Zunahme von hellem Hautkrebs ungebrochen

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Die Häufigkeit von Plattenepithelkarzinomen nimmt weiter zu, wie eine Studie aus den Niederlanden zeigt. Vor allem bei Frauen ist ein deutlicher Anstieg zu beobachten.

Heller Hautkrebs wird als Erkrankung in seiner Bedeutung oft noch unterschätzt, und seine Häufigkeit nimmt weiterhin stetig zu. Das zeigen die Ergebnisse einer Untersuchung der Fallzahlen in den Niederlanden aus den Jahren 1989 bis 2017, die in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology veröffentlicht wurden.

In der bevölkerungsbasierten epidemiologischen Kohortenstudie wurde untersucht, wie sich die Häufigkeit von Plattenepithelkarzinomen der Haut, die zum hellen Hautkrebs zählen, in den Jahren 1989 bis 2017 entwickelte. Dabei ging es zum einen um Patienten mit dem ersten diagnostizierten Plattenepithelkarzinom der Haut und zum anderen um Patienten, bei denen gleich mehrere Plattenepithelkarzinome aufgetreten waren.

Die Forscher ermittelten die Daten von 145.618 Patienten im mittleren Alter von 74,5 Jahren mit einem ersten bestätigten Plattenepithelkarzinom der Haut, davon rund 58 Prozent Männer. Dabei, so der Bericht zur Studie, war eine deutliche Zunahme der Erkrankung über den Beobachtungszeitraum festzustellen: Allein bei Frauen kam es zu einem Anstieg der Erkrankungsfälle zwischen 2002 und 2017 um rund acht Prozent pro Jahr. Und auch bei Männern stiegen die Zahlen kräftig an, ebenso wie die Häufigkeit von gleich mehreren Plattenepithelkarzinomen bei einem Patienten. Altersbereinigt nahm die Häufigkeit eines ersten Plattenepithelkarzinoms bei Männern um nahezu das Dreifache, bei Frauen um fast das Fünffache zu.

Die Forscher blickten anhand der Daten auch vorausschauend in die nächste Dekade: Demnach sei in den nächsten zehn Jahren mit einem Anstieg der Fallzahlen um rund ein Viertel bei Männern und 29 Prozent bei Frauen zu rechnen.

Die Studie zeige, dass allen Warnungen vor den Folgen von Hautkrebs und Aufrufen zur Hautkrebsprophylaxe zum Trotz die Häufigkeit der Erkrankung noch immer zunehme. Insbesondere bei Frauen sei die Entwicklung beunruhigend. Die Anstrengungen zur Aufklärung etwa in Bezug auf die Wirkung von Sonnenlicht müssten verstärkt werden, um den Trend zu stoppen. 

 

Quelle:

Tokez S et al. Incidence of Multiple vs First Cutaneous Squamous Cell Carcinoma on a Nationwide Scale and Estimation of Future Incidences of Cutaneous Squamous Cell Carcinoma. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 28. Oktober 2020, doi:10.1001/jamadermatol.2020.3677

 

(KvK)

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