Zweite Gentherapie in den USA zugelassen: Bei Non-Hodgkin-Lymphomen

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Bei bestimmten Formen von großzelligen B-Zelllymphomen dürfen erwachsene Patienten, bei denen andere Therapien versagt haben, mit einer neuartigen Gentherapie behandelt werden, die das Immunsystem ankurbelt.

Nachdem in den USA in diesem Herbst bereits eine erste Gentherapie zur Behandlung von Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie zugelassen worden ist (s. Meldung DKG vom 5. September 2017), können nun auch Patienten mit bestimmten Formen von Non-Hodgkin-Lymphom mit einer solchen sogenannten CAR-T-Zelltherapie rechnen. Bei dieser Therapieform werden Immunzellen des Patienten gesammelt und mit einer Bindungsstelle ausgestattet, die ihnen später, nach der Rückgabe, das Andocken an die erkrankten Blutzellen ermöglicht. Dadurch werden die körpereigenen Abwehrkräfte gegen die Krebszellen gestärkt.

Yescarta, so der Name des neuen Wirkstoffs, funktioniert ähnlich wie das zuerst zugelassene Kymriah. Zunächst werden dafür T-Zellen aus dem Blut des Patienten gewonnen und mit einem Gen für eine Bindungsstelle (Antigenrezeptor, CAR) bestückt. Diese T-Zellen können dann nach Rückgabe an den Patienten dank des Antigenrezeptors CAR das Eiweiß CD19 auf der Oberfläche der Krebszellen leichter erkennen und diese bekämpfen.

Zugelassen wurde Yescarta zur Behandlung von Patienten mit bestimmten Gruppen großzelliger B-Zell-Lymphome, bei denen mindestens zwei Therapien versagt haben. Nicht damit behandelt werden dürfen Patienten mit Lymphomen, die unmittelbar vom Zentralen Nervensystem ausgehen. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Yescarta hatte sich in einer multizentrischen Studie mit mehr als 100 erwachsenen Patienten gezeigt, bei denen ein großzelliges B-Zelllymphom wiedergekehrt war oder auf die bisherigen Therapien gar nicht erst angesprochen hatte. 51 Prozent Patienten sprachen auf die Therapie mit Yescarta mit einer kompletten Remission an, bei der zunächst kein Lymphom mehr nachweisbar ist.

Da die CAR-T-Zelltherapie mit schweren Nebenwirkungen einhergehen kann, ist sie nur speziellen Zentren vorbehalten. Möglich ist das Auftreten eines lebensbedrohlichen Zytokinfreisetzungssyndroms, auch neurologische Schäden können schwerwiegend sein, ebenso ein Abfall der weißen Blutzellen und Blutplättchen, Blutarmut und Infektionen. Die meisten Nebenwirkungen treten innerhalb von ein bis zwei Wochen ein.

 

Quelle:

Pressemitteilung der FDA vom 18. Oktober 2017

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14