Zum Arzt - warum nicht?

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In einer Studie wurde untersucht, aus welchen Gründen Menschen den Besuch beim Arzt meiden, obwohl sie unter Alarmsymptomen für Darmkrebs leiden. 

Der Bauch schmerzt seit einigen Wochen immer mal wieder, wiederholt treten Durchfälle auf, dann wieder elende Verstopfungen, oder auf dem entleerten Stuhl findet sich dunkles Blut – all das können Alarmsymptome für Darmkrebs oder eine andere ernsthafte Erkrankung im Darmbereich sein. Und trotz dieser Beschwerden gehen viele Betroffene noch lange nicht zum Arzt, um sich Hilfe zu holen. Warum ist das so? Dieser Fragen gingen dänische Wissenschaftler in einer öffentlichen Befragung nach und veröffentlichten ihre Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift Family Practice.

Die Forscher verschickten per Internet Fragebögen an 100.000 Personen ab 20 Jahren. Darin wurde nach vier Symptomen gefragt, die ein Anzeichen von Darmkrebs sein können: Blutungen aus dem Darm, Bauchschmerzen, Veränderungen in der Stuhlbeschaffenheit und Veränderungen hinsichtlich der Stuhlhäufigkeit. 52 Prozent der Angefragten beteiligten sich und füllten die Fragebögen aus. 

Es stellte sich heraus, dass der Anteil derer, die eines dieser Alarmsymptome aufwiesen und dennoch keinen Arzt zur Abklärung aufsuchten, hoch war: Er reichte von knapp 70 Prozent der Personen mit Blutungen aus dem Darm bis 80 Prozent derjenigen mit Veränderungen in der Stuhlhäufigkeit. Als Gründe wurden am häufigsten angegeben, nicht die Zeit der Ärzte „verschwenden“ zu wollen und selbst keine Zeit für einen Arztbesuch zu haben. 

Vor allem Männer mit Blutungen aus dem Darm nannten aber noch einen weiteren Grund: Sie fürchteten sich vor der Diagnose des Arztes, hatten Angst, es könne sich um eine ernstzunehmende Krankheit wie Krebs handeln, die nicht mehr behandelbar wäre. Und ein weiterer Befund der Studie: Es waren die Jüngsten der Befragten, die am häufigsten über Barrieren für einen Arztbesuch berichteten.

 

Quelle:

Jarbøl D E et al. Barriers to contacting general practice with alarm symptoms of colorectal cancer: a population-based study. Family Practice 2018, 35(4):399-405

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 21.09.2018 13:53