Zweiter Brustkrebs nach Carcinoma in situ?

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Offenbar spielt die Familienanamnese eine Rolle dafür, ob nach einer überstandenen Frühform von Brustkrebs die Wahrscheinlichkeit für eine zweite Brustkrebserkrankung steigt oder nicht.

Seit der Einführung des Mammographiescreenings zur Früherkennung von Brustkrebs werden mehr „Oberflächenkarzinome“, sogenannte Carcinoma in situ (CIS), diagnostiziert, die die Trennwand der Milchgänge und Drüsenläppchen zum umgebenden Brustgewebe, die Basalmembran, noch nicht durchbrochen haben. Bislang war nur wenig darüber bekannt, ob Frauen, bei denen ein solches Carcinoma in situ entdeckt wird, ein erhöhtes Risiko für eine spätere zweite Brustkrebserkrankung haben. Nun präsentierten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention Ergebnisse zu dieser wichtigen Frage.

In einer Fall-Kontrollstudie wurden die Daten von Patientinnen analysiert, bei denen seinerzeit ein Carcinoma in situ der Brust diagnostiziert und erfolgreich behandelt worden war. 539 Frauen hatten anschließend eine zweite Brustkrebserkrankung entwickelt, 994 Frauen nicht. Dabei hatten Frauen mit einer Verwandten ersten Grades (Mutter, Schwester), bei der ebenfalls Brustkrebs festgestellt worden war, ein höheres Risiko für eine zweite Brustkrebserkrankung nach einer früheren CIS-Diagnose. Noch einmal höher war das Risiko, wenn gleich zwei oder mehr enge Verwandte an Brustkrebs erkrankt waren und wenn enge Verwandte eine Brustkrebsdiagnose im frühen Lebensalter, also vor dem 50. Lebensjahr, erhalten hatten. Keinen Einfluss hatte es dabei, ob die Studienteilnehmerinnen selber schon die Wechseljahre hinter sich hatten oder nicht.

Offenbar, so die Interpretation der Studienautoren, bewirke eine Familiengeschichte an Brustkrebs in der Verwandtschaft ersten Grades bei Frauen mit einer früheren Diagnose Carcinoma in situ der Brust ein erhöhtes Risiko, eine zweite, womöglich invasive Brustkrebserkrankung zu erleiden. Invasiver Brustkrebs hat die Basalmembran zwischen den Milchgängen oder Drüsenläppchen und dem umgebenden Brustgewebe bereits durchbrochen und kann sich mit Tochtergeschwülsten in Lymphknoten und andere Organe ausbreiten.

 

Quelle:

Baglia M L et al. Family History and Risk of Second Primary Breast Cancer after In Situ Breast Carcinoma. Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Februar 2018, DOI: 10.1158/1055-9965.EPI-17-0837

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.07.2018 22:01