Zweitmelanome: Nicht nur an der Haut

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Nach einer ersten Erkrankung an schwarzem Hautkrebs ist das Risiko auch für Melanome in der Schleimhaut oder am Auge erhöht.

Neun von zehn malignen Melanomen entstehen in der Haut, die übrigen zehn Prozent in anderen Strukturen wie den Schleimhäuten im Mundraum oder Anogenitalbereich oder im Auge. Nicht die Haut betreffende Melanome sind in der Regel besonders aggressiv und mit einer eher ungünstigen Prognose verbunden. Wie sich jetzt herausstellte, haben Patienten mit einem Hautmelanom in der Vorgeschichte ein erhöhtes Risiko, später an einem Melanom, das nicht die Haut betrifft, zu erkranken. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

Die Forscher werteten die Daten einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie mit Daten aus einer großen Krebsdatenbank aus. Dabei erfassten sie Erkrankungsfälle an Melanomen der Haut, aber auch des Auges und der Schleimhaut im Mund- und Genitalbereich.

Es zeigte sich, dass Patienten mit einem früheren malignen Melanom der Haut häufiger als die Allgemeinbevölkerung an einem zweiten Melanom der Haut erkrankten, aber auch häufiger an einem Melanom des Auges, der Schleimhaut im Mund, im Scheidenbereich und in der Region um den Gebärmutterhals. 

Bei der Nachsorge von Patienten mit schwarzem Hautkrebs müsse auch auf die Schleimhäute und die Augen geachtet werden, so die Empfehlung der Studienautoren, um auch dort eventuelle Zweitmelanome frühzeitig zu bemerken.

 

Quelle:

Beroukhim K et al. Risk of second primary cutaneous and noncutaneous melanoma after cutaneous melanoma diagnosis: A population-based study. Journal of the American Academy of Dermatology 2020, 82(3):683-9

 

(KvK) 

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Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 21:49