Zusätzliche Chemotherapie bei Nasenrachenkrebs

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Bei lokal fortgeschrittener Erkrankung kann eine Einleitungschemotherapie vor der Chemostrahlentherapie die Aussichten verbessern.

Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Nasenrachenkrebs (Nasopharynxkarzinom) ist die platinbasierte Chemostrahlentherapie eine Standardtherapie. Wenn zuvor eine Einleitungschemotherapie mit Gemcitabin und Cisplatin durchgeführt wird, verbessern sich die Aussichten der Patienten noch einmal deutlich, wie Wissenschaftler anlässlich der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Onkologie (ASCO) berichteten.

In der Phase III-Studie, die an mehreren Zentren durchgeführt wurde, erhielten 480 Patienten mit lokal fortgeschrittenem Nasenrachenkrebs entweder eine Einleitungschemotherapie über drei Zyklen mit nachfolgender Chemostrahlentherapie oder letztere allein. Nach drei Jahren waren noch rund 85 Prozent der Patienten, die eine Einleitungschemotherapie erhalten hatten, rückfallfrei, in der Standardtherapiegruppe waren es 76,5 Prozent. Auch im Gesamtüberleben nach drei Jahren schnitt die Gruppe mit Einleitungschemotherapie und nachfolgender Chemostrahlentherapie besser ab. 

Die zusätzliche Chemotherapie brachte auch zusätzliche Nebenwirkungen mit sich, vor allem einen Mangel an weißen Blutzellen, roten Blutkörperchen und Blutplättchen, Übelkeit und Erbrechen. Dennoch, so die Studienautoren, sei der Effekt der Einleitungschemotherapie als positiv zu bewerten – das rückfallfreie Überleben und das Gesamtüberleben können sich dadurch im Vergleich zur alleinigen Chemostrahlentherapie signifikant verbessern. 

 

Quelle:

Zhang Y et al. Gemcitabine and Cisplatin Induction Chemotherapy in Nasopharyngeal Carcinoma. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 31. Mai 2019, DOI: 10.1056/NEJMoa1905287

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 21.07.2019 21:37