Zweiter Krebs nach myeloischer Leukämie?

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Nicht unbedingt selten, wie schwedische Forscher in einer Studie herausstellen.

Patienten mit einer Erkrankung des blutbildenden Systems wie akuter myeloischer Leukämie (AML), chronischer myeloischer Leukämie (CML) und myelodysplastischem Syndrom können heute dank neuer Therapien oft viele Jahre mit der Erkrankung leben oder werden sogar geheilt. Doch fordern die Therapien manchmal ihren Preis: Langfristig ist das Risiko für eine zweite Krebserkrankung erhöht, wie aus einer schwedischen Studie in der Fachzeitschrift Lancet Haematology hervorgeht.

Die Forscher konnten sich bei ihrer Analyse auf die schwedische Krebsdatenbank stützen, in der zwischen 1958 und 2015 35.928 Personen mit einer myeloischen Krebserkrankung erfasst worden waren, darunter AML, CML und myelodysplastisches Syndrom. 

Grundsätzlich war das Risiko für eine zweite Krebserkrankung im Anschluss an diese Krankheiten erhöht. Häufungen gab es für weitere Erkrankungen des blutbildenden Systems, aber auch für beispielsweise Krebs im oberen Verdauungstrakt, Plattenepithelkarzinome der Haut und Non-Hodgkin-Lymphome.

Patienten mit einer myeloischen Krebserkrankung sollten ihr erhöhtes Risiko für Zweitkrebs kennen. Dies mag, so die Studienautoren, zum einen an der biologischen Natur myeloischer Krebserkrankungen selbst liegen, zum anderen vermutlich auch an der Wirkungsweise der Krebstherapien. Weitere Forschungen zur Früherkennung und Prävention zweiter Krebserkrankungen seien notwendig.

 

Quelle:

Chattopadhyay S et al. Risk of second primary cancer following myeloid neoplasia and risk of myeloid neoplasia as second primary cancer: a nationwide, observational follow up study in Sweden. Lancet Haematology 2018, 5(8):E368-E377

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 20.11.2018 13:16