Zusammenhang von Autoimmunerkrankungen und Leberkrebs

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Vermutlich sind die bei Autoimmunerkrankungen auftretenden Entzündungsreaktionen die Schnittstelle.

Bei Patienten, die an einer Autoimmunkrankheit leiden, kann das Risiko für Leberkrebs oder Krebs der Gallenwege deutlich erhöht sein. Diese seit längerem gehegte Vermutung erhielt durch eine aktuelle Untersuchung aus den USA, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer veröffentlicht wurden, neue Bestätigung. 

Die Forscher stützten sich in ihrer Analyse auf die Daten von 32.443 Patienten ab 66 Jahren mit Leberkrebs oder Krebs der Gallenwege, die in einer großen Datenbank erfasst worden waren. Als Kontrollgruppe dienten 200.000 nicht an Krebs erkrankte Erwachsene. Die Forscher bezogen 39 verschiedene Autoimmunkrankheiten in ihre Analyse ein. Bei einer Autoimmunerkrankung richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Gewebe und Organe und zerstört diese.

Der stärkste Zusammenhang zeigte sich zwischen der primären biliären Cholangitis und einem 31-fach erhöhten Risiko für Leberkrebs. Bei der primären biliären Cholangitis, die überwiegend Frauen betrifft, gehen Entzündungsreaktionen von den Gallenwegen in der Leber aus und führen zum fibrotischen Umbau des Lebergewebes bis hin zur Leberzirrhose.

Doch auch andere Autoimmunerkrankungen wie etwa die primäre sklerosierende Cholangitis gingen mit einem erhöhten Risiko für Leberkrebs oder Gallenwegskrebs einher. Bedingt sei der Zusammenhang nach Ansicht der Studienautoren vermutlich durch die Entzündungsreaktionen, die ein Risikofaktor für die Krebsentstehung sind. 

 

Quelle:

McGee E E et al. Associations between autoimmune conditions and hepatobiliary cancer risk among elderly US adults. International Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 28. August 2018, https://doi.org/10.1002/ijc.31835

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 11.12.2018 16:42