinationschemotherapie zur Verfügung. Einen Standard für die Zweittherapie gibt es hingegen bislang nicht. Offenbar profitieren die Patienten auch in der Zweitbehandlung von einer Chemotherapie, wie Wissenschaftler nach Auswertung zweier Studien in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer berichteten.

An den beiden Studien Epitopes-HPV01 und Epitopes-HPV02 nahmen 115 Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom des Anus teil. Sie hatten in der Erstbehandlung eine Chemotherapie mit der Standardkombination erhalten. Nun, nachdem die Krankheit weiter voranschritt oder zurückgekehrt war, wurden 73 von ihnen mit einer Zweittherapie behandelt. Besonders gute Überlebenszeiten wurden bei denjenigen Patienten erzielt, die wegen einzelner Metastasen operiert oder bestrahlt wurden. Aber auch die systemischen, also im ganzen Körper wirkenden Therapien wie Immun- und Chemotherapie zahlten sich offenbar aus und konnten längere Überlebenszeiten bewirken.

Nach Ansicht der Studienautoren seien Zweitbehandlungen bei Patienten mit voranschreitendem Plattenepithelkarzinom des Anus effektiv. Wenn einzelne Metastasen auftauchen, haben sich demnach besonders ablative Verfahren wie Operation und Strahlentherapie bewährt. Ansonsten könnten systemische Therapien wie Chemotherapie und Immuncheckpoint-PD1- und -PD-L1-Blockade empfohlen werden. Selbst eine Wiederholung der Kombinationschemotherapie sei wirksam. 

 

Quelle:

Stouvenot M et al. Second-line treatment after docetaxel, cisplatin and 5-fluorouracil in metastatic squamous cell carcinomas of the anus. Pooled analysis of prospective Epitopes-HPV01 and Epitopes-HPV02 studies. European Journal of Cancer 2022;162:138-47

 

(kvk)

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