Zweiter Krebs nach Morbus Waldenström

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Patienten mit Morbus Waldenström haben ein erhöhtes Risiko für eine zweite Krebserkrankung

Patienten, die an Morbus Waldenström, einer Form von Leukämie, erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko, auch eine zweite Krebserkrankung zu entwickeln. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer hervor.

In der Untersuchung analysierten die Forscher die Daten von mehr als 4.500 Patienten mit Morbus Waldenström. Bei dieser Erkrankung entartet eine B-Zelle des Immunsystems und bildet große Mengen von IgM-Antikörpern. Ähnlich wie bei anderen Leukämien und beim multiplen Myelom kommt es in der Folge zu Blutarmut, erhöhter Infektanfälligkeit und Blutungsneigung. Betroffen sind in der Regel ältere Patienten.

Die in der Analyse erfassten Patienten mit Morbus Waldenström hatten ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung um 50 Prozent erhöhtes Risiko, eine zweite Krebserkrankung zu entwickeln. Die Hälfte der Betroffenen erkrankte knapp vier Jahre nach der Diagnose der Waldenström-Erkrankung. Nach fünf Jahren betrug die Wahrscheinlichkeit, an einem zweiten Krebs erkrankt zu sein, zehn Prozent, nach zehn Jahren 16 Prozent. Erhöht war das Risiko für Lungenkrebs, Krebs der Harnwege und der Schilddrüse, schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom), aggressive Lymphome und akute Leukämien. Das Alter des Patienten, sein Geschlecht, seine Herkunft und das Jahr der Waldenström-Diagnose spielten dabei keine Rolle.

Die Gründe für den beobachteten Zusammenhang seien noch unklar, so die Studienautoren. Nebenwirkungen durch die Therapie kommen demnach ebenso in Frage wie Fehlregulationen des Immunsystems. 

 

Quelle:

Castillo, J. J. et al.: Incidence of secondary malignancies among patients with Waldenström macroglobulinemia: An analysis of the SEER database. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 10. März 2015, DOI: 10.1002/cncr.29334

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 23.05.2017 17:55