Zulassung von PARP-Hemmung bei Eierstockkrebs erweitert

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Mehr Patientinnen profitieren künftig von dem neuen Wirkstoff.

In bestimmten Fällen können Patientinnen mit platinempfindlichem Eierstockkrebs in Europa künftig mit dem sogenannten PARP-Hemmer Olaparib in einer neuen Tablettenform behandelt werden. Die europäische Kommission für Arzneimittel sprach eine Zulassung für die neue Darreichungsform des Wirkstoffs als Filmtablette aus und erweiterte bei dieser Gelegenheit die Anwendungsmöglichkeiten auf alle hochgradigen epithelialen Tumoren, unabhängig davon, ob eine BRCA-Mutation vorliegt oder nicht. Das erleichtert den betroffenen Frauen die Einnahme: Die Einnahme von bislang zweimal acht Hartkapseln reduziert sich auf zweimal zwei Filmtabletten am Tag, unabhängig von den Mahlzeiten.

Zugelassen sind die neuen Olaparib-Filmtabletten als Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patientinnen mit platinempfindlichem Krebs der Eierstöcke, Eileiter oder des Bauchfells, die einen Krankheitsrückfall erlebt haben und auf eine platinhaltige Chemotherapie vollständig oder teilweise ansprechen. Wie sich gezeigt hat, kann die Krankheit mit dem Wirkstoff langfristig gut kontrolliert werden, die Zeit bis der Tumor weiter voranschreitet, verlängert sich gegenüber der Behandlung mit einem Scheinmedikament (Placebo) signifikant. Zudem ist die Therapie gut verträglich, die meisten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verdauungsstörungen, Erschöpfung (Fatigue), Kopfschmerzen, Geschmacksstörungen, verminderter Appetit, Schwindel und Blutarmut sind nur gering bis mäßig ausgeprägt. 

Olaparib blockiert das Enzym PARP, die sogenannte Poly-ADP-Ribose-Polymerase. Dieses Enzym ist eigentlich für die Reparatur von Brüchen im Erbgut, der DNA von Zellen, verantwortlich. Solche Reparaturen stellen die Stabilität der DNA in den Zellen sicher und verhindern, dass die Zellen aufgrund von DNA-Schäden absterben. In gesunden Körperzellen kann, wenn es zu einem Ausfall von PARP und damit vermehrt zu Strangbrüchen kommt, ein anderes Reparatursystem, die sogenannte homologe Rekombinationsreparatur (HRR), in die Bresche springen. Bei bösartigen Eierstocktumoren ist sie jedoch defekt, wodurch die Krebszellen infolge der PARP-Hemmung schlussendlich zugrunde gehen.

 

Quellen:

Journal Onkologie und Pressemitteilung des Herstellers Mai/Juni 2018

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.09.2018 14:21