Zwei neue Wirkstoffe für fortgeschrittenen Nierenkrebs

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In Europa wird die Zulassung von zwei neuen Tyrosinkinasehemmern für die Behandlung von fortgeschrittenem Nierenkrebs erwartet.

Für Patienten mit lokal fortgeschrittenem Nierenkrebs, der nicht mehr operiert werden kann, oder Nierenkrebs, der sich bereits in andere Organe ausgebreitet (metastasiert) hat, stehen demnächst vermutlich zwei neue Therapieoptionen zur Verfügung. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat sich für die Zulassung der beiden Tyrosinkinasehemmer Cabozantinib und Lenvatinib bei erwachsenen Patienten ausgesprochen, die zuvor erfolglos mit einem VEGFR-Hemmer behandelt worden sind – Cabozantinib als alleiniges Mittel, Lenvatinib in Kombination mit Everolimus (Pressemitteilung EMA).

Cabozantinib im Vergleich zu Everolimus lebensverlängernd

Auch Cabozantinib und Lenvatinib gehören zu den sogenannten Multikinasehemmern, die unter anderem die Signalleitung des endothelialen Wachstumsfaktors VEGF hemmen. Die zu erwartende Zulassung von Cabozantinib beruht auf den Ergebnissen einer Phase III-Studie mit 658 Patienten, deren fortgeschrittener Nierenkrebs nach vorangegangener VEGFR-Hemmertherapie nicht zum Stillstand kam. Diejenigen, die Cabozantinib erhielten, hatten im Vergleich zu mit Everolimus behandelten Patienten signifikant längere Überlebenszeiten, zudem verlängerte sich die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt. Die häufigsten Nebenwirkungen von Cabozantinib waren Durchfall, Fatigue (chronische Erschöpfung), Übelkeit, Erbrechen, verminderter Appetit, Hand-Fuß-Syndrom und Bluthochdruck.

Kombi aus Lenvatinib und Everolimus wirksamer als Everolimus allein

Lenvatinib empfahl sich in einer Phase Ib/II-Studie, an der 153 Patienten mit metastasiertem oder inoperablem Nierenkrebs teilgenommen hatten. Auch sie hatten zuvor mindestens eine Anti-VEGF Therapie erhalten und nicht ausreichend darauf angesprochen, weshalb nun eine Kombination aus Lenvatinib und Everolimus im Vergleich zu Everolimus allein getestet wurde. Durch die Kombination verdoppelte sich die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt von im Durchschnitt knapp sechs auf fast 13 Monate, auch eine Verlängerung des Gesamtüberlebens deutete sich an. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Durchfall, Fatigue, verminderter Appetit, Erbrechen, Übelkeit und Bluthochdruck. Schwerer Durchfall trat unter der Kombinationstherapie häufiger auf. Dennoch stufte der CHMP auch in diesem Fall das Nutzen-Risiko-Verhältnis als positiv ein und sprach sich für die Zulassung aus. Die Zustimmung der europäischen Kommission wird nun in Kürze erwartet.

 

Quelle:

Pressemitteilung der EMA vom 22. Juli 2016

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.05.2017 21:12